Paaschburg + Wunderlich Partnertag

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»Über 57.000 Produkte«, steht auf dem superdicken Katalog, der mir bei Paaschburg & Wunderlich in Glinde bei Hamburg in die Hand gedrückt wurde. Das hanseatische Handelshaus vertreibt sein Zubehör- und Teileprogramm über den Motorrad-Fachhandel sowie über den Online-Shop www.brands4bikes.de. Beim jährlich veranstalteten Partnertag informierten Zulieferfirmen über Ihre Angebote und Produktneuheiten, auch die Eigenmarken LSL, Highsider, Shinyo, Takkoni und Moto Professional wurden präsentiert. Der Besuch war eine gute Gelegenheit, nach interessanten Neuheiten zu trüffeln.

Zubehör-Entwickler und LSL-Gründer Jochen Schmitz-Linkweiler.

Jochen Schmitz-Linkweiler kann sich seit der LSL-Überführung in den Besitz von Paaschburg & Wunderlich verstärkt auf die Entwicklung und Konstruktion neuer Produkte konzentrieren, was gleich die beachtliche Zahl der Neuerungen erklärt, die er auf der Showbühne präsentierte.

Ergonia-Hebel: stylisch-luftig, vielfach einstellbar, Farben beliebig kombinierbar.

Die Ergonia Brems- und Kupplungshebel von LSL sind stylish und luftig-leicht gestaltet. Alles, wo keine Belastung auftritt, ist weggefräst. Neu ist ein Stern-Mechanismus für die Griffweitenverstellung in 6 Stufen, dazu sind die Hebel mit Slidern versehen, damit deren Länge stufenlos variiert werden kann. Die Versteller, Hebel und Slider sind in 7 Farben (Schwarz, Silber, Gold, Anthrazit, Rot, Blau, Grün) beliebig konfigurierbar, woraus sich 343 Kombinations-Möglichkeiten ergeben. Ein Langloch am Hebelende verhindert, dass der Fahrtwind bei Tempi über 250 km/h Druck ausübt. Die Ergonia-Hebel werden mit ABE geliefert und sind passend für über 500 Motorradmodelle erhältlich. 

Die Bow-Hebel von LSL für Bremse und Kupplung glänzen ebenfalls mit Ausfräsungen zwischen den Befestigungspunkten. Eine weitere Aussparung am Übergang zum Hebel unterstützt den formschönen Eindruck. Die Bow-Hebel gibt es in langer oder kurzer Ausführung, Versteller und Hebel sind in 7 Farben wählbar. In der langen Version unterbindet ein Langloch in horizontaler Richtung übermäßigen Luftwiderstand. ABE und passgenaue Anschlüsse für alle gängigen Motorradmodelle gehören mit dazu. 

LSL-Hebel werden in Glinde individuell nach Kundenwunsch zusammengebaut.

Ein Merkmal beim Bow ist die stärkere Verrundung der Hebel, die Ergonia sind kantiger gestaltet. Das erklärt auch die Namensfindung. Bow entstammt dem Englischen und steht für bogenförmiges Design. Ergonia aus dem Griechischen heissst »Winkel«; was trefflich passt, weil der Hebel schärfer und kantiger gezeichnet ist. Ob man dieses oder jenes Griffgefühl beim Fahren bevorzugt, bleibt schlicht Geschmackssache.

Ebenfalls neu: Ergonia-Fussrasten.

Weiter im Programm verbleiben die Classic Hebel von LSL, die mit verschiedenen Hebelformen angeboten werden, auch für spezielle Harley-Modelle und sogar Roller. Auch wenn einige Classic-Hebel ab Werk mit roten Verstellern ausgeliefert werde, können auf Wunsch Hebel wie Versteller in 7 Farben konfiguriert werden. Für die Online-Bestellung auf www.brands4bikes.de und www.lsl.eu gibt es einen Konfigurator für die LSL-Hebel, die am Folgetag  in der Wunschkombination per Hand vor Ort in Glinde montiert werden und auf den Weg zum Kunden gehen.

Neue Gonia Crashpads, Lenker- und Achs-Balls.

Im Gonia-Design gibt es auch neue LSL-Crashpads, kantiger und in länglicher Form, was besser zu modernen Motorrad-Designs (von KTM, Kawa etc.)  passt. An den Halterungen hat sich nichts geändert, was bedeutet, dass die neuen Schützer anstelle der bisherigen LSL-Crashpads montiert werden können. Ähnlich wird mit neu gestalteten Crash-Pads für Achsen und Lenkenenden verfahren. Die neu designten, schärfer gezeichneten Gonia-Teile sind kompatibel mit den rundlicheren Ausführungen. Die Lenkergewichte/Achsballs gibt es in pulverbeschichtet in Weiss, Orange und sattem Rot (das zu Ducatis passt), oder eloxiert in Blau, Grün, Rot, Silber und Schwarz plus eine Variante in Carbon-Optik.

Ergonia-Spiegel: durchdacht, funktionell überzeugend und mit Make-up quasi.

Ebenfalls neu sind die Ergonia-Spiegel mit runden Spiegelgehäuse am geschwungenen Arm. Für einen modernen Akzent sorgen farbige Insets aus eloxiertem Aluminium in Schwarz, Rot, Gold oder Silber. Das Gehäuse ist aus Kunststoff und per satinierter Oberfläche veredelt. Der Bereich, der für Stabilität sorgt, ist in Aluminium ausgearbeitet und zuverlässig im Gehäuse befestigt. Praxisgerecht auch die Edelstahl-Kugelklemmung, die eine präzise Einstellung ermöglicht und auch dauerhaft beibehält. Das Prüfzeichen der Spiegel ist per Softprint aufgebracht, springt nicht sofort ins Auge, aber bei TüV- oder Polizei- Kontrollen ist man damit auf der sicheren Seite. 

Griffe und Lenkerenden von Highsider.

Das übergreifende Gonia-Design wird auch mit Aluminium-Hülsen für die LSL-Griffe in den Farben Schwarz, Rot, Gold und Silber fortgesetzt. Die Haptik bleibt griffsympathisch, es gibt keine Einbussen bei der Nutzung, es ist einfach ein schöneres Produkt. Ähnliche, leicht abgewandelte Varianten für Griffe und Lenkerenden gibt es auch unter der Marke Highsider.

Mit Einzoll-Aufnahmebügel: fetter Fehling-Lenker für Cruiser-Kapitäne.

Am Info-Stand von Fehling, der traditionsreichen Firma aus Wickede im Ruhrgebiet, die Lenker, Gepäckträger und  Sturzbügel fertigt, gab es einen Lenker in Eineinviertel-Zoll mit darunter angebrachten Halterohr im einzölligen Format. Die Neuheit ist für Cruiser-Kapitäne gedacht, die etwas Handfestes in der Hand halten und vor Augen haben wollen, ohne auf spezielle Lenkeraufnahmen umrüsten zu müssen. Der ausladende Oversize-Rohrlenker ist in Chrom oder Schwarz zu haben.

Kunden-Broschüre mit Tips und Tricks zu Batterien gibt es bei jedem Intact-Händler.

Der Intact-Stand bot keine neuen Batterien feil, aber dafür ein frisch ausgedrucktes Buchwerk speziell für Händler, herausgegeben von Keckeisen-Akkumulatoren, quasi eine deutschsprachige Batterie-Bibel (mit englischem Titel »Battery-Bibel for Bikes«) mit Infos zu Batterie-Typen, Einsatzzweck, Pflegen, Laden, Testen und Garantieabwicklung. Weil das Buch umfassend die Themenbereiche Motorrad, Quad/ATV, Jetskis, Snowmobile sowie Nutz- und Freizeit-Fahrzeuge behandelt, wurde extra eine separate Broschüre für Motorradfahrer mit Batterie-Knowhow, Tips und Tricks produziert, die kostenlos für Kunden bei allen Motorradhändlern erhältlich ist, die Intact-Batterien vertreiben. 

Esjot fertigt auch Antriebstechnik in Bunt.

Esjot ist als Antriebstechnik-Lieferant mit Kettenrädern/Ritzeln im Industriebereich wie auch im Motorradsektor unterwegs. Farbenfrohe Designs fanden zuletzt im Offroadsektor Einzug, im Straßenbereich zählen weiter Kettenräder in simplem Schwarz zu den Bestsellern, allerdings steckt eine Innovation aus Stahl/Aluminium in der Pipeline. In der Geschäftsführung rückten inzwischen Kräfte nach, die auch neue Projekte in der Motorrad-Produktpalette gutheissen – Neuerungen von Esjot sollten künftig also nicht überraschen.

Spezielle Elektronik-Bauteile bietet Axel Joost-Elektronik. Eine neue B-Box wird über den normalen Zündschalter versorgt, optional können auch eine RFID Antenne für schlüssellosen Zugang oder ein Bluetooth-Modul für eine Steuerung übers Smartphone angeklemmt werden. Die Box steuert die folgenden Funktionen: Zündung (mit oder ohne Seitenständerabfrage), Starter (mit oder ohne Neutralschalterabfrage), Fern- und Abblendlicht (mit Schaltern oder Tastern), integriertes Blinkrelais (über Schalter oder Tastern steuerbar), Bremslicht und Hupe. 

Statt Christbaum im Cockpit: Eine (dreifarbige) LED für vieles.

Wer die Zahl der Kontrolleuchten im Cockpit reduzieren möchte, verbaut von Joos den neuen »Minimal-Indicator«. Das winzige Modul, das auch in Lenker oder Scheinwerfer verbaut werden kann, lässt eine LED in drei verschieden Farben aufleuchten, jeweils zugeordnet für Blinker, Fernlicht, Öldruck oder Leerlauf. 

Wer sich eine Keyless-Steuerung der Zündung wünscht, verbaut das »Easy RFID«-Zündschloss, das auch im Standby keinen nennenswerten Strom verbraucht. Auch ein kleiner Piezo-Luitsprecher kann mit angeklemmt werden, der ein akustisches Signal gibt, wenn ein angelernter Schlüssel oder Dongle erkannt wird.

Etliche weitere Lösungen von Joost finden sich unter www.elektronikbox.de für Kabelbäume, Blinker- und Relais-Funktionen, das Umschalten von Abblend-, Fern- und Tagfahr-Licht, das Modulieren von Warn-Bremslichtern bei harter Verzögerung oder eine Air-Ride-Control, die Pumpen- und Ventilzeiten von luftgefederten Dämpfungssystemen speichert und bei Bedarf die jeweils gewünschte Fahrhöhe einsteuert. 

RAM-Mounts gibt´s für unzählige Anwendungen.

Die vielseitigen RAM-Mount-Befestigungssysteme für Navis, Smartphones und Kameras (und unzählige andere Anwendungen) sind weithin bekannt. Dennoch lässt sich durchaus erwähnen, dass der Hersteller für die RAM-Komponenten pulverbeschichtetes Aluminium verwendet bzw. leichte oder hochfeste Verbundwerkstoffe sowie Edelstahl, dazu sind die Kugeln stets mit einem Gummiüberzug versehen. Frank Straub, Vertriebs-Mitarbeiter von RAM Mounts Germany, konnte dazu verraten, dass demnächst auch Handy-Halterungen mit induktiver Aufladung erhältlich sein werden, was das Handling nochmal vereinfachen dürfte.

Batterie-Seelsorger: Optimate 4 Dual Programm und Optimate 6

Am nächsten Stand liessen sich die Ladegeräte Optimate 4 und Optimate 6 bewundern, die »State of the Art« sind und alle Funktionen bieten, die man sich als Motorrad-fahrender Batterie-User nur wünschen kann. Das »Optimate 4 Dual Programm« zum Beispiel ist auch für BMW-Bikes mit CAN-BUS-Technik einsetzbar, zum direkten Laden sowie auch über die Can-Bus-gesteuerte 12 Volt Bordbuchse, weil dafür wiederum eine spezielle Steuerung notwendig ist, die (bildlich gesprochen) eine Tür im System öffnet, die ansonsten geschlossen bliebe. Auch für Lithium-Ionen-Akkus (LiFePO4/LFP) sind laut Tecmate-Mitarbeiter Johan Basteyns eigens entwickelte, speziell abgestimmte Ladegeräte notwendig (für Bikes zum Beispiel das »Optimate Lithium 0.8 A«). Sogar Lade-Möglichkeiten mit Solar-Panelen finden sich in der Angebots-Palette, für alle, die abseits aller Steckdosen in der Wildnis unterwegs sein wollen.

Laden über Solarpanel – nicht ist unmöglich.

Auf die ewige Frage, ob man eine Motorradbatterie für einen Ladevorgang eingebaut lassen oder lieber doch abklemmen sollte, gab es eine interessante Sowohl-als-Auch-Antwort: Moderne Ladegeräte sind so konstruiert und schlau genug, dass ein Ausbau und Abklemmen nicht notwendig ist. Dennoch findet sich in jeder Betriebseinleutung von Optimate der explizite Hinweis, dies doch zu tun, und zwar aus gesetzlichen Gründen, die den Hersteller dazu verpflichten. Hier wird also eine Empfehlung ausgesprochen, die eigentlich seit Jahrzehnten als veraltet gilt, auf die der Gesetzgeber aber besteht, weil ansonsten ein Verkauf der Geräte nicht statthaft wäre.

Scheinwerfer und Leuchten in allen Variationen.

Bei der P&W-Hausmarke Highsider umfasst das Angebot Scheinwerfer und LED-Einsätze, Nebel- oder Tagfahrlichter, Blinker, Rücklichter, Spiegel, Kennzeichenhalter, Riser und Lenkergewichte, Griffe, Abdeckkappen, Deckel, Gehäuse, Hebelschützer, Instrumente und Abdeckplanen in einer Vielfalt, die mit beeindruckend nur unzureichend beschrieben werden kann. Wer sich einen Überblick über die extrem vielfältige Auswahl verschaffen will – die unten aufgeführten Links helfen dabei weiter.

LED-Scheinwerfer Typ 8 mit Tagfahr- und Kurvenlicht.
Für Custom-Umbauten: Highsider Flat Type 9-Scheinwerfer.

Herauspicken aus etwa 30 Scheinwerfer-Typen von Highsider lassen sich zum Beispiel der 7 Zoll LED Scheinwerfer »Typ 8«, der über Tagfahr- sowie Kurvenlicht verfügt und trotz sattem 200 mm Durchmesser nur über schlanke 120mm Bautiefe verfügt. Oder der fashionable »Flat Type 9«-LED-Scheinwerfer in moderater Vier-Dreiviertel-Zoll-Größe, der über einen schicken Standlichtring verfügt und etliche Custom-Bike-Umbauten passend schmücken könnte.

Bronx-Blinker.
Classic X1-Blinker.
Gehäuse für Proton-Winz-Blinkermodule.

Bronx heisst ein flacher, besonders extraganter Designer-Blinker in verschieden Eloxat-Farben von Highsider, komplett anders im Retro-Stil gefällt der neue Classix X1 aus Fräs-Aluminium. Eine Alternative stellen die beinahe winzigen Proton-Module dar, die sich in verschiedene Blinker-Bodys verbauen lassen. Interessant wie innovativ sind auch die Printlight T3-Blinker als Bausatz, deren Farbe und Material sich bestimmen lässt. Mit dem entsprechenden QR-Code lässt sich dann das gewünschte Blinkergehäuse für die LED-Einsätze in einem 3D-Drucker ausdrucken.

Auswahl plus Infos: Partnertag bei Paaschburg und Wunderlich in Hamburg-Glinde.

Wenn es bei Bikes um Optimierung und Individualisierung geht, tickt jeder ein bißchen anders. Deswegen ist eine reichhaltige Auswahl wichtig, wenn es um Zubehör und Anbauteile geht. Wer sich vor dem Shopping in Ruhe umschauen und über Angebote in vielfältigen Varianten einen Überblick verschaffen möchte, liegt bei den nachfolgenden Links nicht verkehrt:

www.brands4bikes.de

www.lsl.eu

www.highsider-germany.de

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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