Japan only: Honda CB1300 2021

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Europa schaut weiter in die Röhre: Das 2021er CB1300-Quartett in Japan.

Seit Honda die CB1300 in Europa aus dem Programm strich, was 2012 auf Befehl der Flügelzentrale in England passierte, produziert Honda in Japan das wunderbar souveräne Vierzylinder-Bigbike weiter für den heimischen Markt. »Die CB1300 ist wichtig, wir brauchen diese Maschine in Japan unbedingt« unterstrich noch Jahre später der ranghohe Honda-Entwickler Yosuke Hasegawa. Das erklärt, warum bis heute selbstverständlich Weiterentwicklung betrieben wird und Inline-Four-Enthusiasten all over Europe regelmäßig einen Dolchstoß im Herz verspüren, wenn im fernen Japan wieder mal verfeinerte, modellgepflegte Varianten serviert werden, die bei uns nicht erhältlich sind..

Eben war es wieder soweit. Honda hat die neuen 2021er CB1300-Modelle in Japan vorgestellt, die wie bereits seit 2018 – genüsslicher Dreh an der Klinge – gleich in 4 Varianten erhältlich sind:

CB1300 Super Four heisst das Naked-Bike mit Showa-Federelementen; CB1300 Super Bol d´Or die Variante mit zusätzlicher Halbverkleidung. 

CB1300 Super Four SP heisst die Nackte mit Öhlins-Gabel und Federbeinen plus Radial-Brembo-Zangen; CB1300 Super Bol d´Or SP das halbverkleidete Topmodell mit Öhlins-Suspension und Brembo-Hardware.

Warum glauben Honda-Manager, dass Europäer diese Bikes nicht wollen?

Spitzer zulaufende Verkleidung, LED-Lichttechnik rundum, filigrane 10-Speichen-Gussfelgen, moderner gestaltetes Cockpit und verschlankten Auspuffdämpfer mit schwarzer Endkappe sowie die SP-Varianten mit Öhlins-Gabel/Federelementen plus Bremsen-Bremborium wurden in den letzten Jahren nach und nach hinzugefügt. Modellgepflegt beim 21er Jahrgang sind: 

– eine neue Krümmeranlage, die nach rechts zusammengeführt deutlich verschlankt anmutet (ähnlich den CB1300-Modellen 2003 bis 2007) statt des rustikal verflochtenen Krümmerverhaus der Vorjahre.

– ein elektronischer Gasgriff (Throttle by Wire), der zu optimierter Ansteuerung der Drosselklappen die Auswahl zwischen drei verschiedenen Fahrmodi erlaubt sowie zusätzlich einen Tempomat anbietet.

– bei den Showa-gefederten Standard-Modellen: Rot lackierter Rahmen plus goldene Motordeckel (wie anno 1981 bis ´83 bei den CB1100R-Legenden sowie der 2007er CB1300S), neues Tankdekor und hellgoldene Gussfelgen.

– bei den SP-Varianten mit Öhlins: Schwarzer Rahmen und schwarze Guss-Felgen (wie in den Vorjahren).

NEW CB1300: Neue Krümmer plus rotes Rahmen-Make-up für die Standard-Varianten.

Im deutschen CB1300-Forum wird regelmäßig wehgeklagt und gesnifft, wenn Honda im fernen Osten alle paar Jahre die weiterentwickelten Pretiosen der SC54 auftischt. Bei den Entscheidern der einstigen Vierzylinder-Weltmacht scheint das nicht anzukommen. So gibt es immer wieder Hardcore-Freaks, die auf eigene Faust einen Import aus Japan zumindest andenken, was mit Euro 5-Hürden künftig aber noch unmöglicher als bisher sein dürfte. Auch wenn es ist, wie es ist: Solange Anschauen nicht verboten ist, wird Träumen ja noch erlaubt sein.     

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

3 Kommentare

  1. Danke Gerhard, dass Du nach wie vor ein Auge Dein Auge auf “unser” Lieblingsmotorrad hast!

    TSF-CB1X00-Grüße – Carsten

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