Neue Honda CRF300L

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Fesches Design: Honda CRF300L für 2021

Mehr Enduro als straßenlastiges Adventure Bike bleiben Hondas einzylindrige CRF-Modelle auch mit Euro5-Zulassung. Neben der Rally-CRF als 300er (vorher 250 Kubik) erhält für den Jahrgang 2021 auch die Standard CRF-L ein Hubraum-Update auf 300 Kubik. Die CRF300 Rally wurde vor einer Woche vorgestellt, hier nun also das Wichtigste zur neuen Honda CRF300L. 

Neben mehr Hubraum (+ 37 cm3), mehr Power (+ 2,6 PS) und verbessertem Drehmoment (+ 4 Nm) erhielt die CRF300L zur kürzeren Getriebe-Übersetzung einen längeren 6. Gang sowie eine Anti­hopping­-Kupplung. Chassis und Schwinge sind ebenfalls runderneuert. Dazu offeriert die 300er eine aufgefrischte Optik, ein besser ablesbares LC­D-Display sowie ein reduziertes Gesamtgewicht (- 4 kg).

Die neue Honda CRF300L mit Euro5-Zulassung für 2021: Mehr Hubraum (+ 37 cm3), mehr Power (+ 2,6 PS), verbessertes Drehmoment (+ 4 Nm) und 4 Kilo weniger Gewicht.

Das Hubraum-Plus des wassergekühlten DOHC-Einzylinders­ mit 286 cm3 (vorher 249 cm3) wurde durch größeren Hub (63 statt 55 mm) realisiert. Die Bohrung von 76 mm blieb bestehen, ebenso die Verdichtung von 10,7:1. Mit 27,3 PS bei 8.500/min verfügt das neue Triebwerk über 10 % mehr Leistung und 18 % mehr Drehmoment (26,6 Nm bei 6.500/min). Die Gangstufen 1 bis 5 sind kürzer übersetzt, um das Ansprechverhalten zu verbessern. Der 6. Gang ist für entspanntes Dahingleiten länger übersetzt. Eine Anti­-Hopping­-Kupplung erleichtert die Kontrolle über das Hinterrad bei engagierter Fahrweise, dazu wurden die Bedienkräfte der Kupplung reduziert. 

Stahlrahmen, Aluschwinge und untere Gabelbrücke präsentieren sich neu, verhelfen der Maschine zu optimierter Steifigkeitsbalance und besserem Feedback. Auch die Sitzposition wurde optimiert. Gleichzeitig konnte etwas Gewicht (4 kg) eingespart werden. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 129 auf 132 km­/h. Für den Sprint über 400 m benötigt die CRF300L 15,4 s und ist damit 0,9 s schneller als die Vorgängerin. 

Fit für Euro 5: DOHC-Einzylinder mit jetzt 300 Kubik und etlichen Detail-Änderungen.

Einlassseitig wurden die Steuerzeiten überarbeitet. Zudem sind Luftfilter, Auspuffanlage (660 g leichter) und Zündzeitpunkt optimiert. Eine Iridium-Zündkerze und die präzise Zufuhr des Kraftstoffgemischs durch das PGM­FI­ Einspritzsystem erhöhen die Verbrennungseffizienz und tragen dazu bei, die­­­ Euro 5 Norm zu erfüllen. Eine Ausgleichswelle hilft die Vibrationen im Zaum zu halten.

Untere Gabelbrücke neu aus Aluminium.

Die CRF300L wiegt fahrfertig vollgetankt 142 kg. Der Doppelschleifen­-Stahlrahmen ist so konstruiert, dass er 25 % weniger Seitensteifigkeit aufweist. Dies soll das Fahrgefühl und die Rückmeldung an den Fahrer verbessern helfen. Die Aluminiumguss-Schwinge geriet um 550 Gramm leichter, weist eine um 23 % verringerte Seitensteifigkeit und eine um 17 % reduzierte Torsionssteifigkeit auf. Außerdem ist sie direkt hinter dem Drehpunkt um 15 mm schmaler ausgeführt. Die untere Gabelbrücke ist statt aus Stahl nun aus Aluminium gefertigt, was 730 g Gewicht einspart. Diese Gewichtsreduktion begünstigt, das Lenkverhalten agiler zu gestalten. 

Die 43­mm­ Showa ­Upside­Down-­Gabel bietet 10 mm mehr Federweg (nun 260 mm) als beim Vorgänger. Zusätzlich wurden Federstärke und Dämpfung überarbeitet. Die Pro­Link­-Aufhängung mitsamt Showa-Federbein verfügt ebenfalls über 260 mm Federweg (zuvor 240 mm). Die Bodenfreiheit wurde von 255 auf 285 mm erhöht. Rahmen und Motor sitzen rund 20 mm höher im Chassis. 

Das Vorderrad verzögert eine 256 ­mm­ Bremsscheibe mit Zweikolben-­Festsattelzange, das Hinterrad eine 220­mm­ Scheibe mit Einkolben-­Festsattel. Aluminiumfelgen reduzieren die ungefederten Massen. Beim 2021er Modell wird die Aluminium-­Oberfläche poliert, um eine leicht zu reinigende, glänzende Oberfläche zu erhalten. Die Enduro­-Reifen mit Blockprofil haben die Dimensionen 80/100­-21 51P (vorne) und 120/80-­18 62P hinten. Ein gefrästes Kettenrad sowie der Einsatz von M8-­ anstelle von M10-­ Schrauben und einer Hohlachse hinten sparen 240 g bzw. 160 g ein. 

Aufsteigen und losbrausen, welcher Enduro-Lightweight-Freund möchte das jetzt nicht?

Die Verkleidungsteile sind stärker von den CRF-Motocrossern inspiriert und glänzen mit neuem Design. Der 7,8 l große Kraftstofftank geriet 190 g leichter und schlanker und wird durch einen schmaleren vorderen Sitzabschnitt ergänzt. Weitere 110 g werden durch den neuen vorderen Kotflügel eingespart. Der Kennzeichenhalter ist ebenfalls kürzer gestaltet und spart 300 g Gewicht ein.

Leicht verändert die Sitzposition: Der Lenker reicht mehr nach hinten, die Fußrasten wurden leicht abgesenkt und ebenfalls nach hinten versetzt. So soll das Schalten auch in schweren Off­road­-Stiefeln leichter fallen. Die Sitzhöhe wurde um 5 mm auf 880 mm erhöht. Ebenfalls neu ist der Seitenständer. Er verfügt über eine 10% größere, jetzt klappbare Aufstandsfläche. Ein neues LC­D-Display mit Tacho und Drehzahlmesser beinhaltet eine Ganganzeige und verfügt zudem über eine Stoppuhr.

Neue 2021er Schwestermodelle CRF300L und CRF300 Rally.

Auf jeden Fall macht die CRF300L einen vielversprechend pfiffigen und modernen Endruck, genau richtig für Freunde schlanker, leichtgewichtiger Allround-Enduros, die sich neben Offroad-, Feld-, Wald- und Wiesen-Tauglichkeit auch alltagstaugliche Qualitäten über Asphalt auf Kurzstrecken und über mittlere Distanzen wünschen.

Fotos: Honda

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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