Mit Fluxkompensator: Honda CB SIX50

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Honda kann auch fashionable Scrambler – als Concept.

Als Honda am Vorabend der EICMA im Palazzo Campari in Mailand mit großem Tamtam die Neuheiten für 2016 vorstellte, wurden – Licht aus, Spot an – der Reihe nach auf die Bühne gefahren: Africa Twin CRF1000L, NC750X, NC750S und Integra mit überarbeitetem Design, CB500F und CBR500R mit umfangreichem Update, Crosstourer, SH150i und SH125i in neuem Farben, plus der Prototyp eines großvolumigen City-Adventure-Rollers. Am nächsten Tag auf dem Messestand, ziemlich weit hinten in einer Ecke versteckt, war dann diese coole CB SIX50 zu entdecken, die eben kein Serienmodell darstellt, sondern »nur« ein Concept-Bike, aber trotzdem IMHO sehr gelungent anmutet.

Feeling kinda groovy – nicht nur wegen des abgefahrenen Schutzblechs.

Motor, Rahmen und Schwinge der CB SIX50 basieren auf der CB650F, beim Drumherum gibt es viel Interessantes  zu entdecken: Räder mit Speichen so dick wie Zuganker, Wasserkühler/Motor-Schutzbügel mit Pfiff, dessen rote Lackierung in der Tanklackierung optisch fortgesetzt wird, Seitenteile und Benzinbehälter im Quadro-Camouflage-Look, extrem rustikaler Motorschutz, ein handyflaches Cockpit, Upside-Down-Gabel mit fetten Gabelbrücken und spacigem Schutzblech, Sitzbank vorne hochgezogen wie beim Crosser und hinten gleichzeitig als Heckverkleidung ausgeformt, ansehnlich knackiger Auspuff (auf Serienkrümmer) und zur Krönung einen Scheinwerfer, der aussieht wie der legendäre Fluxkompensator im DeLorean aus »Zurück in die Zukunft.«

Cooler Ami mit Arbeitsplatz in Italy: CB SIX50-Designer Adrian Sellers.

Adrian Sellers, der verantwortliche Designer, ein Amerikaner in Diensten von Honda Europa in Italien, erzählte dann folgende Hintergründe: »Bei Concepts geht es um das Ausloten diverser Möglichkeiten, in diesem Fall mit Blick auf künftige Naked-Bikes. Die CB SIX50 ist ein Scrambler für den urbanen Bereich. Ein zweites Projekt, das ein Kollege gestaltet hat, geht in Richtung Neo-Café. Der Scrambler soll muskulös auftreten und bedient sich als Crossover typischer SUV- und Adventurer-Stilelemente, ähnlich wie es bei Automobilen oder Bekleidung derzeit der Fall ist. Die Entstehung hat etwa eineinhalb Jahre in Anspruch genommen. Marktforschung wurde dafür in Europa und USA betrieben; ich war dafür u.a. am Glemseck, beim Wheels & Waves-Event und in Sturgis. Dann wurden Sketche angefertigt, schließlich ein Tonmodell und am Ende die notwendigen Teile. Ob das einmal so ihn Serie geht? You never know.«

Großartige Idee: Fluxkompensator-Scheinwerfer.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

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    Also dieses “Concept-Bike” ist echt töfte und die Fluxkompensator-Lampe – die hat was, tausend mal besser als diese immer mehr zu sehenden reinen “Flachlampenbretter” 🙂

    Grüßle
    Friedrich

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