Philipp Öttl vor der Moto3-WM

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Wenn am 20. März die Motorrad-WM in Katar beginnt, nimmt Philipp Öttl bereits seine vierte volle GP-Saison in der Moto3-Klasse in Angriff, dabei ist der Bayer gerade mal 19 Jahre alt. Der 20. Geburtstag steht erst am 3. Mai ins Haus. Der Sohn des fünffachen GP-Siegers Peter Öttl ist der einzige Deutsche in der Moto3-WM, in der 33 junge und wilde Fixstarter auf Biegen und Brechen um ihre Racing-Zukunft kämpfen, was ebenso spannende wie turbulente Rennen erwarten lässt.

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Ready to race: Philipp Öttl, Moto3-KTM RC 250GP

Philipp schloss die Saison 2015 mit 73 Punkten auf dem 15. Gesamtrang ab. In Indianapolis stand er erstmals bei einen WM-Lauf auf dem Podium. Bei dreizehn Rennen holte er Punkte und klassierte sich sieben Mal in den Top 10. Mit 17 Zielankünften war er der konstanteste Fahrer im Feld. Der Youngster aus Ainring pilotiert auch 2016 wieder eine Werks KTM RC 250 GP.

Letztes Jahr konnte Philipp Öttl sich vor allem in der zweiten Saisonhälfte steigern, was mit dazu beitrug, dass er am Ende die erste Ausgabe des »Dunlop Forever Forward Awards« gewann. Diese Wertung bezieht sich auf die Startposition und die am Ende im Ziel erreichte Platzierung. Öttl konnte während der 18 Saisonrennen unglaubliche 132 Plätze gut machen – überholen kann er also und an Kampfgeist mangelt es gewiss auch nicht.

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Philipp Öttl bei den IRTA-Tests in Jerez vor wenigen Tagen.

Die Bezeichnung »Schedl GP Racing« bleibt, dennoch gibt es für 2016 Veränderungen. Peter Öttl ist nunmehr Teameigner und agiert jetzt als Teamchef. Stefan Kirsch, der bereits Mitte der 90er Jahre an Peters 125er Aprilia schraubte, bleibt wie die letzten 6 Jahre Chefmechaniker für Philipp. Mechaniker Alex Linortner aus Austria, der Jüngste im Team, nimmt seine vierte WM-Saison in Angriff. Mechaniker Timo Dinkel verstärkt nach unzähligen Jahren in der IDM (u.a. Superbike-Meister mit Martin Bauer bei KTM) die Truppe und chauffiert den Team-Truck. Unai Ocana aus Barcelona übernimmt neu das Data Recording. Der Spanier ist Absolvent der Monllau Technical School, hinter der auch Marquez-Manager Emilio Alzamora steckt, und aus der bereits etliche Techno-Cracks in die WM-Szene eingesickert sind.

Als Philipp Öttl nach ersten Supermoto- und Minibike-Jahren im Sauseschritt durch die nationale IDM-Szene brauste, erst im Junior-Cup und dann in der 125er Klasse, liessen die Talentproben bereits erahnen, dass er irgendwann nach Lorbeeren auf internationalem Niveau streben würde. In der spanischen CEV und drei WM-Jahren hat er sich nicht nur respektabel behauptet, sondern dabei auch stetig verbessert. Wie es 2016 weiter geht, wird spannend zu beobachten sein. Daumen drücken!

Fotos: Schedl GP

 

 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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