Ausprobiert: Speedy-Fix Kunststoff-Kleber

0

Der Speedy-Fix Zauberkleber mit Pulver- und Liquid-Fläschen. Ein Plastik-Handschuh gehört noch mit dazu – zur Sicherheit, weil das Zeug klebt wie Teufel.

Kunststoff hält nicht ewig. Hier ein Riss, dort eine Ecke abgesplittert oder eine Nase abgebrochen, irgendeine Beschädigung taucht schon mal auf, weil einfach zu ungeschickt hantiert, zu fest verschraubt oder wegen eines sonstigen Missgeschicks. Kunststoff härtet über Jahre aus, weil die Weichmacher sich verflüchtigen, das fördert das eine oder andere Malheur zusätzlich.

So sah der Lampentopf auf beiden Seiten aus, nach immerhin 15 zermürbenden Praxis-Jahren.

Der Lampentopf meiner CB1300 war so ein Problem. Eine abgerissene Befestigungslasche – der Scheinwerfereinsatz wird oben (auf 11 Uhr) eingehängt) und unten rechts und links verschraubt – hatte ich vor Jahren mit einem eingesetzten Blech ersetzt, das hält bis heute. Aber jetzt waren beide Befestigungsbohrungen hinüber, teils vergrößert, teils rausgebrochen, ein paar Risse drumherum im versprödeten Material kamen noch dazu, nach über 15 Jahren darf man da nicht gleich meckern.

Um mit Pulver zu modellieren, ist kunstfertiges Vorbereiten angesagt.

Normal kauft man sich ein Neuteil und ein paar Handgriffe später ist das ausgetauscht. Da Honda für den Plastik-Lampentopf jedoch rund 180,- Euro verlangt, hat wieder einmal die Neugier gesiegt und ich habe den Pulverkleber-Kit »Speedy-Fix« vom amerikanischen Hersteller Visbella ausprobiert, den man je nach Anbieter online zwischen etwa 25,- und 6,- Euro findet. Als Faustregel gilt: Je günstiger der Anbieter, desto länger dauert die Anlieferung, bis zu 3 oder 4 Wochen, aus China zum Beispiel.

Nach Westen und Norden sind auf der Innnenseite Risse verklebt, der Bereich unter der Schraube ist nach unten erneuert angesetzt.

Der Speedy-Fix-Pulverkleber enthält zwei 10 ml-Fläschen Zauberpulver (grau und schwarz) und zwei 10 ml Fläschen Schnellkleber-Liquid und ein paar Kleinteile (siehe Foto ganz oben). Die Verarbeitung ist denkbar einfach. Pulver auf- oder anbringen und mit Liquid benetzten, die Trockenzeit beträgt um die 10 Sekunden. Danach lässt sich das Material mit Schleifen, Feilen, Dremeln glätten oder sonstwie bearbeiten.

Der Lampentopf von außen mit geschlossener Lücke. Einmal drüberdremeln und die Kante obenauf begradigen hübscht die Optik schon enorm, mit Drüberlackieren sähe es sogar aus wie neu.

Man kann Löcher oder Risse füllen, oder modellieren, wenn mit geeigneten Hilfsmitteln die gewünschte Fläche begrenzt oder in Form gebracht wird. Ich habe beim Lampentopf dafür Klebeband verwendet, das sich hinterher einfach wieder abziehen liess. Damit die Bohrung rund ausfällt, habe ich eine Sechskantschraube mit Schaft eingesteckt und umpulvert und alsbald nach dem Benetzen gedreht und entfernt.

Von innen: Pulver legen plus Liquid drüber, dann fehlt nur noch die Schleif-Feinarbeit.

Jedenfalls habe ich mit etwas tüfteln, modellieren, pulvern, kleben und anschließendem Dremeln den Kunststoff-Lampentopf wieder instandgesetzt. Von innen sieht das Finish ein bißchen rustikal aus, was man aber nach der Montage des Scheinwerfereinsatzes nicht mehr sieht. Auch der äußere Bereich ist unproblematisch, weil unten am Scheinwerfer. Sollte nach der Montage das Auge gestört werden, muss ich kosmetisch noch nachbessern, so ein Lampentopf ist ja rasch matt lackiert.

Dieser Lampentopf – rechts bereits geflickt, links noch mit Lücke – hat bereits sechsstellig Kilometer hinter sich, jetzt können es noch ein paar mehr werden.

Laut Hersteller funktioniert der Pulverkleber-Kit Speedy-Fix nicht nur auf Kunststoff, sondern auch auf (oder in der Kombination mit) Metall, Porzellan, Marmor und sogar Aluminium. Ziemlich universell einsetzbar also, wenn man irgendeine Kleinigkeit am Bike (oder im Haushalt) fixen will anstatt gleich zum Neukauf zu schreiten. Bei Youtube finden sich etliche Anwendungs-Filmchen mit Beispielen. Ich bin schon gespannt, bei welcher Gelegenheit der Zauberpulver-Kleber bei mir als nächstes zum Einsatz kommt.

Bisschen begradigen und finishen noch – und der Frühling kann kommen!

Fotos: Buenos Dias

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply