125er Fahren mit Autoführerschein

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Ist tatsächlich so. Nachdem der Bundesrat am Freitag (20.12.) einer Änderung der Fahrerlaubnisverordnung zugestimmt hat, ist der Weg frei für die vom Bundesminister für Verkehr, Andreas Scheuer, vorgeschlagene Liberalisierung zur Nutzung von 125er Leichtkrafträdern und Rollern mit max. 15 PS (11 kW) Leistung. Damit wird es für Bundesbürger leichter, diese Zweiradfahrzeuge mit dem PKW-Führerschein zu fahren. Bislang war dafür der Führerschein A1 vorgeschrieben (Mindestalter 16 Jahre) oder man mussste den Autoführerschein bereits vor April 1980 erworben haben.  

Die Typ-Auswahl bei 125ern war schon immer reichlich und vielfältig – Enduro, Sportler, Roller, Cruiser. Naked-Bikes gibt es natürlich auch, nur auf diesem Bild nicht.

Prüfungs- aber nicht schulungsfrei. Voraussetzung nach der rechtlichen Umsetzung werden eine 5-jährige Fahrpraxis im PKW sowie ein Mindestalter von 25 Jahren sein, außerdem eine sicherheitsorientierte Schulung mit mindestens neun Fahrschul-Einheiten à 90 Minuten, vier in der Theorie und fünf in der Praxis. Lediglich auf eine abschließende Prüfung soll nach der Schulungsphase verzichtet werden. Eine Bescheinigung für den (Auto)Führerschein der Klasse B mit der Schlüsselzahl 196 berechtigt dann zum 125er Leichtkraftrad/Roller-Fahren, die wie gehabt bei voller Leistung nicht leichter als 110 Kilo sein dürfen. 

SUV- oder 125er Parken. Was kommt besser in der City?

Bedenkenträger. Der Führerschein A1-in-B-Vorschlag kam im Sommer auf den Tisch. Es gab im Vorfeld gleich entrüstete Stimmen etlicher Verbände und Sicherheitsexperten, die sich dagegen aussprachen und ein Ansteigen von Unfällen und Verletzungen befürchteten. Wie sich die Entwicklung in der Praxis tatsächlich darstellt, gilt es natürlich abzuwarten.

Werden sich die Über25-jährigen 125er Biker-Frischlinge auch am Hangaround in freier Natur zusammenrotten oder ist das hier nur so etwas wie ein Sicherheitstraining, zu dem etliche Bedenkenträger eh aufrufen werden?

Unvernunft sieht anders aus. Dass eine mindestens 25 Jahre alte Person nach immerhin 5 Jahren Autoführerschein-Besitz, zusätzlicher 6-stündiger Theorie-Unterweisung plus 7,5 Stunden Praxis-Übungen durchaus befähigt sein sollte, eine 125er mit 15 PS sicher durch den Verkehr zu bewegen, scheint jedenfalls kein unvernünftiger Ansatz zu sein. 

»Nee, die Dose bleibt stehen, bin gleich bei Dir, ich nehm den Scooter.«

Chance für pfiffige 125er Mobilität. Eröffnet werden soll damit in Deutschland die Möglichkeit, preis- und verbrauchsgünstige 125er Leichtkraftrad-Mobilität zu nutzen, entweder als umweltfreundliche Verkehrsalternative im Großstadtverkehr oder als praxisgerechte Individuallösung auf dem Land.

Die Erlaubnis zum Führen einer 125er für Autofahrer soll übrigens nur in Deutschland gelten, nicht im Ausland. Obwohl es Parallelen gibt: In Österreich gilt bereits eine ähnliche Regelung wie für Deutschland angedacht, in Italien gehört die Erlaubnis, 125er zu fahren, zum Autoführerschein automatisch dazu.

Fotos: Buenos Dias, Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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