Tim Holtz: CSBK in Oschersleben

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Bei der Familie Holtz aus Nienburg geht es gerne rund im Karton, heuer mit einer wunderbaren Yamaha YZF 750 SP (aka Ypse) aus den frühen Neunziger Jahren. Youngster Tim (22) gibt Gas und Vater Thomas salbt die Technik. Hin und wieder trudeln dazu dann schwungvolle Aufschriebe vom Senior beim Gasgriffsalat ein, diesmal vom CSBK-Rennen (Classic Superbike) in Oschersleben. 

Das Motorrad ist eine Handvoll Jahre älter als der Fahrer: Tim Holtz, Yamaha YZF 750 SP

Eigentlich sollte der erste Rennstart ja in Assen im Rahmen der Dutch Moto Classic stattfinden, aber das ging leider ziemlich daneben. Eine kaum zu dosierende Kupplung und eine unglückliche Vergaserabstimmung sorgten dafür, dass Tim zwar auf Pole stand, aber die Ypse beim Start abwürgte. Zum Glück reagiert er richtig und verkrümelte sich auf den Grünstreifen neben der Strecke, bevor das Starterfeld von hinten losbrauste. Er konnte dann zwar mit knapp einer Runde Rückstand hinterher eilen, aber außer der schnellsten Rennrunde, einem dicken Hals und Platz 15 gab es nichts zu erben. Auf das zweite Rennen haben wir wegen der technischen Mängel verzichtet.

In der heimischen Werkstatt wurden dann diverse Modifikationen durchgeführt und wir hofften, dass der Auftritt bei der CSBK in Oschersleben in der Klasse »Pro Superbike Legends« besser gelingen würde. Die freien Trainings am Freitag liefen gut, die Kupplung fühlte sich besser an, nur das Anfahren mit den Flachschiebervergasern war immer noch schwierig. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit auf der Ypse von 1:31,8 beendeten wir den Tag. Die Qualifyings am Samstag konnte Tim für sich entscheiden und sicherte sich die Pole.

»Bloß nicht Abwürgen« lautete die Devise für das erste Rennen am Nachmittag, aber das war auch das Einzige, was gelang. Gefühlte 15 Fahrer gingen an Tim vorbei, bevor er in Schwung kam, aber Platz um Platz ging es dann nach vorne. Mit etwas Glück, auch weil sein Lieblingsgegner Dirk Schnieders durch Defekt ausgeschieden war, konnte er nach einigen Runden die Spitze übernehmen. Leider wurde das Rennen nach 10 Minuten abgebrochen, aber so war der erste Sieg mit der Ypse sicher.

Am Abend, beim Rundgang durch das CSBK-Fahrerlager, gab es überall anerkennende und nette Worte. Und das eine oder andere Bier natürlich auch. Wir sind im Laufe der Jahre schon in einigen Serien unterwegs gewesen, aber es war selten, dass wir so nett und freundlich aufgenommen wurden. Die Classic Superbiker leben tatsächlich noch den Gedanken des Rennsports miteinander. Dort gönnt wirklich jeder dem anderen die bessere Platzierung und den Erfolg. Die Hilfe untereinander, die bei den älteren Schätzchen, die man (und Frau!) dort bewegt, manchmal nötig ist, ist selbstverständlich. Wir haben uns dort von Anfang an willkommen und wohl gefühlt. 

Und wie das so ist, redet man hier und da auch zum Beispiel über die Anfahrschwäche der Ypse und nimmt einige Ideen mit. Am nächsten Morgen gab es dann statt Warm-up nochmal ein etwas umfangreiches Schrauben an der Vergaserbatterie und mit der freundlichen Hilfe eines gewieften Vergaserspezialisten gelang es tatsächlich, das Motorrad so hinzustellen, dass Tim sicher damit starten konnte.

Hurra!

Der Start zum zweiten Lauf gelang gut, Tim konnte die Führung übernehmen und hatte zu Beginn gleich ein paar freie Runden. Die Ypse kam durch die morgens durchgeführten Änderungen nun auch deutlich besser aus den Kurven, eine neue Bestzeit von 1:31,4 und der zweite Sieg an diesem Wochenende waren das Resultat. Der nächste Auftritt, wieder bei der CSBK, ist für Ende August in Schleiz geplant und wir freuen uns schon sehr darauf.

Text: Thomas Holtz, Fotos: Dirk Gündra/Pixelrace

Tipp: Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken.

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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