Speedbox: Ex-GP-Bike gefällig?

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Roger Frei von Speedbox mit drei Ex-GP-Occasionen.

Speedbox ist eine relativ junge Unternehmung in Wettingen in der Schweiz, die sich die Revision und den Verkauf ehemaliger GP-Rennmaschinen auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu werden angeboten: Service und Reparatur nicht alltäglicher Sportmotorräder, inklusive Tuning-Arbeiten sowie Fahrwerks-Service und Optimierung. An den Werkstattbereich ist eine Bar mitsamt Lounge angeschlossen, diese Lokalität lässt sich auch als mit Rennbenzin durchsetzte Event-Location (mitsamt Multimedia-Installation und Catering) nutzen. Außerdem wird die Speedbox GmbH offiziell als Importeur der Arch-Motorräder von US-Schauspieler Keanu Reeves für die D-A-CH-Region auftreten.

So schaut´s aus am Racetrack.

Beim Ducati4U-Event in Oschersleben, bei dem ja auch nicht-desmodromisierte Trackday-Enthusiasten willkommen sind, war Roger Frei von Speedbox mit einer Yamaha R1 vor Ort, um einige zügige Runden abzuspulen. Dazu hatte er gleich drei Ex-Grand-Prix-Maschinen zum Ausstellen mitgebracht, um auf das erst 2018 ins Leben gerufene Racebike-Occasions-Business aufmerksam zu machen.

Diese drei Bikes waren: eine 130 PS starke Ex-Miguel-Oliveira Kalex Moto2 von 2016 mit Honda CBR600RR-Antrieb für 42.900 CHF. Ein 130 PS starkes Suter MMX2-Bike, das Alex de Angelis in der Moto2-WM 2014 pilotierte, ebenfalls mit CBR600RR-Motor, für 34.900 Schweizer Franken. Sowie ein Ex-Danilo Petrucci CRT-Bike aus der MotoGP-Saison 2013, mit Suter-Chassis und BMW-S1000RR-Triebwerk mit aktuell 230 PS Leistung (215 am Rad) behutsam gedrosselt, damit der Motor ein bißchen länger hält. Komplett entkorkt sollten um die 250 Pferdestärken für Vortrieb sorgen. Der Preis für das Petrux-Bike wird Interessenten gerne auf Anfrage mitgeteilt.

Derzeit stehen bei Speedbox zwischen 10 und 15 Rennmotorräder zum Verkauf: Ex-MotoGP-Werks-Kawa, Ex-Marquez Suter Moto2, Ex-Colin-Edwards Forward-Yamaha, ein Ilmor-MotoGP-Renner, um nur mal ein paar zu nennen. Alle Maschinen sind grundsätzlich penibel revidiert und von Grund auf neu aufgebaut, so dass Hobby-Trackdayfahrer, die lieber ein Ex-GP-Eisen anstelle eines getunten Serienbikes einsetzen möchten, sich zuerst einmal rein aufs Fahren konzentrieren können. Dazu stehen die Speedbox-Leute, die über beste Kontakte in die Rennszene verfügen, bei allen nur denkbaren Fragen mit Knowhow sowie bei der mitunter notwendigen Ersatzteilversorgung mit Rat und Rat beiseite.

Der Roadster Arch 1S mit Zweiliter Twin debütierte 2018.

Über den Kontakt zur Rennsportfirma Suter Industries, die auch für Arch Motorcycles spezielle Bauteile zuliefert, kam auch die Connection zur US-Firma zustande, für die Speedbox den Vertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz erledigen wird, sobald das notwendige Zulassungs-Prozedere mit Euro4 und allem Drum und Dran abgeschlossen ist; bezüglich der Homologation hat Arch bereits gewaltige Summen investiert.

Arch Motorcycles gehört dem Hollywood-Star und hemmungslos verstrahlten Motorrad-Enthusiasten Keanu Reeves, der die Company zusammen mit Bike-Builder Gard Hollinger vor ein paar Jahren ins Leben rief. Der Video-Clip (oben) vermittelt einen guten Eindruck, mit welcher Begeisterung es bei Arch und seinen Besitzern zugeht.

Als Reeves erstmals Hollinger aufsuchte, um eine Harley modifizieren zu lassen, sagte dieser sinngemäß: »Um den Motor kümmere ich mich, das Fahrwerk und den ganzen Rest kannst grad wieder mitnehmen.« Diese Anekdote lässt ahnen, nach welchem Credo die Arch-Bikes inzwischen gefertigt werden, nämlich als aufwändige und echte Fahrspass-Vehikel, bei dem ein fetter S&S-Twin zwar verdächtig nach Chopper aussieht, aber alles drumherum Racing-Hardware darstellt, von Öhlins-Komponenten über Carbon-Felgen bis hin zu feinsten Alu-Fräs- und Anbauteilen. Die Jahresproduktion bei Arch Motorcycles in Kalifornien bewegt sich im niedrigen zweistelligen Bereich, vielleicht 35 Exemplare wurden insgesamt bisher produziert, Klasse und Exklusivität geht also eindeutig vor Masse. Die Preise dürften sich zwischen 80.000 bis 110.000 Schweizer Franken bewegen, je nachdem ob Uncle Trumps Strafzölle fällig werden oder nicht.

Gebraucht, frisch revidiert und ready to race.

Auch wer sich kein Ex-MotoGP-Bike zuzulegen beabsichtigt: Der Name Speedbox könnte künftig durchaus öfter im Motorrad-Universum auftauchen, zumindest wenn es um Arch-Motorcycles und eine coole Anlauf-Location In Wettingen (bei Baden) im Zürcher Oberland geht.

Fotos: Buenos Dias

Info-Link: www.speed-box.ch

Video: von GQ via Youtube

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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