Vorschau: BMW S1000RR-Tester Tim Holtz

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Coming soon: Tim Holtz wird die neue BMW S1000RR für Gasgriffsalat.com fahren.

Trackday-Youngster mit Routine: Tim Holtz, R1, 2018 bei den 1000 km in Hockenheim.

Nächste Woche Dienstag, am 5. März, geht in Estoril die offizielle Fahrpräsentation der neuen BMW S1000RR über die Bühne. Der Medienschar, die aus Ländern rund um den Globus nach Portugal anreist, wird dann erstmals Gelegenheit gegeben, auf der Rennstrecke mit dem neuen Superbike zu fahren und Eindrücke zu sammeln. Am Start werden alle Wichtigen und Schnellen der Szene sein, erfreulicherweise auch der Gasgriffsalat, für den Tim Holtz mit von der Partie sein wird.

Geheimnis: Die Unterschrift von Lucas Mahias, Supersport 600-Weltmeister 2017, macht noch schneller.

Die 2019er S1000RR, die zur Mailänder Messe Weltpremiere feierte, ist der Nachfolger jener RR, die seit 2009 im Superbike-Universum die Koordinaten verschoben hat, zu Lasten der vier Japaner, denen punkto Power und schlauer Fahrhilfen regelrecht das Wasser abgegraben wurde. Zuletzt hat sich Yamaha mit der R1 nach am ehesten gegen Bayerns großen Wurf wehren können, Ducati mit der Panigale V4 sogar ein paar Briketts vorgelegt, auch Aprilias RSV4 in immer schärferen Factory-Ausgaben sollte man nicht vergessen. Aber so richtig unterbuttern vermochte den Inline-Four-Kraftprotz in Lederhosen bislang niemand.

Mal eben für den Gasgriffsalat in den Süden düsen und BMW´s neue S1000RR abchecken. Tim Holtz darf das nächste Woche, am Dienstag, den 5. März in Estoril.

Deswegen haben sich die Blau-Weißen für 2019 quasi selbst überholt. Zumindest auf dem Papier. Mit 207 PS bei 13.500/min, 197 kg fahrfertig vollgetankt (193,5 Kilo in der M-Version mit Carbonrädern) und 299 km/h Spitze. Dazu gibt´s Shift-Cam-Technik, leichteren Auspuff, hochgestochene Elektronik, optimierte Fahrbarkeit , neues Flex-Frame-Chassis mit Full Floater Pro-Schwingen-Anlenkung, auf die Spitze getriebene Ergonomie, TFT-Display im Cockpit, LED-Lichttechnik, plus mehr Traktion, besseres Handling und neuen Look. Kurzum alles, was schnell und begehrenswert macht.

Wen würden Sie entsenden, um Bayerns schärfstem Aushängeschild auf den Zahn zu fühlen? Irgendeinen Renngott, einen ausgebufften Test-Routinier, vielleicht sich selbst? Der Gasgriffsalat schickt Tim Holtz, einen Blondschopf aus Hannover, der just for Fun bei Trackdays seine Kreise zieht.

Tim ist 19 Jahre alt, kreist aber seit bereits 7 Jahren über Rennstrecken. Aprilia und Duke 125, Honda VFR400, KTM 690 Duke, Triumph Street Triple und Daytona 675, zwischendurch sogar eine KTM 1290 Super Duke waren die Stationen. Als es anfing mit der Trackday-Bürsterei, zusammen mit Vater Thomas, nannte sich das Duo aus Niedersachsen »One and a half Man Racing Team«. Lustigstes Erlebnis dieser Aufbauphase: Als der Junior schneller als der Senior seine Kreise drehte. Inzwischen hat er sich mehr als beachtlichen Speed angeeignet.

2018 mit den Routiniers Michael Galinski/Jörg Teuchert bei den 1000 km Hockenheim.

Nach Trackdays startete Tim im Street Triple-Cup und wurde 2015 Vizemeister. In der DRC Moto Lightweight kassierte er 6 Siege bei 6 Starts mit einer 690er Duke. Außerdem wurden Gaststarts in der Supermono-EM und im ADAC Junior Cup mit der RC390 absolviert. 2015 gelangen dem Talent 20 Siege und er gewann die Klasse 600 Supersport der Bike Promotion-Serie. Ähnlich ging es 2016 weiter. Tim wurde Vize in der Triple Challenge und gewann bei BP die Pirelli Superstock 600-Serie. Ende 2016 war er auf einer Yamaha R1 angekommen, brauste zusammen mit Michael Galinski und Jörg Teuchert bei den 1000 km Hockenheim 2018 als Zweiter ins Ziel. Dazu nahm er die 1000er Klasse in der DRC aufs Korn, stand bei 14 Starts ebenso oft auf dem Podest, kassierte 8 Siege und den Titel. Beim Gaststart im Twin Cup in Assen auf einer Suzuki SV650 setzte es ebenfalls zwei Siege.

Auf dem Weg zum 1000er DRC-Titel 2018: 14 Starts, 8 Laufsiege, kein Sturz.

Heuer sind lediglich 3 Wildcard-Starts mit einer R6 in der Supersport-600-IDM (Oschersleben, Assen, Most) geplant, dazu ein paar Trackdays. Im Vordergrund steht, die Ausbildung abzuschließen, natürlich möglichst frühzeitig. Tim Holtz, der als Hobby Handball, Baseketball und Gitarre spielen angibt und auf seiner Lieblingstrecke Oschersleben bereits vor zwei Jahren eine Rundenzeit von 1.27,9 min hinzauberte, fährt gerne schnell Motorrad, weil es ihm Freude bereitet. Eine Rennprofi-Karriere stand nie im Raum. Als angehender Groß- und Außenhandelskaufmann peilt er lieber realistischere Ziele an: »Ich möchte im Beruf einmal genug verdienen, um später weiter Motorrad fahren zu können.«

Vor dem Mofa-Alter rührte Tim auch bereits mit einer Super Duke 1290 R auf der Rennstrecke um.

Die Vorfreude bei Gasgriffsalat.com, dass Tim Holtz das BMW-Event mit der neuen S1000RR in Estoril wahr nimmt, hat sich bereits beachtlich hochgeschaukelt. Nicht ganz auszuschließen ist, dass der Salatprynz aufgeregter dem Testabenteuer entgegen blickt als der Youngster selbst. Tim wird das Kind schon schaukeln.

Fotos: Buenos Dias, BMW, Archiv Holtz

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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