Werks-Kawasaki ZX-10RR für Suzuka 8H

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2019er Werks-ZX-10RR für Suzuka 8h: Studieren erlaubt.

Das Kawasaki Racing Team hat am 3./4. Juni mit Rea/Haslam eine neue ZX-10RR in Suzuka getestet, mit Blick auf das 8H-Rennen Ende Juli. Das Projekt ist ein offizieller Werkeinsatz, allerdings war diesmal mehr denn je Personal aus dem Superbike-WM-Team mit vor Ort. Wie alle Top-Teams in Suzuka rollt auch die grüne Endurance-Granate auf Bridgestone-Gummis, statt der in der Superbike-WM üblichen Einheits-Pirellis. Nach zwei Testtagen figurierten die Grünen auf P4 der Zeitenliste, waren allerdings schneller als mit dem Vorjahres-Bike. In den letzten drei Jahren landete die Werks-Kawa stets auf dem Podest, rechts oder links, aber nie ganz oben. Das soll dieses Jahr nach Möglichkeit geändert werden. Dafür wird jetzt weiter entwickelt, dann kehrt Haslam noch einmal  für einen weiteren Test der Werks-Endurance-ZX-10RR nach Suzuka zurück.

Die Blauen drehten auch ihre Kreise.

Jonathan Rea sagte: “I feel happy where we are for a first test. We are in some ways jumping into this project at zero because we have a new ZX-10RR, which is a little bit different from last year. We have used these two days to understand the window the bike is working in. We have been focusing on our 8 Hours specification bike, understanding fuel consumption, riding position and set-up. The most positive thing is that Leon and I are both working in the same way, the lap time is respectable – faster than last year – and more consistent. There are also clear areas to improve, so it has been a positive test.”

Aufwand: Rea und Haslam plus mehr SBK-WM-Personal aus Europa denn je.

Leon Haslam: “It has been a good first test and we have a little bit different structure in the team this year, with more KRT WorldSBK staff in there. For a first go, I am pretty happy. These two days were about evaluating big areas, so we need a clear direction which we managed to find. It was also to get up to speed to know how to ride this bike on these tyres when we come to race weekend. The lap times were the quickest we have been and I feel like we have only just started with getting feeling from the bike, the new set-up, plus a new engine character that is quite different to last year. We have tried lots of things over the last couple of days. We got through most of our test items and I am back here again in a couple of weeks.«

Das Fotomaterial ist interessant, weil es auch Einblicke unter die Haut und in die Technik erlaubt. Nachfolgend sind hier einige ausgebreitet und kommentiert. Enjoy!

Wot? Kein Akrapovic? Sondern buntes von Beet.

Kohlefaser-Verschalung, Mörder-Kühler von Taleo Tecnoracing (aus Spanien), der Kühlerhalter hat die Ersatzteilnummer 461-007 – gut zu wissen.

Nur vom Feinsten: Die Magneti Marelli Elektronik, High-End statt Einheits-Zeug, findet hinter der Airbox-Platz.

Im Territorium von Jim Knopf. Geheimnisvoller grüner Pfeil. Protektor-Lenkerende.

Keine kleinlichen Bremsscheiben. Felgen könnten Schmiede-Marchesinis sein.

Hitzeschutzfolie unterm Tank, wie einst bei der Mondlandefähre der Nasa.

Die Startnummern sind noch simple Klebefolie, nicht das endgeile, nachtleuchtende Fluo-Zeugs, das sicher noch folgt, weil vom Reglement vorgeschrieben.

Was hat es mit dem Kunststoff auf dem Ritzel auf sich? Gute Frage?

Normal sind solche Schwingen sicher nicht. Beachtlich: Die beengte (aber massenzentralisierte) Batterie-Position. Auch das Triple-Winz-LED-Rücklicht hat es in sich….

…wie man hier sieht.

Mörder-Showa-Gabel, violettblau beschichtet, mit Brembo-Kneifern.

Magneti Marelli Dash.

Honda-Griffgummis, Kurzhub-Gasgriff und schön bearbeitete Hebeleien.

Personalmangel? Nicht bei Kawa. Den Showa-Mann erkennt man auch daran, dass er keine Turnschuhe mit grünen Applikationen trägt. Dafür glänzt der Dämpfer in der Hand teils grün eloxiert.

Werks-Cockpit-Aussicht.

Müsste eine Kleintank-Vorrichtung sein.

Gefräste Umlenkhebeleien.

Haslam wird demnächst nochmal testen.

 

Die Frage ist: Schafft es Kawa, Suzuka grün durchzufärben?

Fotos: Kawasaki

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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