Nick Fischer, IDM Superstock 300-Einsteiger

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Nick Fischer (19): »Seit ich auf Rennstrecken unterwegs bin, langweilt mich das Fahren auf der Strasse.«

Normalerweise sieht man Manfred Fischer im Fahrerlager, weil er die Aktiven mit elf-Rennbenzin versorgt. Diese Saison trifft man den Ex-Rennfahrer (Deutscher Meister, 500er GP-Pilot, Europameister) beim Hantieren an einem Yamaha R3-Cup-Renner, mit dem Sohn Nick in die 300er Superstock IDM eingestiegen ist.

Nick Fischer ist 18 Jahre alt, also ein Racing-Spätstarter, der auf den Geschmack kam, nachdem er den Vater bei sporadischen Einsätzen mit einer Honda RC30 bei Klassik-Events begleitet hatte. »Da möchte ich auch mal mitfahren«, hatte er sich gewünscht, worauf der Senior eine 400er NC30, die kleine Variante der V4-Legende aktivierte, die auch noch in der heimischen Garage vorhanden ist.

Nach vier Classic-Event-Ausflügen mit der NC30 kam für 2019 Yamahas Paket-Programm mit der YZF-R3 Cup für die 300er Superstock IDM gerade recht, das unter der Zungenbrecher-Bezeichnung bLU cRU angeboten wird und Talenten im Rahmen einer blauen Community den Einstieg erleichtern helfen soll.

Manfred und Nick Fischer: mit YZF-R3 Cup in blauer Community.

Im IDM-Fahrerlager findet man Nick Fischer zusammen mit Julia Hämmer und Nina Schubrikoff in einem Gemeinschaftszelt zwischen Yamahas Hospitality-Truck und dem größeren Camp des MGM-Teams von Michael Galinski, der zwei Fahrer in der Superbike-IDM und einen in der 600er Supersport-Klasse betreut, aber zwischendurch auch immer ein Auge auf den 300er Nachwuchs hält.

Der Aufwand bei den Fischers: Bike, Werkzeugkiste, Ständer, Reifenwärmer, was zum Sitzen. Manfred kümmert sich ums Mopedsalben und versichert nebenbei, nicht die verkappte Eislaufmutter zu geben, die ständig pusht: »Nick will Rennsport betreiben; wenn ihm das Freude bereitet, ist das in Ordnung. Er soll einfach unbeschwert fahren und Erfahrungen sammeln. Wenn es gut läuft, schön. Wenn nicht, geht die Welt nicht unter.«

Nick Fischer, der gerade das Abitur gebaut hat und Mechatronik studieren will, fährt auf der Straße eine 125er Yamaha Supermoto. Eigentlich waren zuvor keine Racing-Ambitionen zu erkennen – einmal jedoch rief er zu Hause an und sagte cool: »Macht Euch keine Sorgen, nur die Jacke ist kaputt.«

»Gucken, wie es läuft und dann sehen, wie es weiter geht.«

Auf der anderen Seite im Zungenbrecher-Zelt ist irgendwie mehr Rockstar-Trubel: Mehr Besucher, mehr Musik, mehr Handy, Social Media und Sonnenbrille, mehr bunte Farbe und Verspieltes auf den Lederkombis, mehr Vibes und Body-Language. Der junge Hanauer, der keinen Nick-Name mehr braucht, hibbelt nicht aufgekratzt hin und her, ist ein Ruhiger, hatte ich jedenfalls den Eindruck, wirkt gelassen und lächelt verschmitzt, wenn man ihm ein paar Infos zu entlocken versucht.

Ob er vor den Rennen nervös ist? »Die 10 Minuten vorher und am Grid total, aber wenn die Startampel umschaltet, bin ich ganz ruhig.«

Was ist das Tolle am Rennfahren? »Es macht mehr Laune, ist wie eine Sucht. Seit ich auf der Rennstrecke fahre, langweilt mich das Fahren auf der Strasse. Vorher wollte man beim Ausfahren mit Freunden immer noch einen drauflegen. Das ist jetzt komplett weg und mir völlig egal.«

Der beste Tipp vom Vater? »Gute Frage, kann ich gar nicht sagen, weil er mir so vieles mitgegeben hat.«

Irgendein Ziel gesetzt? »Gucken, wie es läuft und dann sehen, wie es weiter geht.«

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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