Neu: Honda GB350/S in Japan

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Good Beat: Was sonst bei 20 Einzylinder-PS aus 350 Kubik Hubraum? Feeling und Natur gehören in Japan mit dazu, unbedingt.

Interessante Entwicklung: Eine Handvoll Monate nachdem Honda in Indien die CB350 »H’ness« präsentierte und die Verkäufe durch die Decke gingen, worauf gleich das Parallelmodell CB350 RS nachfolgte, sind beide Modelle jetzt (seit Ende März) auch in Japan offiziell bei den Honda-Dealern erhältlich. Die klassisch verpackte »H’ness« heisst in Nippon GB350 und die kernigere RS-Variante wird unter der Bezeichnung GB350S verkauft. Honda umschreibt das Konzept für den heimischen Markt als »Basic Roadster« und fasst die Einsatzmöglichkeiten eher weit mit »von Alltag bis Ausflug« ein.

Tea-Time? Oder lieber Coffee? Oder ein Tiefseetang-Eis mit Sahne? Pause mit der GB350S.

Steht GB für »Good Beat«? Könnte sein, muss aber nicht. Mitte der Achtziger Jahre gab es ja die einzylindrige, britisch angehauchte GB500 mit dem Halbliter-Motor der XL-Enduro. Vielleicht will Honda ansatzweise an die Heritage des heute noch bekannten Modells anschließen. Vielleicht hatte ein Produktbenenner auch einfach nur eine pfiffige Eingebung zum Buchstabenkürzel. Weil ein guter Beat für relaxtes Herumgeigen ist einzylindrig aus diesem Midi-Hubraum natürlich schon gut vorstellbar. 

Dieses Foto würde sich kein Euro-Importeur je trauen. Warum schiebt der? Ist die GB350 kaputt? Sprit alle? In Japan no prob.

Vor 20 Tagen erst hat der Gasgriffsalat die indischen CB-Kreationen vorgestellt. Beide Varianten sind für Japan technisch komplett 1 zu 1 übernommen. Heisst: Langhubiger Einzylinder mit 348 Kubik, Bohrung x Hub 70 x 90,5 mm, nur 20 PS bei 5.500/min, Drehmoment 29 Nm bei 3.000/min, 5 Gänge, eine Ausgleichswelle vor der Kurbelwelle und ein rotierendes Gegengewicht im Bereich der Kupplung zum Ausgleich der Vibras, rund 180 Kilo vollgetankt, Sitzhöhe 800 mm, Tank 15 Liter, Bereifung 100/90-19 und 130/70-18 (bei der GB350) bzw. grobstolligere 100/90-19 und hinten 150/70-17 (beim S-Modell). 

Weitere Features sind LED-Lichttechnik rundum, HSTC-Traktionskontrolle, traditionelle Erscheinungsbild, Kotflügel aus Stahlblech (bei der GB) und aus Kunststoff bei der S. Körperhaltung und Position der Fußrasten sind ebenfalls leicht unterschiedlich (sportlicher bei der S), die Auspuffanlage ist mal verchromt, mal geschwärzt und die Seitendeckel sind jeweils anders geformt, die RS unterscheidet sich noch durch die Bestückung mit Faltenbälgen an der Gabel. Ins Auge sticht weiter, dass statt der optional poppig bunten Zweifarb-Lackierungen mit Rot und Gelb in Indien ausschließlich Mausgrau und blasses Blau in Japan zu haben sind.

In Japan werden folgende Preise aufgerufen: 550.000 Yen für die GB350 entsprechen 4.420 Euro, 594.000 Yen für das CB350S ergeben umgerechnet 4566,- Euro.

Ob der Verkauf der indischen Hondas in Japan auch etwas für Deutschland bedeutet, steht weiter in den Sternen. Ob ein bestimmtes Modell in Europa in den Verkauf geht, entscheidet kein einzelner Importeur, sondern ein vielköpfiges Komitee aller europäischen Landesvertreter. Dort wird abgestimmt, dann werden Produktions- und Lieferkapazitäten gecheckt, Kalkulations-, Marketing- und Homologationsfragen geklärt. Zeigen danach alle Daumen nach oben, kann es ein halbes bis ein Jahr dauern, bevor die Bikes in Europa zu den Händlern rollen. Geht der Daumen nach unten, werden wir nie davon erfahren.

In genanntem Beitrag über die indische CB350 H’ness und die CB350 RS wird am Ende gefragt, was die Gasgriffsalat-Leser über dieses Motorrad denken, was schon eine Menge schlaue Kommentare und lesenswerte Reaktionen nach sich gezogen hat. Wäre toll, wenn Input und Meinungsäußerungen weiter eine Fortsetzung finden, lieber dort wie hier, weil die Verlosung des ausgelobten Gasgriffsalat-T-Shirts (durch die Salat-Fee) noch gar nicht final erfolgt ist…. das passiert nämlich in der Woche nach Ostern, versprochen!

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

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    Markus Rosin on

    Welches Modell nach Europa schafft ist bleibt außer Frage. Ich würde es sehr begrüßen so ein Motorrad zu fahren

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    Honda fährt ja fast jeder 3.Mopedfahrer!
    Da finde ich die Royal Enfield auch sehr schön. (die neue Meteor 350)

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