Endurance-WM: 8H Oschersleben

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Erst sprinten, dann Gas geben: SRC-Kawa, Werks-Fireblade, SERT-Gixxer, Penzkofers Wepol-Yamaha, YART, FCC-Honda. 39 Teams waren am Start, immerhin 31 erreichten nach 8 Stunden das Ziel.

FCC TSR Honda France gewann die 8 Stunden von Oschersleben vor SRC Kawasaki France und der R1-Yamaha VRD Igol Pierret Expériences. Mit Platz 4 sicherte sich das Moto Ain-Team sowohl den Superstock-Sieg als auch den FIM Endurance World Cup.

Nach einer Handvoll Runden schmiss Gregg Black die SERT-Suzuki in Führung weg, danach rangelte dieses Quartett um die Spitze: Hernandez/Honda, Guarnoni/SRC-Kawa, Fritz/YART und Hook auf der FCC-Honda.

Vier der Favoriten-Teams kämpften beim deutschen WM-Lauf vom Start an um die Führung, bis 1,5 Stunden vor der Zielflagge ein Motorschaden die YART Yamaha dahinraffte, auf der Ölspur vor der schnellen Triple-Links rutschte dann die Fireblade von Honda Endurance Racing ins Aus.

Ende mit Schrecken: Nach 6,5 Stunden ging der Motor der YART-Yamaha hoch, auf dem Öl vor der Triple-Links rutschte die Werks-Fireblade unter Hernandez aus. Für beide war das Rennen beendet, die Pacecar-Phase zur Pistenreinigung währte lange.

FCC TSR Honda France wiederholte den Vorjahres-Sieg mit den Fahrern Josh Hook, Freddy Foray und Mike Di Meglio vor dem Team SRC Kawasaki France mit Jérémy Guarnoni, David Checa und Erwan Nigon. Die Grünen übernahmen damit die WM-Führung (mit 5 Punkten) vor dem großen WM-Finale in Suzuka Ende Juli. Für VRD Igol Pierret Expériences (Florian Alt, Florian Marino, Xavier Siméon) war Rang 3 der erste EWC-Podestplatz und so gut wie ein Sieg.

Pepijn Bijsterbosch: Die GERT56 BMW reiste als Leader der Superstock-Wertung an, trotz Aufholjagd nach Benzinpanne und Elektroprobs reichte es zu Platz 13 und das punktgleiche Moto Ain-Team schnappte den Titel mit dem 4. Gesamtrang vor der Nase weg. Nur 20 Sekunden fehlten auf P12, dann hätte es für den Titel gereicht.

Das Ain-Team mit Roberto Rolfo, Robin Mulhauser und Stefan Hill führte die Superstock-Klasse über 204 der insgesamt 303 gefahrenen Runden an und sicherte sich den 4. Gesamtrang sowie den Sieg in dieser seriennahen Kategorie vor Wójcik Racing Team 2 und BMRT 3D Maccio Racing. Der 4. Gesamtrang entschied am Ende auch über den Gewinn der FIM Endurance World Cup-Wertung, den das Ain-Trio punktgleich vor dem GERT56-Team gewann. Das deutsche BMW-Team mit Glöckner/Kerschbaumer/Bijsterbosch war als Cupleader angereist und zeigte nach einer Benzinpanne und elektrischen Problemen eine tolle Aufholjagd, die auf Platz 13 endete. Nur 20 Sekunden fehlten auf Platz 12, dann hätte der Superstock World Cup dem Trio gehört.

So ging es die erste Stunde im Formationsflug dahin: Honda, Kawa, Yamaha, Honda, BMW, BMW, Kawa.

Rote Rakete: Die Werks-Fireblade von de Puniet/Gimbert/Hernandez.

Zwei Stürze, da war für die SERT-Suzuki am Ende nicht mehr drin als Platz 10. Trotzdem liegt der Werks-Gixxer vor dem WM-Finale nur 5 WM-Zähler hinter der jetzt führenden SRC-Kawasaki.

Beschirmt: YART-Helden Niccolo Canepa/Marvin Fritz.

FCC-Honda im Pre-Flight-Modus: Umtüddelt wie auf einer NASA-Abschussrampe.

Grün ist scharf. Dito die Ständerkonstruktion.

Allez les Flics! Hier fährt die französische Polizei. Team 202 mit #22 besteht komplett aus Ordnungshütern und Parret/Maubourguet/Calia lenkten die blau-weiss-rote R1 auf Rang 24.

Die Honda-Box. Außer Rahmen und Motor (stehen außerhalb der Box) liegen praktisch alle Teile bereit, die man im Fall des Falles benötigen könnte.

Nach 6,5 Stunden: In der Staubwolke kugelt Hernandez mit der Honda ins Aus.

Schnell und problemfrei durchgefahren: Josh Hook auf der Sieger-FCC-Honda.

Rückschlag für die Schweizer Bolliger-Truppe bereits im Training: Roman Stamm stürzte und brach sich die rechte Mittelhand. Ein krummer Rahmen musste getauscht werden. Schließlich wurde das Trio Nigel Walraven, Julian Mayer und Marco Nekvasil zusammengewürfelt. Im Rennen löste sich bei Nekvasil ein Griffgummi – zack, flutsch und weg – dann kam Walraven zu Sturz. Weil die ZX10-RR nicht ansprang danach, ging es auf dem Abschleppwagen retour an die Box zur Reparatur. All das kostete viel Zeit. Am Ende langte es mit 15 Runden Rückstand für Platz 18 – hartes Brot.

Marvin Fritz lässt die R1 fliegen. Nur wenig später war die Dienstfahrt beendet.

Neuer Bridgestone Gummis für die siegreiche FCC-Honda plus eine Ladung Sprit. Beachtenswert: Der Hinterradständer (mit HRC-Sticker!) mit Mini-Rollen auf einer zusätzlichen Auflage, die das Radeinsetzen passgenau unterstützen. Und Achtung: Teppiche beim Boxenstopp gibt´s nur bei dieser Truppe.

Manchmal knubbelt es sich ganz schön.

Respekt: Die Motobox-Kremer-R1 wehrt sich wheeliesierend gegen die Weltmeister-Blade.

Jeder gegen alle: GSM Racing Suzuki (62) gegen LCR Endurance-Yamaha gegen die Motobox-Orange gegen Falcon Racing Rennes Moto-Yamaha. Weisses Licht = EWC-Klasse. Gelbes Licht = Superstock-Kategorie.

Out für das Penz13-Team: An der Wepol-Yamaha löste sich bei Rennhälfte ein Motorstopfen, die Reparatur nahm zuviel Zeit in Anspruch, deswegen wurde das Handtuch geworfen.

Stürze vermasselten der Junior Team LMS Suzuki den Renntag. Theoretisch hatten Rossi/Claire/Masbou noch Chancen auf den World Cup-Gesamtsieg. Aber mit Platz 17 lösten sich alle Hoffnungen in Luft auf.

Erwan Nigon zur Geisterstunde: Am Samstag gewann der Franzose nach zehnjähriger Kawasaki-Durststrecke einen IDM-Lauf für die Grünen, am Sonntag brauste der Gallier für SRC-Kawa auf Platz 2.

Too many problems für die British Endurance Suzuki (#31): Vorletzte, aber durchgehalten.

Webike Tati Beaujolais Trickstar Kawasaki: Toller 7. Platz für die französisch-japanische Kooperation.

Au weia, hier klemmt das Ventil der Tankanlage! Alle Schutzengel waren vor Ort, um ein Feuer zu verhindern. Am Ende landete die Motobox Kremer Yamaha unter Dehaye/Ortiz auf dem guten 16. Platz. Dabei war das Dash ausgefallen, also auch der Drehzahlmesser, dazu wurde händisch gekuppelt und geschaltet, denn der Quickshifter hatte sich ebenfalls abgemeldet.

Artistisch malen mit Kawasaki-Grün geht auch.

SRC-Kawa: Sprit fassen und weiter gehts.

#90, Team LRP Poland landete auf Platz 14.

Superblöd gelaufen: Beim Sturz der Werks-Suzuki nach 5 Runden wurden Kiesbett-Steine auf die Strecke geworfen. Einer davon wurde vom Vorfahrer aufgeschleudert und traf Glatzkopf Sheridan Morais an der Hand, der mit Ach und Krach noch die Box anlief, die natürlich nicht vorbereitet war auf einen Wechsel. Die Diagnose – gebrochen oder schwer geprellt – war nicht ganz klar, auf jeden Fall war der Ire fortan außer Gefecht. Der Brassel warf die Penz13-Yamaha-Truppe eine Runde zurück. Dazu passte, dass bei Rennhälfte die R1 einen Motorstopfen ausspuckte. Die Reparatur dauerte zu lange, was folgte, war die erste Aufgabe dieser Saison.

Die Yamaha des Penz13-Teams, hier mit Michael Laverty: Schnell, aber diesmal glücklos.

Entscheidend: Das Coyote-Team lag im Ziel 20 Sekunden vor der Gert56 BMW (hier unter Kerschbaumer).

Platz 5 für die farbenfrohe Fany Gastro BMW mit Hanika/Jezek/Chmelik.

Die Großen unter sich: SRC-Kawa, Honda Endurance und FCC-Honda.

Bastien Mackels half auf der Tati-Trickstar-Kawa mit aus.

Dritter Platz für die 333: Hier übernimmt Florian Alt.

#101, Team Aviobike, Platz 21. Marco Nekvasil, der nach langer Pause mit der Bolliger-Kawa (#8) als Ersatzmann einsprang. Die ERC-BMW (#6) unter Mathieu Gines, die auf Rang 19 ins Ziel dampfte.

Platz 6 für die Wojcik-Yamaha unter Szkopek/Krzemien/Steinmayr. Plus Rang 2 in der Stock-Kategorie.

Strahlemänner: Platz 2 für die Grünen Guarnoni, Nigon, Checa. Sieg für das FCC Honda-Trio Hook, di Meglio, Foray. Platz 3 für die #333 mit Simeon, Alt, Marino.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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