Boxenstopp-Zauberei bei Bolliger-Team

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Boxenstopps in der Langstrecken-WM sind Zauberei. 15 Sekunden dauert der Wechsel von Vorder- und Hinterrad plus Volltanken im Schnitt, wobei zwei Drittel für das Spritfassen anfallen, 24 Liter aus der Schnelltankanlage wollen schließlich erstmal durchlaufen. Um die Radachsen mit Pressluftschraubern zu entfernen und die Räder mal eben rauszuziehen und neu einzustecken, müssen Kettenradträger (verbleibt am Bike) und die Aufnahmen speziell präpariert sein und Gabel sowie Schwinge breiter ausfallen; auch die Distanzbuchsen müssen an den Felgen montiert sein. Ebenfalls notwendig ist ein pneumatischer Hebeständer, der seitlich am Motorrad angesteckt wird.

Boxenstopps werden eisern trainiert, immer, bei jedem Rennen. Dazu werden Markierungen am Boden angebracht, damit zentimetergenau die Halteposition getroffen wird. Werkzeug wird positioniert, vorgewärmte Reifen bereitgehalten. Wir haben hier dem Bolliger-Team beim Langstrecken-WM-Finale 2016 über die Schultern geschaut. Nach dem Nachttraining wurde 15 bis 20 Mal geübt, das Tankmanöver wird hierbei nur angedeutet, durch die gekreuzten Arme des »Tankers«. Zwei Übungen der »Fliegenden Räder« stellen wir hier ein. Vielleicht dem Motorradhändler beim nächsten Reifenwechsel mal davon erzählen, wenn es ein bißchen länger dauert und die Distanzstücke durch die Gegend kullern…..

Savary-Abfahrt-1500

Und danach: Abfahrt von Savary

Video: bluesprynz via Youtube

Foto: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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