Neue BMW S1000RR als IDM-Superbike

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Julian Puffe (19) mit der BMW S1000RR vor der Meute.

Das Team von Werner Daemen setzt in der Superbike-IDM bereits die neue BMW S 1000 RR unter Ilya Mikhalchik und Julian Puffe ein. Der Ukrainer gewann bisher zweimal (1x Lausitz/1x Oleben, kassierte einen 2. Rang und einen Ausfall. Der Schleizer wurde einmal Erster, einmal Zweiter, einmal Dritter und einmal Vierter. Gasgriffsalat.com sprach mit Crewchief Jens Schulze, der für Puffe zuständig ist.

Grundsätzlich alles käuflich: Neue BMW S1000RR als IDM Superbike.

Was sind die größten Unterschiede zwischen der Serie und dem IDM-Bike?

»Wir fahren andere Gabel-Cartridges vorne. Der Stoßdämpfer hat unterschiedliche Federn, das Innenleben ist leicht modifiziert. Dazu kommen andere Bremsbeläge und Scheiben. Die Räder sind Schmiede-Alufelgen, die ein wenig leichter und punkto Verarbeitung etwas anders sind, das passt für Slicks besser. Die Größen und Felgenmaulbreiten entsprechen der Serie. Das Dashboard im Cockpit ist neu, das ist Teil des BMW Racekits und dieses Jahr kombiniert mit dem Data Recording. Die Verkleidung ist aus GFK. Dazu kommen noch andere Lenkerstummel, fahrerabhängig, sowie eine Akrapovic-Komplettanlage.«

Dashboard aus dem BMW-Racekit, kombiniert mit Data Recording.

Und beim Triebwerk?

»Die Motoren werden bei BMW in Berlin in der Rennabteilung aufgebaut. Für die Serie werden 207 PS angegeben. Was wir haben, ist kein großer Unterschied. Lass es mal 210 bis 215 PS sein, in dem Bereich. Manche denken, das sei soviel mehr, ist es aber nicht.«

Sind Anpassungen möglich, wenn der Fahrer sich etwas wünscht, mehr Power oben oder unten oder beim Ansprechverhalten?

»Grundsätzlich gibt es von BMW einen Race Calibration Kit, damit kann man einiges einstellen, der ist für dieses Jahr aber leider noch nicht fertig. Erst Mitte der Saison haben wir das zur Verfügung und können dem Fahrer dann schon ein bißchen helfen.«

»Grundsätzlich gilt für das gesamte Motorrad und alle verbauten Teile: So, wie das dasteht, kann sich das jedermann kaufen.«

Motor kraftvoller im unteren Bereich und Fahrbarkeit angenehmer, was hilfreich ist für schnelle Rundenzeiten.

Wie groß sind die Unterschiede vom Vorgänger zum diesjährigen neuen Bike, bei Gewicht und Leistung?

»Das neue Motorrad ist im Renntrimm respektabel leichter, der Unterschied beträgt 3 bis 4 Kilo Um das Mindestgewicht zu erreichen, mussten wir letztes Jahr nur 1 Kilo zupacken, dieses Jahr sind es 3 Kilo Ballast. Die Leistung blieb gleich, jedenfalls spüren die Fahrer spüren keinen großen Unterschied zum alten Motorrad. Das heisst, dass der neue Vierzylinder von Anfang an genauso gut ist wie der alte, der am Ende seiner Entwicklungpotentials war. Da ist noch einiges mehr rauszuholen, aber es wird ein paar Entwicklungsschritte dauern, um das genau einschätzen zu können.«

»Spürbar besser ist das Fahrverhalten, das sagen beide Fahrer; die Motoren wirken kraftvoller im unteren Drehzahlbereich und sind somit einfacher zu fahren. Die Fahrbarkeit ist viel angenehmer, was bei Rundenzeiten immer hilft, wenn eine saubere Kraftentfaltung geboten wird. Das Serienchassis ist schon vom Grundhandling ein Fortschritt. Beide Fahrer sagen, dass es im Renntrimm einfach ist, mit dem neuen Motorrad auf gute Rundenzeiten zu kommen, es ist also benutzerfreundlicher.«

»Ob es Freude bereitet, an dem Motorrad zu hantieren? Es ist schon schöner als das alte. Viele Details wurden verbessert. Es ist einfacher, damit zu arbeiten, im ganzen Rennbetrieb.«

Fahrverhalten: Das Serienchassis ist schon vom Grundhandling her ein Fortschritt, sagen beide Fahrer.

Mit welcher Lebensdauer ist zu rechnen, unter Racing-Bedingungen?

»Gute Frage, das wissen wir noch gar nicht. Geplant ist vorerst, wie beim Vorgänger nach der Hälfte der Saison ein frisches Triebwerk einzubauen, also zwei Motoren für die ganze Saison zu benutzen. So ist der Plan jetzt auch, in der Hoffnung, dass vorher nix kaputt geht. Momentan sieht aber alles gut aus. Wir haben mit dem Motor keine Kopfschmerzen, weil etwas nicht funktioniert oder nicht passt. Wir sind jetzt schon auf dem Level des alten, voll entwickelten Motorrads. Wir blicken eher zuversichtlich nach vorne, weil wenn weiter entwickelt und die Setups streckenspezifisch dann so im Detail ausgearbeitet sind wie beim alten Motorrad, dann lässt sich mit der Neuen sicher überall schneller fahren.«

Wo ist das Team stationiert?

»In Zolder, dort wurde letztes Jahr eine größere Werkstatt neu eingerichtet. Drei Leute arbeiten dort permanent, am Rennwochenende schwillt die Truppe auf 15 Personen an, die Hospitality nicht mitgerechnet. Auch ich stosse nur für die Renntage hinzu, sonst arbeite ich bei 2D und entwickle Data Recording-Systeme.«

Mikhalchik: Bisher zwei Siege, einmal Zweiter und ein Ausfall.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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