Ducati V4 Granturismo-Motor inside

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Der neue V4 Granturismo für die kommende Multistrada.

Ducati plant für den 4. November die Präsentation der neuen Multistrada V4. Heute wurde dazu der überarbeitete Motor mit der Bezeichnung V4 Granturismo vorgestellt, der ohne desmodromisch gesteuerten Ventiltrieb auskommt. Das Triebwerk wurde entwickelt, um Adventure-Bike-gerecht drehmomentstark und laufruhig für Vortrieb zu sorgen, ohne dabei sportliche Faktoren zu vernachlässigen. Auch das Getriebe wurde dem Einsatzzweck angepasst, mit deutlich kürzerem 1. Gang und entsprechend angepassten weiteren Gangstufen.

Tipp: Zum Vergrößern der Abbildungen einfach draufklicken.

Cleanes, akkurates Puzzle.

Der V4 Granturismo mit stattlichen 1.158 ccm Hubraum leistet 170 PS bei 10.500/min und erzeugt ein max. Drehmoment von 125 Nm bei 8.750/min. Euro-5 wird erfüllt. Auch wenn es etlichen Ducati-Freaks das Herz zerreissen wird – auf eine desmodromische Ventilsteuerung wurde beim V4 für die neue Multistrada verzichtet. Die Ventile werden über herkömmliche Schraubenfedern geschlossen und die Nockenwellen sind mit Schlepphebeln kombiniert, um die Ventile zur Öffnung zu bewegen.

Nix Desmo! Isse schlimm? Ventile mit Ventilfedern für Ducatis jüngste V4.

Aufgrund des neuen Ventiltriebs sieht der Serviceplan folgende Intervalle für den V4 Granturismo vor: Ölfilter-Wechsel alle 15.000 km (oder alle 2 Jahre), Motorölwechsel und Luftfiltercheck alle 30.000 Kilometer. Ventilspielkontrolle sowie neue Zündkerzen alle 60.000 km. Klingt nach komplizierter Buchhaltung für die künftigen User? Ist es wohl auch.

Im Vergleich zum Vorgänger-Twin ist der V4 Granturismo mit 66,7 kg Gewicht 1,2 kg leichter als der in der Multistrada 1260 eingesetzte Testastretta-Zweizylinder; dazu 85 mm kürzer, 95 mm niedriger und 20 mm breiter. Diese Abmessungen haben den Vorteil, die Positionierung im Rahmen, die Schwerpunktlage und das Gesamtpackaging unter vielerlei Gesichtspunkten flexibler bestimmen zu können. 

Kolben-Pleuel-Kombi.

Wie der V4 aus Panigale und Streetfighter verfügt auch der V4 für die Multistrada über eine gegenläufige Kurbelwelle, die das Handling und die Agilität des Motorrads verbessern soll. Wie gehabt sind die Kurbelzapfen versetzt, um eine spezielle Laufkultur und Leistungscharakteristik zu unterstützen. Um die von den hinteren Zylindern erzeugte Wärme zu verringern, verfügt die Konstruktion über einen Mechanismus zur Deaktivierung der hinteren Zylinderbank. Auf diese Weise wird bei stehendem Motorrad der Verbrennungsprozess in den Zylindern gestoppt, was nicht nur den Wärmekomfort insgesamt verbessert, sondern auch den Verbrauch senken hilft.

Eckpunkte-Salat zum Granturismo V4

  • 1.158 ccm 4-Zylinder 90° V-Motor.
  • Bohrung x Hub 83 x 53,5 mm.
  • Kompressionsverhältnis 14:1.
  • Max. Leistung 170 PS (125 kW) bei 10.500/min.
  • Max Drehmoment 125 Nm bei 8.750/min.
  • Euro 5-Homologierung.                      
  • Doppelte obenliegende Nockenwelle (DOHC), 4 Ventile pro Zylinder, Nockenwellenantrieb über Steuerkette und Zahnrad.
  • Ventiltrieb mit Schraubenfedern + Schlepphebeln, keine Desmodromik.
  • Gegenläufig drehende Kurbelwelle mit um 70° versetzten Kurbelzapfen.
  • Mehrscheiben-Anti-Patter-Servo-Kupplung im Ölbad.
  • Halbtrockensumpfschmierung mit drei Ölpumpen: eine Förder- und zwei Rücklaufpumpen.
  • Kraftstoffversorgung mit vier ovalen Drosselklappen-Ansaugstutzen (Äquivalent 46 mm Ø).
  • Angepasst übersetztes 6-Gang-Getriebe mit Quickshifter (Up & Down).                  
  • Wartungsintervalle: Ölfilter alle 15.000 km; Motoröl und Luftfilter alle 30.000 km; Ventilspielkontrolle und neue Zündkerzen alle 60.000 km.
  • Deaktivierung der hinteren Zylinderbank.
So schaut es aus in Bolognas künftigem ADV-V4.

Fotos: Ducati

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

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      Na klar! Zuerst wurde angemessen gesnifft, dann mit leichter Verzögerung nachgearbeitet. Danke für den wertvollen Hinweis, immer welcome!

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