Hightech-Delirium: Fertigung der RC213V-S

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Honda´s zulassungsfähige MotoGP-Replica RC213V-S wird nicht bei HRC gefertigt, sondern in einer eigens dafür eingerichteten Spezialabteilung im Werk Kumamoto. Das Video von mr-bike.jp gibt einen Einblick in die sensationell akribische Fertigung, eine Mixtur aus Handarbeit und Hightech-Delirium, bei der Präzision, Sorgfalt und Detailversessenheit vorherrschen. Pro Arbeitstag wird nur eine Maschine fertiggestellt.

Der Verkauf des V4-Juwels begann offiziell am 13. Juli 2015 im Internet, das erste Exemplar wurde Ende Dezember in Kundenhand ausgeliefert, an einen Honda-Enthusiasten in England. Der Stückpreis lag bei 188.000 Euro. Die Internetseite www.rc213v-s.com ist zwar nach wie vor online, die Möglichkeit zu ordern wurde jedoch zum 31. Dezember geschlossen.

Video: mr.bike.jp via Youtube

Das Honda-Werk Kumamoto liegt auf dem südlichsten Teil der japanischen Inselkette, auf Kyushu. Die Stadt zählt über 600.000 Einwohner und ist übrigens Partnerstadt von Heidelberg. Kumamoto existiert seit 1976, wurde allerdings vor Jahren erheblich ausgebaut. Längst ist es die einzige heimische Produktionsstätte für den Bau von Honda-Motorrädern, alle in Japan gefertigten Typen, von der Gold Wing bis zu diversen 50ern, kommen von hier. Werke wie Hamamatsu, Suzuka oder Saitama fertigen inzwischen andere Honda-Produkte. Kumamoto fungiert auch als „Mutterwerk“ für ausländische Produktionsstätten, denen fertige Motoren angeliefert werden, wie etwa für das Honda-Werk Atessa in Italien.

Honda Kumamoto-WerkDas Werk Kumamoto, das am Fuß des Mount Aso liegt und von einem Wald-Grüngürtel umgeben ist, hat beeindruckende Ausmaße und ist mit „riesig“ nur schüchtern umschrieben. Die Fläche umfasst 1.662,934 Quadratmeter, das entspricht der Fläche von 36 Baseball-Stadien. Insgesamt arbeiten hier über 3000 Menschen.

Honda Kumamoto-schildNeben Motorrädern und Motoren werden auch Industriemotoren, Power Products wie Rasenmäher, Kleinpflüge, Schneefräsen, Stromgeneratoren sowie Blockheizkraftwerke gefertigt. Zu den Produktionshallen, mehreren Seen, einer Wasseraufbereitungsanlage und einer Sportstätte gibt es auf dem Firmengelände für Testzwecke einen Straßenkurs, eine Motocross-Anlage und ein Supermoto-Areal. Auch das Werk von Honda-Soltec ist auf dem Kumamoto-Areal untergebracht, hier werden Dünnfilm-Solarzellen produziert.

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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