Roman Stamm sagt der IDM adieu.

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Last Burnout: Roman Stamm verabschiedet sich aus der IDM.

Nach dem zweiten Rennlauf in Hockenheim beim IDM-Finale liess Roman Stamm die ZX-10R in der Sachskurve ausrollen, deutete mit den Armen ein »Habe-fertig-Zeichen« an, gefolgt von einem knackigen Burnout. Der fast 40-Jährige Schweizer, ein Sportsmann von Scheitel bis zur Sohle, zog damit einen Schlußstrich unter seine Jahre in der IDM. In der Endurance-WM will Stamm, der kürzlich geheiratet hat und im November Vater wird, aber weiter mit dem Bolliger-Team fahren. Die Karriere ist also nicht beendet, sondern nur ein Abschnitt.

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Grid-Gang, von links: Technischer Leiter Roman Raschle, Herr K-Tech, Frau Race-Queen, das Ehepaar Stamm, das sich auf Nachwuchs freut und Technikus Stefan Fleck, der Roman über fast 10 Jahre in der IDM begleitet hat.

Die Eltern hatten Roman zum 20. Geburtstag drei Trackday-Tage in Lédenon geschenkt, danach war er angefixt. Die 750er Strassen-ZXR wurde verkauft, dafür eine 600er fürs Pistenheizen angeschafft. Nach ersten Rennen in der Schweizer Meisterschaft ging es bald in Deutschland weiter, später kam die Langstrecke hinzu. Inzwischen sind 18 Jahre im Renntempo vorbeigeflogen, überwiegend auf Suzukis und Kawasakis, etliche zehntausend Kilometer Fahrspaß im Grenzbereich und auf der Karriere-Vita stehen drei Vize-IDM-Titel, zwei Vize-WM-Endurance-Titel, ein Dutzend IDM-Siege und mehrere Dutzend Podestplätze.

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Während das Schnock-Team um Roman Raschle am Sonntag einpackte, die Boxenausstattung in den großen Truck stopfte und Stamms langjähriger treuer Technikus Stefan Fleck, der sonst als besonnener, ruhiger Saarländer immer wie ein Fels in der Brandung steht, leicht zerknittert dreinschaute, aber kein Taschentuch zum Schniefen zückte, hielt der Salatprynz dem Eilgenossen noch geschwind den Smartphone-Recorder unter die Nase:

? Und, große Leere jetzt?

Roman Stamm: »Nein. Obwohl. Das waren 18 Jahre jetzt in der IDM. 1998 habe ich angefangen und 1999 war einer, ich weiss den Namen gar nicht mehr, in der Supersport-IDM verletzt, dann habe ich zwei, drei Gaststarts gemacht, total erfolglos, aber ich war in der IDM und von da ab ging es immer weiter.«

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? Du musst künftig nicht mehr so viel mit dem Camper über deutsche Autobahnen brausen, wirst das vermissen?

Roman: »Bestimmt nicht, weil von der Reiserei hatte ich schon genug. Das wird mir nicht fehlen. Aber das weiss jeder. Rennsport ohne Reiserei geht nun einmal nicht. Natürlich muss man für die Endurance weiter Sport treiben und fit bleiben. Aber insgesamt wird es weniger zeitaufwendig. Ich habe das Wochenende nochmal geniessen können. Ein Bus mit Fans war da, insgesamt waren es um 120 Leute. Ich war nochmal in der Superpole, was mich auch gefreut hat. Ein Podest zum Schluss wäre schon schön gewesen, aber das ging halt nicht.«

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Roman Stamm: Fairer Sportsmann, sauberer Fahrstil.

? Im ersten Lauf warst Siebter und Fünfter in der Stockklasse. Im zweiten Rennen Achter bzw. Vierter der Stock-Wertung. Ging Dir noch etwas Spezielles durch den Kopf?

Roman: »Ich hatte zuletzt ja Luft nach hinten und vorne. Ja, mir war schon klar, das ist jetzt die letzte Runde. Aber es ist ja nicht so, dass ich ganz aufhöre, sondern nur mit der IDM. Ich werde weiter genug auf dem Motorrad sitzen, auf der Langstrecke mit dem Bolliger-Team. Aber ich werde das gut überleben ohne IDM. Es war schön, aber jetzt ist es vorüber.«

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In der Endurance-WM wird aber auch künftig weiter Gas gegeben, beim Bolliger-Team.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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