Intact GP: Folger siegt, Schrötter kommt

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Nach Superstart sofort an der Spitze: Jonas Folger

Noch vor Jonas Folgers Sieg im verregneten Moto2-Rennen beim Brünn-GP gab das Intact GP bekannt, dass Marcel Schrötter zum Team stösst, neben Sandro Cortese. Aufgrund des bevorstehenden Aufstiegs von Jonas Folger in die MotoGP-Kategorie im nächsten Jahr war der Dynavolt Intact GP-Rennstall auf der Suche nach einem passenden Nachfolger. Dieser wurde nun mit Marcel Schrötter präsentiert.

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Bilden 2017 ein Team: Marcel Schrötter, Sandro Cortese.

Marcel Schrötter kämpfte zuletzt in Österreich im Spitzenpulk ums Podium mit. Er fuhr auf dem fünften Platz ins Ziel und erreichte damit sein bislang bestes Ergebnis in der Moto2. Der 23-jährige Bayer aus Dießen am Ammersee ist seit 2008 Teil der Motorrad-WM und startet seit 2012 in der mittleren Kategorie. Beim Brünn-GP schied Schrötter nach einem Sturz im Regen aus. Die Zusammenarbeit mit Sandro Cortese wird auch 2017 fortgesetzt. Der Moto3-Weltmeister von 2012 ist seit der Gründung von Dynavolt Intact GP im Jahre 2013 an Bord.

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Schrötter auf der AGR-Kalex-Honda seines aktuellen Teams.

Marcel Schrötter: »Als Erstes möchte ich den Geschäftsführern und Teamteilhabern bei Dynavolt Intact GP, Stefan Keckeisen, Wolfgang Kuhn und Jürgen Lingg, für das in mich gesetzte Vertrauen in aller Form danken und dass sie mir die Chance geben, meiner Meinung nach in einem der besten Teams in der Moto2 zu fahren und auch weiterentwickeln zu können. Ich freue mich gewaltig auf diese neue Herausforderung und ich hoffe, dass wir gemeinsam den endgültigen Durchbruch schaffen werden. Mit Dynavolt Intact GP will ich in Zukunft regelmäßig um Podiumsplatzierungen und mehr kämpfen. Ich bin mit meinem jetzigen Team schon auf einem guten Weg und ich werde auch bis zum Schluss dieser Saison mit allen Kräften versuchen, unsere gemeinsamen Ziele noch zu erreichen.«

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Starkes Rennen, keine Belohnung: Cortese noch vor Alex Marquez.

Sandro Cortese: »Ich bin einfach froh und dankbar, nach der bisherigen schwierigen Saison, eine weitere Chance bei Dynavolt Intact GP zu erhalten. Es ist schön zu wissen, dass mein Team weiterhin an mich glaubt. Einige Rennen waren etwas unglücklich, aber ich glaube daran, dass wir trotzdem noch ein gutes Gesamtergebnis hinbekommen.«

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Endlich der erste Sieg: Folger duscht Teamchef Lingg.

Jürgen Lingg, Teammanager: »Marcel war letztes Jahr schon einer unserer Wunschfahrer. So gesehen ist es logisch, dass er auch dieses Jahr wieder in die engere Auswahl kam, nachdem klar war, dass uns Jonas verlässt. Nach dem Sachsenring habe ich mich für Marcel ausgesprochen, weil ich sehr von ihm überzeugt bin. Mir gefällt, wie er Motorrad fährt und mir gefällt seine Attitude. Dazu kommt er aus unserer Gegend. Das passt einfach alles. Ich bin auch glücklich, dass wir uns mit Sandro wieder einigen konnten. Trotz der Up und Downs, die er in den letzten Jahren erlebte, sind wir der festen Überzeugung, dass wir es mit ihm viel besser können. Und das wollen wir nächstes Jahr allen beweisen. Ich glaube nach wie vor an Sandro.«

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Bravo!

Jonas Folger: »Endlich hat es geklappt. Es war ein langes Rennen. Ich habe versucht, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Was ziemlich schwierig war, weil wir schnelle Zeiten gefahren sind und Alex (Rins) sehr stark fuhr hinter mir. Für mich war klar, das ich auf Sieg gehe. Wir wussten nach dem Warm-Up, dass wir eine starke Pace haben. Ich wusste auch, dass ich mich auf dem Motorrad wohlfühlte. Es waren keine Chaos-Runden von mir im Warm-Up. Dementsprechend waren später im Rennen die Zeiten möglich. Es war eigentlich ein entspanntes Rennen, bis auf die letzten Runden, wo ich noch einmal ziemlich viel Risiko eingegangen bin, um die vier Sekunden rauszufahren. Der Grip war sehr gut und ich habe mich auch im Regen super gefühlt. Es hat heute alles gepasst! Der Sieg war wichtig für uns, die Punkte sind extrem wertvoll. Danke an mein Team, die einen großartigen Job gemacht haben. Wir haben genau die richtige Richtung eingeschlagen fürs Regensetting und haben heute gemeinsam ein starkes Rennen gezeigt. Auch wenn es ein Sieg im Regen war, stärkt uns das. Vor allem in der Meisterschaft, wo wir auf Rang vier vorgerückt sind. Das ist ein großartiges Gefühl.«

Jürgen Lingg; Team Manager: »Ich kann es noch gar nicht realisieren. Ich habe bei der Siegerehrung mit den Tränen kämpfen müssen, denn es war ein langer Weg fürs Team. Wir haben immer alles gegeben und so viele Rückschläge erlebt. Endlich haben wir etwas zurückbekommen. Das war wichtig für alle, für den Teamspirit und auch für diejenigen, die im Hintergrund hart arbeiten. Ich freue mich unheimlich. Ohne unsere Sponsoren und speziell ohne unsere Teamteilhaber, wäre dieses Projekt gar nicht möglich. Natürlich freue ich mich auch wahnsinnig für Jonas, er ist ein souveränes Rennen gefahren. Er hat wieder, wie am Sachsenring, genau unsere Strategie befolgt, und zwar sich nicht von den anderen beeindrucken zu lassen und seinen Speed zu fahren. Das macht mich besonders stolz. Auch Sandro war heute richtig gut. Dieser Sturz im letzten Sektor war natürlich bezeichnend für die ganze Saison von ihm. Aber er macht mich genauso stolz, weil er wirklich Kampfgeist bewiesen hat. Er ist an seine Konkurrenten rangefahren und ist sofort vorbeigezogen. Er hat sich durchgesetzt. Das ist genau, was zählt. Ich denke, dass Sandro dieses Selbstvertrauen in die nächsten Rennen mitnehmen kann. Das Ergebnis ist zweitrangig. Mich hat die Art und Weise, wie er das Rennen angegangen ist, überzeugt.

Sandro Cortese, nach Sturz P23: »Ich war Fünfter und habe mich so locker gefühlt. Aber was soll ich jetzt noch sagen? Es gibt nichts zu sagen. Ich bin extrem enttäuscht. Ich habe Pasini überholt, war vorbei, dann hat er mich abgeschossen. Ich konnte nichts machen. Bei diesen Bedingungen ist es im Rennen einfach sehr schwierig, das Risiko abzuschätzen. Vor allem in einer so schwierigen Saison, wie ich sie bisher hatte, will man etwas beweisen. Und dann ist man nur zwei Kurven von einem guten Ergebnis entfernt. Es tut mir sehr leid für mein Team. Wir hätten ein Erfolgserlebnis verdient. Aber wir wissen, dass wir eine starke Pace hatten und werden mit dieser Klarheit und mit hoher Konzentration beim nächsten Rennen erneut angreifen.«

Fotos: Intact-GP/Kirn, Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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