Repsol-Honda-Team 2019 Vorstellung

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Die Teamvorstellung des Repsol Honda Teams für die MotoGP-WM 2019 begann in Madrid mit einer halben Stunde Verspätung, was die Geduld alle jener strapazierte, die weltweit im Internet auf den Livestream warteten. Einer der unzähligen externern Live-Chat-Kommentare, die über den Monitor prasselten, merkte dazu ebenso sinnig wie lustig an: »46 is never late«.

Weil die Zusammenarbeit von Honda und Repsol 2019 ins 25. Jahr geht, wurde groß aufgefahren. Zum Jubiläum erschienen neben Marc Marquez und Jorge Lorenzo noch Mick Doohan und Alex Crivillé. Doohan gewann 1995 gleich den ersten 500er GP (in Australien) für den damals neuen Hauptsponsor, Crivillé im gleichen Jahr erstmal in Barcelona in dieser Konstellation. Doohan hatte 1994 bereits einen WM-Titel eingefahren, weitere vier unter der Repsol-Honda-Flagge folgten 1995-1996-1997-1998. 1999 verletzte sich der Australier, was sein Karriereende einleitete, dafür sprang Crivillé in die Bresche und holte den ersten Königsklassen-Titel nach Spanien.

Repsol´s Fab Four: Doohan, Marquez, Lorenzo, Crivillé

Die Erfolgsstatistik aus 25 Honda-Repsol-Jahren in der 500er Klasse seit 1995 und der MotoGP-Klasse seit 2002: 401 WM-Läufe, 168 Siege, 14 WM-Titel, 427 Podestplätze, 182 schnellste Runden und 177 Poles. Repsol-Direktor Antonio Brufau merkte an, dass der spanische Ölkonzern insgesamt sogar seit 50 Jahren Motorsport-Sponsoring betreibt, wahrlich eine stolze Zahl. Angel Nieto zählte zu den Ersten auf zwei Rädern, die Unterstützung erhielten.

Zur Präsentation traten Marquez und Lorenzo erstmals zusammen auf. Damit der Mallorquiner nach der Kahnbein-OP vor zwei Tagen überhaupt ins Leder schlüpfen konnte, war der linke Ärmel der Kombi zum Anziehen extra mit einer Erweiterung versehen worden. Interessant auch, wie Marquez die Kompliziertheit seiner Schulter-OP, die ja bereits am 4. Dezember erfolgte, umschrieb und dazu die langwierige Reha-Bemühungen andeutete, was etliche Social Media-Beiträge bei Twitter & Co in den letzten Wochen ja schon vermittelten. Quasi als Reminder, dass GP-Götter, die Verletzungen immer wieder mit irrer Selbstverständlichkeit wegstecken, auch nur Menschen aus Fleisch und Blut sind, deren Körper nach Verletzungen genesen und deren Knochen wieder zusammenwachsen müssen.

1 aka 93 + 99 = Titel-Hoffnungen.

Was die beiden Superhelden schließlich sagten, im O-Ton:

Marc Marquez:»It is a privilege to be part of the family that is the Repsol Honda team. When I was young and I watched races from the sofa at my house I wanted to be here wearing these colours. It was a privilege to start collaborating with Repsol and have their support in the Spanish Championship and, later, to work with them in the World Championship. And now I’m here, helping Repsol and Honda win more titles, making their history even more successful. It’s something that makes me very happy. When I was in Moto2 I knew that I wanted to ride for them and I wanted to win the MotoGP title. That’s why, when journalists ask me if I’m going to change teams, I think: Why would I change if I’m already part of an incredible team? Here we are a family, the relationship with Repsol and Honda is fantastic and this is something very important for achieving our goals, year after year. I hope that by the end of 2019 we can celebrate something beautiful together.«

Jorge Lorenzo:»Repsol Honda are on a different level in every way. I could see it at the Valencia test, when I had many people around me listening to what I was saying. It is a dream for any rider to be part of this team. I am very demanding on myself and always try to get the best out of each situation; I want to repay the team for all the trust they have given me with good results. I am very proud to be on a team with as many victories and as much history as Repsol Honda. I like the bike a lot, it turns in very well and is very docile; in addition, the team gave me a very warm welcome from my first day here. My main objective for 2019 is, first of all, to recover one hundred percent and be able to demonstrate on track that we really are the Dream Team that people are talking about.«

So schnell gehen 25 Jahren vorbei.

Eine ähnliche Situation mit zwei superstarken Weltklassefahrern gab es bei Honda schon einmal 1989, als Honda Eddie Lawson von Yamaha abwarb und Weltmeister Wayne Garner vor die Nase setzte. Beide steuerten die vierzylindrige Werks-NSR500-Zweitakt-Giftspritze, allerdings nicht in einem gemeinsamen, sondern in zwei getrennten Rothmans-Honda-Teams. Am Ende behielt »Steady Eddie« die Oberhand und holte sich die WM-Krone zurück, wechselte für das Folgejahr aber wieder zurück zu Yamaha.

Was Honda technisch an der RC213V verfeinert hat, darüber wurde nicht gesprochen. Auch optisch blieb es beim Bekannten. Die MotoGP-Saison startet am 10. März in Katar. Zuvor wird getestet, in Sepang wie Katar. Lorenzo wird den Test in Malaysia auslassen und erst danach mit Testen beginnen.

Fotos: Repsol-Media

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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