Check: Honda Testride-Truck in Schotten

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Die Testflotte

Am WE machte der Honda-Testfahrtruck in Schotten am Mototreff-Falltorhaus Station, also sattelte ich die CB1300 und brauste kurzerhand hin. Vor dem rotem TST-Auflieger auf der Wiese parkierte die Testflotte. Die Anmeldung vor Ort bei den supernetten Damen im Anmeldezelt war im Handumdrehen erledigt. Africa Twin, Gold Wing, CB650R, X-ADV und etliche andere Flügel standen zur Auswahl, ich setzte mich auf ein 48 PS-Zweizylinder-Naked-Mauerblümchen in Tarnkappenschwarz, die CB500F.

Anmeldung.

Die 40-minütige Testrunde durch den kurvenreichen Vogelsbergkreis auf schönen Nebenstraßen (kein Stadtverkehr mit Ampelen oder Staus, nur wenige Ortsdurchfahrten) übertraf alle Erwartungen. Der ortskundige Guide vorne liess es geschmeidig laufen, hinten schirmte ein Honda-Kundendienstler die Gruppe ab. Das Führerschein A2-taugliche Halbliter-Leichtgewicht spielte sein inspirierende Handling immer dann aus, wenn dem Zweizylinder mit angenehmer Kraftentfaltung, unterstützt durch fleißige Schaltarbeit, die Puste auszugehen drohte. Wie alle Mittelklasse-Bikes fährt auch die CB500F (mit Michelin Road 5 besohlt) praktisch wie von selbst und ganz wunderbar um die Ecken. Federung, Bremsen, Sitzposition, Instrumentierung passen, Windschutz ist bei nackten Eisen im Kurvenparadies eh kein Thema, das Ding machte also einen Heidenspass.

Auswahl von allem.
Zweizylindrige CB500F.

Für eine zweite Ausfahrt suchte ich mir eine CB1000R im Neo Sports-Café-Design aus. Der Vierzylinder hat mit 145 PS ordentlich Feuer im Bauch, das Chassis glänzt mit Big-Piston-USD-Gabel und Einarmschwinge. Die R wiegt deutlich weniger als mein Gerät, ist viel schlanker; mangels Überhängen vorne/hinten fühlt sich das Teil ziemlich kompakt komprimiert an, wie ein Schnellball ungefähr, den man mit den Händen sorgfältig verdichtet hat. 

Überrascht hat, wie unbeeindruckt die CB1000R mit dem breiten 190er Hinterrad-Schluffen (Bridgestone S21) in Schräglage Unebenheiten und Rillen verdaute, ohne komisches Feeling zu produzieren. Weil: Ich hatte mal eine anders bereifte CB-R ausprobiert, die spürbar fipsiger reagierte. 

Das Fahrvergnügen war jedenfalls stimmig. Der Inline-Four aus einer früheren Fireblade faucht mit sportlich-sehniger Laufkultur, hängt quirlig-lebendig am Gas, serviert ein tadellos breites Drehzahlband mit reichlich Power, dazu Getriebe und Bremsen vom Feinsten. Sollte Honda das CB-F Concept-Bike, das ja eine CB1000R mit Bol d´Or-Bodywork darstellt, tatsächlich in Serie bringen, wird es eher schwierig werden, halbwegs klaren Verstand zu bewahren, weil am Haken hänge ich schon jetzt.

Die Testrunden am Honda-Testtruck waren kostenfrei und empfehlen sich für jeden, der neugierig und ohne viele Federlesen das eine oder andere Flügel-Bike probeweise ausprobieren möchte. Für Fragen und Einweisung sind reichlich fachkundige Köpfe vor Ort. Nächste Probefahrt-Termine sind

8 + 9. August, 64354 Reinheim, Motorrad Technik Lang, Darmstädter Str. 39

15 + 16. August, 65321 Heidenrod, Bikertreff im Wispertal im Rheingau

22 + 23. August, 34431 Marsberg, Fährhaus am Diemelsee, Am See 20

29. + 30. August, 85055 Ingolstadt, Enduro Bunker, Marie-Curie Str. 31b

Zum Date in Heidenrod  vielleicht noch den Hinweis: Wer vom Rhein aus Richtung Schlangenbad anfährt, um schließlich auf die Wispertalstraße in Richtung Motorrad-Treffpunkt abzubiegen – auf diesen vielleicht 15 km der B260 sind in 30er und 50er Zonen allein fünf feste Blitzer installiert. Wie überall in Hessen ist auch hier die Lappen-Rupfgrenze ratzfatz  überschritten. Aufpassen also bei der Anfahrt, wie generell und überhaupt.

Mototreff am Falltorhaus bei Schotten.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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