MotoGP Misano Bilderbogen

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Innen rein und durch: Pedrosa vs. Vinales.

Innen rein und durch: Sieger Pedrosa beim Durchmarsch an die Spitze vs. Vinales.

Dani Pedrosa erstaunte alle. Vom Startplatz 8 hantelte sich der Spanier – dank trefflicher Reifenwahl (vorne weich/hinten medium) und nach längerer Durststrecke offenbar zurück in Superform – unaufhaltsam nach vorne. Nach einer Runde war der Repsol-Honda-Pilot Sechster, dann überholte er nach und nach Dovizioso, Vinales, Marquez, Lorenzo und 7 Runden vor Schluss den bis dahin führenden gelben Heilpraktiker. »Ich habe versucht mich zu wehren, aber Pedrosa war einfach zu schnell«, offenbarte Rossi später.

Riesenbegeisterung für Publikumsliebling Rossi.

Riesenbegeisterung für Publikumsliebling Rossi.

Pedrosa gewann mit 2,8-Sekunden Vorsprung vor dem Publikumsliebling, dessen Fangemeinde die Misano-Piste in ein gelbes Meer verwandelte, während des Rennens rundum und danach auf dem Start-Zielareal. Rossi berappelte sich nach anfänglicher leichter Enttäuschung, trank beim Bad in der Menge auf dem Podium à la Jack Miller einen Schluck Schampus aus dem Stiefel und tröstete sich mit dem Gedanken, in der WM wieder ein Stückchen aufgeholt zu haben. 43 Punkte beträgt das Polster von Marquez auf Rossi noch, 61 Zähler auf Lorenzo, der Dritter wurde. Fünf WM-Läufe stehen diese Saison noch aus.

Pedrosa war zu schnell für Rossi wie Lorenzo.

Pedrosa war zu schnell für Rossi wie Lorenzo.

Pedrosa ist der achte (!) Saisonsieger, vorher haben 2016 bereits Rossi, Lorenzo, Marquez, Iannone, Miller, Crutchlow und Vinales Rennen gewonnen. Eine derartige Ausgeglichenheit ist ein Novum im MotoGP-Sport und sicherlich mit auf die Einheitselektronik zurückzuführen; vielleicht auch mit auf die Michelin-Reifen, deren Performance schwieriger einzuschätzen scheint, weil sich die Piloten mehr denn je unterschiedlich entscheiden, ob sie vorne und/oder hinten mit harten, weichen oder Medium-Mischungen ins Rennen gehen. Für den Sport ist die Ausglichenheit jedenfalls super, denn je weniger sich vorher ausrechnen lässt, wer am Ende vorne ist, desto besser für die Spannung und den immer wieder überraschenden Rennverlauf.

Hurra! Moto2-Sieger Lorenzo Baldassarri.

Hurra! Moto2-Sieger Lorenzo Baldassarri.

Im Moto2-Rennen setzte sich Lorenzo Baldassarri im vorletzten Umlauf vor Alex Rins, (der mit frisch operiertem Schlüsselbein fuhr) und eroberte seinen ersten Moto2-Sieg. Takaagi Nakagami sah die Zielflagge als Dritter, vor Johann Zarco, der erneut etwas an WM-Vorsprung einbüsste. Der Spanier Rins sitzt dem französischen Titelverteidiger mit nurmehr 3 Zählern Rückstand im Nacken.

Moto3: Sieger Binder vor Bastianini.

Moto3: Sieger Brad Binder vor Bastianini.

Im Moto3-Rennen behauptete sich Brad Binder nach packendem Duell gegen Enea Biastannini. Joan Mir auf P3 liess knapp Niccolo Bulega hinter sich. Da Jorge Navarro stürzte und wieder punktelos blieb, kann Red Bull-KTM-Pilot Binder nach seinem fünften Saisonsieg den Titel schon bald endgültig fix unter Dach und Fach bringen, satte 106 Punkte beträgt der Vorsprung jetzt auf Verfolger Bastianini.

Brutal: MM am Limit im Training.

Brutal: WM-Leader Marc Marquez am Limit im Training.

Fotos: Repsol-Media (Kirn & Olivares), Yamaha Racing, Honda, KTM/Focus Pollution, Suzuki Racing, Ducati Corse, Gresini Aprilia Racing, Mahindra, Intact-GP, Red Bull Rookies/Gold & Goose Photography.

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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