Twin-Cup Lausitzring: Tim Holtz erzählt

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Youngster Tim Holtz startete beim IDM-Auftaktrennen zum Twin-Cup am Lausitzring auf seiner Yamaha MT-07 und erzählt hier wie es war:

Hinter der Segelstange: Tim auf der MT-07.

»Das Lausitz-Wochenende zum IDM-Auftakt war eher kurz, nachdem ich erst Freitagabend per Zug anreisen konnte, weil die Berufsschule auf dem Programm stand. Das Motorrad hatte mein Vater zuvor zur Rennstrecke transportiert. Die ersten drei Traingssessions fielen flach. Ich bin dann Samstags also direkt ins Zeitraining gestartet, musste mich erstmal einfinden hinter der Segelstange und anfreunden mit dem relativ neuen Motorrad, weil ich vorher nur einmal einen Tag damit gefahren bin. Zum Glück war die Session 25 Minuten lang. Ich habe mir also zuerst die Linie angeguckt und wo man schaltet, und habe es dann bis zum Ende des Quali geschafft, eine schnelle Runde hinzudrücken, die mit superknappem Vorsprung für die Pole reichte, mit 5 Tausendstel Vorsprung.«

»Der Start klappte wunschgemäss, ich bog als Erster in Turn 1 ein und konnte gleich eine stramme erste Runde hinlegen, wobei ich davon profitierte, dass sich die Verfolger nicht ganz einig waren. So war es möglich, eine Lücke aufzureissen, um ausser Windschatten-Reichweite zu sein, was wichtig ist, weil die Yamaha nicht die meiste Leistung hat von den drei verwendeten Fabrikaten im Twin-Cup, was nach Prüfstandläufen klar wurde. Deshalb war ich doppelt froh, alleine meine Runden abspulen zu können und als Führender den Abstand auf 2,5 bis 3 Sekunden zu halten. Hinter mir sah schließlich Daniel Bergau die Zielflagge, dahinter Steven Bussemer. War ein gutes Gefühl da oben auf dem Podest.«

Diese Farbe beim X-803 von X-lite heisst Ultra Carbon Agile Tinto Blue 49. Passt zur Startnummer.

»Im zweiten Rennlauf wurde ich am Start nach hinten durchgereicht und bog als Vierter in die erste Kurve ein. Es war nicht einfach, aber in der ersten Runde gelang es mir, gleich einen Platz gut zu machen. Als Dritter in der zweiten Runde konnte ich dann dem aus Windschatten auf der Bremse den Zweiten und den Ersten auf einmal überholen und mich danach mit ein paar schnellen Runde etwas absetzen, während die beiden hinter mir sich ordentlich ineinander verkrallten. So konnte ich das Rennen über die Distanz bringen und erneut gewinnen.«

»War ein gutes Gefühl da oben auf dem Podest.«

»Es war ein schönes Wochenende mit der Pole und zwei Laufsiegen und ich bin gespannt, wie es weiter geht mit der Saison. Die MT-07 funktioniert prima, die Fahrbarkeit hat einiges kompensiert, ich bin mehr als zufrieden. Schönen Dank auch an meinen Papa Thomas und das MGM-Team, ich wurde toll unterstützt, mit Tipps und Ratschlägen – weil es ist immer schön, wenn die Leute an einen glauben und Dich das auch spüren lassen.«

Text: Tim Holtz, #49, Fotos: JPK/Cojones-Pictures

Nachtrag vom Salatprynz: Es gab nach den Trainings Yamaha-Fahrer, die über zu wenig Leistung klagten, auch ein paar Teamchefs hoben die Stimme. Darauf hob Orga-Kapitän Sascha Schoder drei Referenzbikes auf den Prüfstand. Ergebnis: Yamaha 72 PS, Suzuki 74 und Kawasaki 78 PS. Hintergrund ist, dass die Kawa serienmäßig 67 PS drückt und deshalb aus der Kapitänsetage im Vorfeld die Erlaubnis erhielt, nachzubessern, was mit zwei neuen Nockenwellen und per Steuergerät erfolgte. Dass das grüne Tuning die maximal zulässige Grenze von 78 PS im Twin-Cup ausnutzt, ahnte vorher offenbar keiner. Zumindest für die Yamahas wurde deshalb jetzt vereinbart, dass MGM/Michael Galinski, der für die Blauen oben drüber schaut, eine Lösung austüftelt, die die Leistung der MT-07 anhebt auf ein Niveau etwa zwischen der Suzuki und der Kawasaki. Per Powercommander wäre ein Denkansatz. Damit ab dem zweiten oder dritten Saisonrennen alle mit ähnlich gleichen Waffen gegeneinander antreten, so wie es die Multimarken-Philosophie im Twin Cup ja auch vorsieht. »Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und steht heute noch« grunzte es dazu vom Boxendach, also Ruhe bewahren, alles ist gut, jedenfalls nicht komplett Quark und wird nur noch besser – bei der nächsten Station in Zolder.

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Tim Holtz

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