Ausprobiert: Laser Kettenflucht-Meßgerät

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Werkzeug ist etwas Schönes und macht Freude, wenn man es nutzt. Jeder Selbstschrauber hat diese Erfahrung schon gemacht. Das gilt für Elementares wie Ratschenkästen, Drehmomentschlüssel, Bohrmaschine, Schraubendreher etc. Dann gibt es Utensilien, die man nicht unbedingt erstehen muss, die aber trotzdem das Gefühl schüren, sinnvoll investiert zu haben, meistens jedenfalls. Um so einen Fall geht es hier.

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Profi Laser CAT (Chain Alignment Tool)

Der Profi Laser CAT (Chain Alignment Tool) ist ein Werkzeug, mit dessen Hilfe die Kettenflucht und damit die exakte Ausrichtung des Hinterrads präzise eingestellt werden kann. Die Markierungen an der Schwinge für die Kettenspanner sind hilfreich; dass diese rechts und links tatsächlich gleich sind, davon geht man einfach aus. Den geraden Verlauf der Kette per Laser zu überprüfen und korrekt einzustellen, kann aber nicht verkehrt sein.

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Honda CB 1300: Platz genug für das CAT Kettenflucht-Meßgerät.

Nicht fluchtende Räder wirken sich aufs Fahrverhalten aus, das fängt beim Geradeauslauf an und hört beim Gefühl in Kurven nicht auf. Wenn das Gefühl beim Einlenken und in Schräglage rechts wie links herum nicht gleich ist, checkt man ja in der Regel als Erstes, ob die Räder fluchten. Wenn das Fahrwerk okay ist und nichts verbogen, steht wahrscheinlich das Hinterrad nicht korrekt gerade.

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Laser-Checkpoint vorne.

Legt man den Profi Laser CAT, also das Kettenflucht-Meßgerät, flach am Kettenblatt an, wird der Laser-Lichtpunkt auf den Kettenlaschen sichtbar. Dreht man das Rad ein wenig vor und zurück, bewegt sich der Laserpunkt die Kette entlang, von einem vorderen bis zu einem hinteren Punkt. Bei korrekt eingestellter Achsposition verläuft der Laserpunkt über die gesamte Kettenlänge an der gleichen Stelle, je nach Dicke des Kettenblatts auf innerem oder äußerem Kettenglied.

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Laser-Checkpoint weiter hinten.

Die Anwendung ist wirklich einfach: Kettenblatt säubern, an der Stelle, an der man anlegt. Den Laser mit einem Dreh am schwarzen Rändelrad einschalten, anlegen, vorderen Laserpunkt anpeilen, Rad drehen, weiter entfernten Laserpunkt abchecken. Verändert sich der Abstand zu Kettenrand oder zu den Laschen, Hinterrad-Einbauposition korrigieren, nochmal messen, solange bis alles passt, wie es sein soll. Steht das Motorrad auf dem Boden, muss man zum Anlegen und Peilen auf die Knie oder legt sich gleich auf den Bauch. Wer über eine Hebebühne verfügt, kann das Messprozedere ungleich bequemer durchführen, klar.

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KTM 1290 Super Duke GT: wenig Raum, aber es passt noch.

Gut möglich, dass es Bikes gibt, deren Kettenrad nicht genug Platz und Auflagefläche bietet, um den Aluminiumblock mit dem Laser anzulegen. Bei meiner CB1300 passte es. Bei einer KTM 1290 Superduke GT, die der Honda momentan Gesellschaft leistet, ebenso, wenn auch nur knapp. Natürlich bringt eine Kettenflucht-Messung an der Einarmschwinge der KTM gar nichts, weil die Kette über einen Excenter verstellt wird und das Rad sich gar nicht schräg einbauen lässt. Immerhin liess sich feststellen: die KTM Kette verläuft exakt wie es sein soll, nämlich gerade. Dito übrigens für meine Honda.

Der Profi Laser CAT kostet 39,95 Euro, eine Aufbewahrungstasche und Batterien sind mit dabei. Für Maschinen mit Zahnriemenantrieb gehören Beltmarkierungen zum Lieferumfang, die am Zahnriemen befestigt werden. Durch Anleuchten der aufgedruckten Markierungspunkte wird damit sichtbar, ob die Hinterradachse korrekt positioniert ist oder nicht.

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Finale Frage: Muss man so ein Kettenflucht-Laser-Meßgerät nun haben? Sicher nicht unbedingt. Aber wenn man überprüfen möchte, ob die Hinterrad-Einstellung so ist, wie sie sein soll, macht die Anschaffung Sinn. Messen ist meist besser als eine Geht-auch-Lösung, aber man muss es zu schätzen wissen, weil nur dann hat man Freude daran. Das Prädikat »must-have« wäre also übertrieben, aber ein »nice to have«-Utensil ist es zweifellos.

Fotos: Buenos Dias

Info-Link: www.profi-cat.de

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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