Winglets von GripOne zum Nachrüsten

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Winglets holen Speed aus der Luft.

Als Flügel und Winglets im MotoGP-Sport auftauchten, gab es nicht wenige Diskussionen über Optik, Aerodynamik und bedrohlich scharfe Kanten. Inzwischen haben sich die Turbulenzen beruhig, weil ohne Aero-Tricks fährt in der Racing-Topliga längst niemand mehr. Wie unterschiedlich in Form und Größe diese Flügelprofil-Bauteile ausfallen und wie stark die Aerodynamik beeinflusst werden soll, darüber hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie. Ein wichtiger Aspekt ist, dass sich die Thematik von Piste zu Piste unterschiedlich auswirkt, während die Teams gleichzeitig nurmehr einen Winglet-Typ einsetzen dürfen, der auf allen Strecken gleich sein muss, wenn er denn genutzt wird. Als Alternative statthaft ist lediglich, ohne Flügelwerk zu fahren.

 

Warum Winglets? Welche Wirkung soll damit erzielt werden? Zum einen den Anpressdruck am Vorderrad erhöhen, was in schnellen Kurven ein besseres Feeling für die Fahrzeugfront vermitteln hilft. Zum anderen beim Beschleunigen die Fahrzeugfront am Boden halten und Wheelies entgegenzuwirken, weil dadurch bedingt die Traktionskontrolle weniger die Power beschneiden muss, was die Beschleunigung verbessert.

Optisch schon ein Hingucker: Beflügelte Honda CBR1000RR Fireblade.

Serienmäßig bieten inzwischen Ducati Panigale V4 R und Aprilia RSV4 1100 Factory vom Serienband weg beflügelte Outfits an. Alle anderen Hersteller großvolumiger Sportbikes für die Straße liessen den Winglet-Zug bislang vorbeifahren. Wer als Fireblade oder R1-Fahrer auf denselben aufspringen will, bei Trackdays wie auf der Straße, dem wird jetzt mit Carbon-Flügeln zum Nachrüsten geholfen.

Hübsch verpackt: So verpackt kommen die Carbon Winglets von GripOne beim Kunden an.

Laut Hersteller GripOne passen diese Winglets auf alle verkleideten Supersportler. Die Bestigung erfolgt über Schrauben und Haltewinkel, es müssen also entsprechende Bohrungen an die Verkleidungsflanke angebracht werden. In Deutschland bietet die Zubehörfirma Micron Systems aus Fürth die Carbon-Flügel von GripOne an. Der Preis für einen Satz liegt bei 398,- Euro.

Entdeckt hat der Salatprynz die Nachrüst-Winglets beim Messe-Trüffeln in Dortmund in einer Glasvitrine. Armand Mottier von Micron System erzählte, das einige Kunden nach ersten Trackdays-Erfahrungen bereits Feedback gegeben hätten, die Wirkung sei auf jeden Fall gut zu spüren. Inwieweit die Flügel bei Einsatz auf der Straße einer Eintragung in die Kfz-Papiere bedürfen, sei derzeit noch nicht geklärt, also eher eine Grauzone, zumindest in Deutschland.

Crew-Chief Diego Gubellini 2018 mit Franco Morbidelli.

Wissenswert außerdem: Hinter der Marke GripOne und Hersteller Gubellini steht eine Persönlichkeit, die im GP-Rennsport zu Hause ist. Der Italiener Diego Gubellini arbeitete Jahrelang im Team von Fausto Gresini. Zunächst als Data-Recording-Spezalist in der 500er und 250er Klasse und seit 2012 als Crew-Chief. Die Liste der von ihm betreuten Fahrer: Alex Barros (1997), Fabrizio Pirovano (1998), Stephan Chambon (1998), Daijiro Kato (2001-2002), Sete Gibernau (2003), Colin Edwards (2004), Marco Melandri (2004). 2005-2007), Alex De Angelis (2008), Shinya Nakano (2009), Hiroshi Aoyama (2011), Michele Pirro (2012), Scott Redding (2014) und Stefan Bradl (2015-2016). Bei Marc VDS-Honda betreute Diego Gubellini 2017 Tito Rabat und 2018 Franco Morbidelli. 2019 arbeitet er im Petronas-Yamaha-Team für Fabio Quartararò.

Die Firma Gubellini begann 2008 mit der Entwicklung von Traktionskontrollsystemen für Renn- und Straßen-Bikes, danach folgten elektronische Anti-Wheelie- und Launch-Control-Systeme sowie Quickshifter. Die Winglets in Carbon sind der Versuch, sein angesammeltes aerodynamisches Wissen auch Interessenten über die MotoGP-Szene hinaus zukommen zu lassen.

Link zu Micron-Systems

Fotos: Buenos Dias, Micronsystems, Michelin

Video via Youtube

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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