Ausprobiert: Segura Barrington

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Lederjacke Segura Barrington.

Eine Lederjacke für´s Leben. Davon hört man Leute manchmal reden. Jedenfalls weiss jeder gleich, was damit gemeint ist: Dickes Leder, erstklassige Verarbeitung, ansehnlicher Look und nützliche Details.

Die Segura-Lederjacke Barrington fällt genau in dieses Raster. Schweres Rindsleder, sauber genähte, lupentaugliche Nähte, praxisgerechter Zuschnitt und noch ein paar Dinge mehr. Genug Taschen aussen und innen, solide Reissverschlüsse, hoher, bequemer Kragen, Drucknöpfe an Bündchen wie Aufsetztaschen und doppelte Einstellriemen an der Taille.

Die abgesteppten Schultern sorgen für einen rustikalen Eindruck. Auch die Ellenbogen-Partien sind kreuzweise vernäht. Das sehr dunkelbraun, fast schwarz gegerbte Leder passt gut zum langen Schnitt, am Rücken rutscht so schnell nichts hoch. Die Oberärmel sind luftig geschnitten, das Futter trägt sich angenehm. Reinschlüpfen lässt sich geschmeidig, man fühlt sich tadellos angezogen und gut geschützt.

Die Barrington ist natürlich mit Protektoren an Schultern und Ellenbogen ausgestattet, ein Rückenprotektor lässt sich nachträglich einschieben, die Tasche dafür ist vorhanden.  

Protektoren für Schulter und Ellenbogen.

Segura existiert seit 1967. Die französische Marke weist Parallelen auf zur Historie von Adidas/Puma oder Aldi Nord und Süd. Brüder verkrachten sich und wurden zu Konkurrenten. Von Michel Segura spaltete sich Bruder Jacques 1969 ab und rief die Marke Furygan ins Leben. Jedenfalls sind Segura und Furygan bis heute die bekanntesten Bekleidungs-Marken in Frankreich. Ein- und zweiteilige Lederkombis stellten in den 70er und 80er Jahren den Löwenanteil des Angebots, inzwischen überwiegen vor allem Jacken in unzähligen Variationen, gerne auch im Retro-Stil.

Steppfutter .

Das herausnehmbare Steppfutter der Barrington ist oliv-grün und lässt sich nach dem Absteigen auch solo tragen, obwohl es im Rücken recht kurz geschnitten ist. Bei mir würde das Futter wohl nur in der Ecke liegen, die Lederjacke ist so solide, dick und schwer, dass man – ich schätze mal von April bis September – nur mit einem T-Shirt oder dünnen Pulli wohl temperiert über die Runden kommt. Gut möglich, dass man sich im Hochsommer bei Temperaturen über 30 Grad sogar eine leichtere, dünne Lederjacke wünscht.

Nicht gefallen haben die zu grossen Lederzipfel an den Reissverschluss-Zippern, die vor allem an den Armabschlüssen beim Handschuh-Anziehen stören. Ich würde nicht lange rumfackeln, sondern zur Schere greifen und die Dinger einfach abschneiden.

Ansonsten: Material und Qualität sind vorbildlich, der Schnitt ist bequem, die Optik stimmt. Alles in Allem also eine Lederjacke aus altem Schrot und Korn, die nach Jahren oder Jahrzehnten locker vom kleinen Bruder weiter getragen werden kann. Preis: 449,90 Euro. Den Segura-Vertrieb erledigt seit einem Jahr Nolan Deutschland.  

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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