Reinoldus Langstrecken Cup Nürburgring

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Mischer auf: Jürgen Geyer fährt 2019 für das Edeka Engels PJP Team.

Am Wochenende wurde das Auftaktrennen der RLC-Saison 2019 am Nürburgring abgewickelt. Das Kürzel steht für Reinoldus Endurance Cup. Genannt hatten 34 Teams. Als am Samstagmorgen sieben Streckenposten ausfielen, wich der Veranstalter von der üblichen GP-Strecke aus auf die kürzere Variante, die sonst für die IDM benutzt wird, gleichzeitig gab es keine Punktevergabe. 11 Teams waren damit nicht einverstanden, liessen sich das Startgeld erstatten und verzichteten auf einen Start.

Warmlauf-Meditation in Box 17.

In Box 17 gab es ein Blech mit Blaubeerquarkkuchen, also schlich ich mich ein, täuschte Interesse vor und bat Jürgen Geyer um ein paar Infos.

Warum fährst du RLC?  Jürgen Geyer: »Weil die 5 oder 6 Rennen alle am Nürburgring über die Bühne gehen, alle am Wochenende normalerweise. Das heisst, die ganze Organisation drumherum, mit Urlaub nehmen, Betreuer und Helfer finden, ist einfacher zu bewältigen. Und die GP-Strecke ist schon richtig schön.«

Dennis Vermoesen des siegreichen Trax-Racing-Teams aus Belgien.

Was kostet der Spass, was muss man rechnen?  Jürgen Geyer: »Du brauchst mindestens einen Vorderrad- und zwei Hinterradreifen pro Motorrad, wir fahren in der Klasse 1 zu dritt, jeder mit seinem eigenen Motorrad, etwa 100 Euro Sprit, dann ist man schon bei 550 bis 650 Euro, dazu ein bißchen drumherum macht grob 1000 Euro. Das Motorrad nicht mitgerechnet, und evtl. Sturzschäden auch nicht. Die Startgebühren betragen 900 bis 1.000 Euro für ein 6-H-Rennen, für das 8-H Rennen etwas mehr, um 1200 Euro. Pro Team jeweils.

Mehr Ei statt Quitte im Gelb, ergo keine Verwechslungsgefahr.

Das ist es wert?  Jürgen Geyer: »Auf jeden Fall. RLC ist immer eine schöne Veranstaltung. Der einzige Nachteil ist, dass die Termine oft im Anschluss an VLN-Auto-Events liegen, das Fahrerlager ist lange voll und man kann relativ spät erst rein und die Boxen beziehen. Für mich ist das aber nicht so schlimm, wir sind gut organisiert, und ich könnte wegen meiner Arbeit eh nicht viel früher da sein.«

Ordentlich was los in der Pitlane, trotz reduziertem Starterfeld.

Was ist der größte Unterschied zu DLC, dem Deutschen Langstrecken Cup?  Jürgen Geyer: »DLC findet auf verschiedenen Strecken statt, ist also aufwendiger, neben Hockenheim und Oschersleben sind Dijon und Most mit dabei, man reist also quer durch Europa, das verkompliziert alles mit der Helferstruktur, die Belastung nimmt schon andere Dimensionen an. Außerdem hat die DLC dieses Jahr den Status einer Deutschen Meisterschaft erhalten. Ich bin schon einmal RLC und DLC in einem Jahr gefahren, das war hart. Dieses Jahr starten mein Team auch bei den 1000 km in Hockenheim, das zählt als erstes Rennen zur DLC.«

Eins von den Teams, die auf den Start verzichteten und vorzeitig einpackten.

Du fährst schon ein paar Jahre?  Jürgen Geyer: »Ich habe 2012 damit angefangen, es ist immer noch schön und macht Spass. Klar, macht man sich schon mal Gedanken, nach der einen oder anderen Verletzung, aber in der Summe ist es eine runde Sache. Ich mag die Leute, das Fahren, den Sport, alles.«

Du teilst Dir mit Rainer Friedmann von Fireblade-Forum, der auch Trackdays fährt, die Werkstatt zu Hause. Seine Hondas sind gelb, Deine Yamaha jetzt auch. Die Teile-Verwechslungsgefahr muss immens sein?  Jürgen Geyer: »Kein Problem, bei mir ist mehr Ei drin, in Rainers Gelb mehr Quitte.«

Suchspiel: Wer erspäht die Transponder-Wechselhand?

Du steckst 2019 in einem neuen Team, warum?  Jürgen Geyer: »Ich fahre jetzt für das Edeka Engels PJP Racing Team, mit meiner R1-Yamaha. Meine Teamgefährten sind Karsten Jehle auf BMW und Reiner Heinrichs auf einer Kawasaki. Im Viva Racing Team, das ich mitbegründet habe, gab es einige Änderungen. Weil ich hier ein neues Team gefunden habe, habe ich meinen Platz an Bobby Bos, der auch noch IDM fährt abgetreten; das ist ein guter Freund von uns. Er war schon als Gaststarter dabei, so kommt er auf mehr Fahrzeit. Zurückkehren ist für mich immer eine Option.«

Trax-Team mit properem Auftritt.

Das technische Niveau in der RLC?  Jürgen Geyer: »Die Motorräder sind auf hohem Niveau. Auch wenn alles käuflich sein muss und keine Prototypenteile zulässig sind, findet schon ein Wettrüsten statt. Positiv ist, das 2019 in der Klasse 1 keine großen Tanks mehr zulässig sind, das hat die Resultate verfälscht, weil wennst eine Stunde fahren kannst und andere nur 35 Minuten, reduzierte das Boxenstopps und die Standzeit und man landete weiter vorne, obwohl man gar nicht schneller war. Jetzt ist nur noch der Serientank zugelassen.«

Im DLC-Rennen über 6 Stunden landete das blau-gelbe Edeka-Trio auf Platz 2 in der Klasse und Platz 3 in der Gesamtwertung. Eine ordentliche Portion Dusel hatte Karsten Jehle, der die Kettenritzel-Mutter der S1000RR verlor, Jürgen Geyer hatte das passende Ersatzteil inklusive Sicherungsblech noch im Ersatzteilfundus aus früheren BMW-Jahren dabei.

Platz 2 in der Endurance-Klasse 4 für die RTC-BMW.

Den Gesamtsieg holte sich das schnelle Trax-Team mit Tavernier/Hattas/Vermoesen (2x BMW, 1 x Yamaha) aus Belgien vor der RL2-Endurance-Truppe mit Marc Neubauer/Daniel Müller/Sebastian Ahrens, die ihre Bremsbeläge sehr sparsam und ökonomisch bis aufs Metall aufbrauchten, die beiden letzten Runden jedenfalls und den Klassensieg in der Endurance-Klasse 4 davon trugen, vor dem RTC-Team aus der Schweiz mit Müller/Fehr/Lehnherr. In Klasse 2 (600er/750er) setzte sich Fake News Racing durch gegen das Driftwood Racing-Trio. Das Eifelwetter war super, speziell für April, die Action unterhaltsam, hier noch ein paar Bilder:

Deluxe-Racing Team (2 x Honda, 1 x Suzi): Platz 8 in Klasse 1.

Huch, gelbe Kawa: Reiner Heinrichs, Teamgefährte von J. Geyer.

@ work: Dem Cracking Mechanics Team ist selten langweilig. Und alles wird videoisiert.

Geht los gleich.

RTC-Team vor Preuss-Racing.

Das HRT-Team war nach 66 Runden draussen.

Marc 7 aka der Auswringer: Sieg in der Endurance-Klasse 4 für das RL2-Team.

DNF: keine Zielflagge für das Team MSD by Cracking Mechanics.

Dritter Platz in Klasse 1 für das BGO-Trio Reh/Schuler/Seidler.

P7 für Christian Stupperich & Kollegen.

GP-Kurs geradeaus war dicht, also rechts rum in die Kurzanbindung, eng, holprig und abschüssig.

Schön bunt: Das Fake News-Team, hier mit Andy Anen, gewann die Klasse 2.

Schnelle Feinschmecker: Platz 4 in Klasse 2 für das MMD-Team.

Der armen RSV4 half dann auch kein Panzertape mehr.

Klasse 1 Podest: Trax-Trio vor Edeka und BGO.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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