Neue Honda CRF1100L Africa Twin für 2020

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Die 2020er Honda CRF1100L Africa Twin: Neu aber noch gut erkennbar,.

Honda präsentiert für 2020 eine Evolutionsstufe: Die neue CRF1100L Africa Twin erhält 1098 Kubik Hubraum und 102 PS (bisher 998 Kubik und 95 PS), erfüllt Euro 5, ist um 5 Kilo erleichtert und bietet eine überarbeitete Sitzposition. Die sechsachsige IMU-Sensorbox steuert die Fahrmodi, die HSTC Traktionskontrolle) sowie Kurven-ABS, Wheelie-Control und Rear-Lift Control. DCT Modelle verfügen zusätzlich über eine Kurvenerkennungs-Funktion. Der 6,5 Zoll Vollfarben-TFT-Touchscreen integriert Apple CarPlay und Bluetooth-Konnektivität. Das Chassis nutzt nun einen Hilfsrahmen aus Aluminium. Zusätzlich werden die bisher angebotenen Fahrmodi Urban, Tour und Gravel durch einen Offroad-Modus ergänzt. Der Sitzbereich ist schmaler gestaltet und der Lenker höher positioniert. Tempomat und Dual LED-Tagfahrlichter gehören zur Serienausstattung.

Gut für Sand und überhaupt: Plus 7 PS + mehr Dremo.

Die Grundarchitektur des 8-Ventil-Zweizylinder-SOHC-Motors blieb gleich. Der Hubraum wurde von 998 cm3auf 1.084 cmvergrößert. Das ermöglicht eine Leistungssteigerung um 7 PS auf 75 kW/102 PS (bei 7.500 U/min) sowie ein von 99 Nm auf 105 Nm gewachsenes Drehmoment (bei 6.250 U/min). Um dieses Hubraumplus bei gleicher Bohrung von 92 mm zu erzielen, verlängerte Honda den Hub von 75,1 mm auf 81,5 mm. Die Zylinderlaufbuchsen bestehen nun aus Aluminium. In Verbindung mit dem manuellen Schaltgetriebe wiegt der modifizierte Motor 66,4 kg und damit 2,5 kg weniger als bisher. Mit DCT kommt das System auf 74,9 kg und ist damit 2,2 kg leichter. Dazu beigetragen haben Gewichtseinsparungen beim Getriebe und an weiteren Stellen.

Der Hubraum wurde von 998 cm3auf 1.084 cmvergrößert.

Für das Modelljahr 2020 wurden die Ventilsteuerung optimiert sowie der Ventilhub ein- und auslassseitig vergrößert (Einlass: 10,1 mm statt 9,2 mm; Auslass: 9,3 statt 8,6 mm). Die Auspuffanlage verfügt nun über ein variables Abgasventil (Exhaust Control Valve, ECV). Dieses öffnet sich bei hohen Drehzahlen, um Leistung und Effizienz zu verbessern. Um Fehlzündungen zu erkennen, wurde ein Kurbellwellen-Sensor ergänzt. Dies ist wichtig, um die Anforderungen sowohl hinsichtlich der Euro 5-Abgasnorm als auch der On-Board-Diagnose der zweiten Generation (OBD-2) zu erfüllen. Ebenfalls wichtig für Euro-5: Anstelle von Lambda-Sonden messen Linear-Air-Fuel (LAF)-Sensoren im Abgaskrümmer das Gemisch, um das Luft-Kraftstoff-Verhältnis präziser bestimmen zu können.

Die neue Kupplung hat einen kleineren Durchmesser und eine geringere Federspannung, so dass sich der Kupplungshebel leichter betätigen lässt. Die Zahnräder sind überarbeitet und bestehen jetzt aus anderem Material. Ein Quickshifter ist optional erhältlich.

Die Gemischaufbereitung arbeitet jetzt mit den Daten der Sechs-Achs-IMU. Die Leistung kann in 4 Stufen und die Motorbremswirkung in 3 Stufen eingestellt werden. Die HSTC kann wie bisher in 7 Stufen eingestellt werden. Die Unterschiede der einzelnen Stufen sollen deutlicher zu spüren sein, so dass Fahrer beispielsweise das Rutschen des Hinterrads im Offroad-Einsatz besser dosieren können. 

Aussicht neu.

Ein neues Feature ist die Wheelie-Control: Hier liefert die IMU Infos zum Neigungswinkel des Bikes und kontrolliert die Drehzahl. Drei Stufen sind hier wählbar. In Stufe eins ist ein absichtliches Abheben des Vorderrads möglich, ein schnelles Hochreißen wird aber verhindert. Auf Stufe drei wird jeglicher Kontaktverlust des Vorderrads mit dem Untergrund unterbunden. Stufe zwei liegt zwischen den beiden anderen Stufen. Die Wheelie-Control kann ausgeschaltet werden.

6,5 Zoll Vollfarben-TFT-Touchscreen.

Es gibt vier Fahrmodi: Tour, Urban, Gravel und Offroad. Zwei weitere lassen sich individuell definieren. Auch die voreingestellten Modi lassen sich variieren – die Honda Selectable Torque Control in sieben Stufen, die Wheelie-Control in drei Stufen (plus Abschalten), und das Doppelkupplungsgetriebe im S-Modus in drei Schaltmustern.

Durchaus wüst.

Neu am Doppelkupplungsgetriebe der CRF1100L Africa Twin ist die zusätzliche Kurvenerkennung. Das Schaltprogramm passt sich automatisch an, wenn die IMU erkennt, dass das Motorrad eine Kurve durchfährt.

Drohnen-Perpektive: Der Sitzbereich ist schmaler gestaltet.

Grundlage der On- und Offroad-Performance ist die Inertial Measurement Unit (IMU) des Typs MM7.10 von Bosch. Diese erfasst Rollwinkel und -rate, Neigungswinkel und -rate sowie Gierwinkel und -rate in Echtzeit. Sie steuert die Hinterrad-Traktion, die Bremsleistung am Vorderrad über das Kurven-ABS, den Bodenkontakt des Vorderrads durch die Wheelie-Control und den Schlupf des Hinterrads über die Rear-Lift-Control.

Dual LED Tagfahrlicht.

Beim Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen der Africa Twin für 2020 wurde die Steifigkeit des Lenkkopfs erhöht, um eine bessere Rückmeldung über die Gripverhältnisse zu erhalten. Die schlankeren und geraderen Hauptholme machen außerdem die vorderen Querstreben überflüssig. Damit ist Rahmen um 1,8 kg leichter als bisher.

Diese Farbe überrascht nicht.

Ein rot lackierter, verschraubter Aluminium-Hilfsrahmen ersetzt die bisherige Stahlkonstruktion. Mit 195 mm Breite ist die neue Lösung um 40 mm schmaler. Das soll den Bodenkontakt erleichtern. Die Hinterradschwinge aus Aluminium wurde um 500 g leichter. Das Gesamtgewicht wurde mit 226 kg vollgetankt um 5 kg reduziert. 

Fast KTM-esk, auch schick.

Für das Kurven-ABS analysiert die IMU den Neigungswinkel der Maschine in Schräglage, die Verzögerung (über Drehzahlsensoren an Vorder- und Hinterrad) und die Schlupfrate an Vorder- und Hinterrad. Bei plötzlichem Anheben des Hinterrads reguliert sie sie die Bremskraft so, dass sich die Maschine stabilisiert. Das hintere ABS lässt sich für Offroad-Fahrten deaktivieren.

Kühler-Schlund.

Angeboten werden ein 42 Liter-Topcase und Seitenkoffer aus Aluminium sowie ein 58 Liter Topcase und Seitenkoffer aus Kunststoff – jeweils inklusive Innenpacktaschen. Für die Fahrerposition auf dem Bike sind Sitzbänke in zwei zusätzlichen Höhen nachrüstbar. Die niedrigere deckt den Bereich von 825 bis 845 mm ab, die höhere jenen von 875 bis 895 mm. Weiter werden Tourenscheibe, Kühlerschutz, Motorschutz, Sturzbügel sowie erweiterte Handprotektoren, Heizgriffe und eine 12-V-Steckdose angeboten.

2020er Africa Twin and Africa Twin Adventure Sports.

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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