Honda Collection Hall Rundgang

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Der Baum ist geschmückt, Kekse und Schokolade sind vorgekostet, heute am 24.12. ist nurmehr Warten auf Heiligabend angesagt. Hat jemand zwischendurch noch Lust auf einen Spaziergang? Hier geht es zum virtuellen Rundgang durch die Honda Collection Hall in Motegi. Zum Einstieg auf diesen Link Honda Collection Hall-Rundgang klicken. Die Pfeil-Navigation ist supereinfach und erklärt sich selbst, dito gilt für gelbe Kamera-Symbole, die zu kurzen Videos (mit Sound) führen.

Träume auf zwei und vier Rädern – damals wie heute.

Hinzuzufügen ist: Wer jemals Gelegenheit erhält, nach Tokio zu reisen, sollte neben den üblichen Sightseeing-Trips als Motorrad-Enthusiast auch eine Bustour ins 100 km entfernte Motegi zur Honda Collection Hall unternehmen. Der Komplex Twin Ring Motegi in der Präfektur Tochigi ist eingebettet in eine von Wäldern umgebene Landschaft. Auf der einen Seite grenzt die Hakko-Bergkette das Areal ein, auf der anderen der Nakagawa-Fluß. Bei Konzeption und Bau der Anlage wurden die natürlichen Gegebenheiten berücksichtigt und respektiert; die Harmonie mit der Natur sichern und bewahren zu wollen ist in Japan nicht ungewöhnlich. 

Die Twin-Ring-Anlage in Motegi besteht aus zwei Rennstrecken, einem Rundkurs sowie einem Oval für Indy- oder Champ-Cars, wird seit 1998 genutzt und ist Honda’s zweite Rennstrecke in Japan nach Suzuka. Das Areal bietet eine Fülle Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Es finden sich Motocross-Gelände, Trial-Parcours, Dirt-Track-Anlage und Großflächen, um Fahrzeuge aller Art zu bewegen. Es gibt auch eine Go-Kart-Bahn sowie ein Fahrsicherheitszentrum für Auto und Motorrad. Das Ganze mutet wie ein großer Spielplatz an – für Erwachsene mit Benzin im Blut.

Dream D-Honda, dahinter eine Gilera.

Auf Besucher übt das Museum des weltgrößten Herstellers, die Honda Collection Hall, eine spezielle Anziehungskraft aus. Das Gebäude besteht aus drei Etagen und seitlichen Flügeln. Weitere Ausstellungsbereiche finden sich in den Treppenaufgängen. 

V4-Pretiose von 1983, erst für Suzuka, dann für den Bol d´Or: RS 850 R.

Die Honda Collection reicht von der ersten Honda, der „Dream A“, bis in die Gegenwart. Die Zahl der Exponate auf zwei und vier Rädern ist beeindruckend. Alle bedeutenden oder technisch herausragenden Modelle aus der Flügel-Historie sind ausgestellt und in erstklassigem Zustand.

Im Museum sind die Motorräder (und Vierräder) nach Themengruppen und Jahrgängen aufgereiht. Alles ist schlicht, aber liebevoll arrangiert. Es gibt übrigens nicht nur Serien-Hondas zu bestaunen, sondern auch einige Bikes anderer Hersteller. Den Rennmaschinen ist eine eigene Abteilung vorbehalten, da stehen die Multizylinder-Kronjuwelen aus den 60er Jahren, die Ovalkolben-Bikes, die Zweitakt-Pretiosen der 80er und 90er Jahre, Inline-4 und V4-Endurance Boliden und Maschinen der 8-Stunden von Suzuka. Auch die Automobile werden gebührend gewürdigt.

In den oberen Etagen, bei den Racing-Motorrädern, ist in einer Ecke eine himmelblaue Maschine mit Start-Nr. 136 zu sehen. Das ist die Honda R125, mit der die Company im fünften Jahr ihres Bestehens erstmals an einem Rennen im Ausland, in Brasilien, teilnahm und tapfer Letzter wurde. Der Fahrer, ein Honda-Arbeiter, hiess Mikio Omura. Zum Beitrag über dieses frühe Honda-Rennabenteuer führt dieser Link.

Die Kollektion hinterlässt bleibenden Eindruck. Von der Super-Cub, die inzwischen über 100 Millionen Mal gebaut wurde, bis hin zu Racing-Prototypen. Alle Maschinen sind bedeutsam oder technisch faszinierend und haben die Motorradgeschichte bunt, spannend und unterhaltsam gestaltet und mitgeschrieben. Wer die Zukunft besser verstehen will, sollte die Vergangenheit nicht aus den Augen verlieren, hört man schon mal. So in etwa funktioniert das auch beim Museumsbesuch, nicht nur in Motegi.

Ingenieurskunst auf Rädern.

Fotos: Honda/Z. Gori

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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