Honda-Customs bei Wheels & Waves

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Zelt, Holz, urige Eisen und schon passt das: Honda beim Wheels & Waves in Biarritz.

Wer als Hersteller nicht wenigstens mit dem kleinen Zeh im immer weiter aufgewühlten Custom-Gewässer mit umrührt, gilt zwar nicht gleich als ewiggestrig, muss sich hier und da allerdings anhören, am Zeitgeist irgendwie vorbeizufahren und jene nicht abzuholen, die man sonst vielleicht als Kunden gewinnen könnte. Vielleicht ist deshalb auch die in GB stationierte Honda Europa-Zentrale diesmal beim superkultigen Wheels & Waves-Festival in Biarritz mit einigen Custom-Bikes vertreten, die von Händlern oder in Zusammenarbeit mit kreativen Kräften umgesetzt wurden.

40 years after: Zeitgeist-CB 500 Four.

 

Diese 1977er CB 500 Four wurde von Honda Dealer 3C aus Bayonne zu einem Retro Style Café Racer transformiert. Zu notieren sind: spezielle, hochgelegte Auspuffanlage, Stummellenker, gefräste Gabelbrücken, LED-Licht und Firestone-Bereifung, dazu sind Zylinderblock und Gehäuse geschwärzt. Seitenteile und Oldstyle-Sitzbank, von Surfbrettl-Größe Ben Rameix handgemacht, sollen formtechnisch an Surfboards und damit an den kulturellen Spirit des Events angelehnt sein, was jedoch selbst nach dem dritten Blick nicht so recht ins Auge springen will.

Mild, aber wild: Die CX war damals ein Wunder – und ist es so umgebaut als Flat Tracker immer noch.

 

Fesch präsentiert sich der CX500 Flat Tracker von Honda Dealer Kick Moto aus den französischen Alpen. Modifiziert wurden Rahmen, Tank, Sitz und knackiges Heck; dazu wurden güldene Speichenfelgen, eine XLR-600-Gabel, Alu-Lenker, andere Federung, LED-Licht und Honda-typisches Rot-Blau-Weiss spendiert. Die Startnummer 69 ist eine Hommage an Nicky Hayden.

Noch brutaler als diese CBX ist die 6-in-1-in-Nichts-Tröte.

 

Honda Boulmich´ Moto aus Paris und der Motorradclub »Bad Seeds« haben eine Sechszylinder-CBX erschaffen, eine Art muskulöser »Road Bomber« mit Dragster-Appeal. Luftiger Rohrrahmen und querversteifte Schwinge sind sehr speziell, Gabel und Räder sehen ziemlich nach Suzuki-Gixxer aus, der Tank schmückte im früheren Leben ein Milwaukee-Eisen. Die schmalen Clip-Ons sind vermutlich das Tüpfelchen auf dem i, um beim täglichen Durchschiessen auf dem Peripherique-Autobahnring nicht an verlöteten Blechkisten hängenzubleiben, die alles verstopfen.

CB1100 TR. Wenn italienische Designer loslegen dürfen, wird es interessant.

 

Neben den Kreationen, die alten Flügeleisen huldigen, hat Honda auch zwei Bikes mitgebracht, die auf aktuellem Material basieren. Die mild auf BMX-Style customisierte und Skateboard-geschmückte Rebel 500 debütierte erst kürzlich beim Bike-Shed-Event in London, die von Honda-Italia-Designern extrem fashionabel durchgestylte und auch technisch aufwendig modifizierte CB1100 RT sorgte auf der letzten Mailänder Messe als »King of Urban Flat Track Circuits« für hochgezogene Augenbrauen.

Scheinbar der letzte Schrei: CB1100 EX mit Designer-Luftballon-Reifen. Wie das wohl fährt…?

 

Moderat aber zugleich sichtlich modifiziert wurde die CB1100 EX von der Mailänder »South Garage«. Stummel plus Armaturen, entschlacktes Cockpit, Leder-Sitzbank, Auspuff, Lampe, Winz-Rücklicht plus reichlich Mattschwarz und seltsame Pneus sollen offensichtlich Nachbauer inspirieren. Weil darum geht’s auf der überschäumenden Custom-Welle. Zeitgeistströmungen und Puristen befriedigen und dem Wunsch nach Individualität entsprechen, um zu zeigen, dass sich aus Großserienmaschinen, und nicht nur den alten, sondern vor allem auch den aktuellen, lustvolle und vorzeigbare Zeitvertreib- und Fahrspass-Geräte aufbauen lassen.

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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