Erstes Rollout der MotoGP-KTM RC16

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Erste Abfahrt der MotoGP-KTM RC16: Der Moment, auf den alle gewartet haben.

Nur 15 Monate nach der Ankündigung zum MotoGP-Einstieg absolvierte das Red Bull KTM Factory Racing Team auf dem Red Bull Ring in Österreich das erste Roll-Out mit der brandneuen Rennmaschine, mit der 2017 der Einstieg in die Straßenrennsport-Königsklasse geplant ist. Unter der Verkleidung steckt ein neu entwickelter V4-Motor mit 1000 Kubikzentimeter Hubraum. Wie man sieht, ist das Chassis aus Stahlrohr gefertigt, die massive Schwinge aus Aluminium. Die Federelemente wie Gabel und Hinterrad-Monodämpfer stammen von WP. Dieser erste Funktionstest der RC16 verlief bei guten Bedingungen laut KTM absolut problemlos. Testfahrer Alex Hofmann pilotierte das Motorrad drei Tage lang über die Piste in der Steiermark und konnte dabei reichlich Runden drehen.

Gas geben verlernt man nicht: Ex-MotoGP-Pilot (auf Kawa und Ducati) und TV-Kommentator Alex Hofmann.

Pit Beirer (Motorsport Director): »Der Donnerstag war ein sehr emotionaler Moment nicht nur für mich, sondern auch für das Team, die Firma und ich glaube auch für viele KTM Fans in Österreich und der ganzen Welt. Das und der Projektstart auf der Rennstrecke sind ebenso wichtig wie jegliche Rundenzeit. Großer Dank an Alex (Hofmann) und das ganze Team für die herausragende Performance. Das Feedback und die Tatsache, dass wir ohne Problem schon sehr viele Runden absolvieren konnten, sind wieder große Motivation für die nächsten Schritte auf dem noch langen Weg bis zum Renneinstieg in die MotoGP 2017.«

Ready to talk: KTM-Renningenieur, Alex Hofmann, Pit Beirer.

Alex Hofmann (Testfahrer MotoGP): »Was soll ich sagen, schaut euch meine Stiefel und das Bike an, die sehen noch aus wie neu – da habe ich auch schon andere Premieren erlebt. Großer Respekt was KTM in dieser extrem kurzen Zeit schon geleistet hat. Ich glaube, man konnte es nicht nur in meinem Gesicht erkennen, sondern in denen aller, mit welcher Begeisterung und Professionalität hier gearbeitet wird.«

Wieviel Überlegung und Fertigungszeit steckt in dieser Fußraste? Vordere Zylinder des V4 münden im Akra rechts, die hinteren gehen nach oben ins Heck. Eher filigran die Schwingenaufnahmen am Stahlrahmen; diese sind rechts-links vermutlich als hochfeste Schmiedeteile ausgeführt, wie bei den KTM-Serienbikes (Adventures z.B.) auch.

Sebastian Risse (Technical Director Onroad): »Die Anspannung und der Druck im Team war natürlich groß, fand der Roll-Out doch früher und in größerem Rahmen statt als ursprünglich geplant. Der absolut reibungslose Ablauf und die Daten die wir bereits sammeln konnten stimmen uns optimistisch für die Weiterentwicklung der KTM RC16. Wir sind zwar noch weit weg von Detailarbeit, aber die drei Tage waren schon ein sehr positiver und aufschlussreicher Start für uns.«

Offenbar legt KTM viel Augenmerk auf gute Kühlung: Riesiger Kühler (der für die Oktober-Temperaturen in der Steiermark gleich mit Tape wieder abgeklebt wurde) plus Haifisch-Auslässe seitlich in der Verkleidung, zur effizienten Kühlluft-Abführung.

Noch in diesem Jahr ist ein weiterer Test mit Alex Hofmann und dem zweiten Testfahrer Mika Kallio geplant. In den kommenden Monaten wird im KTM-Werk in Mattighofen und im Nachbarort Munderfing – dort ist neben einem KTM-Motorenwerk und der Firma WP (die Federelemente, Kühler und Rahmen für den Serienbau fertigt) auch die KTM-Rennabteilung untergebracht – weiter an der Entwicklung der KTM RC16 gearbeitet.

Fotos: KTM/Philip Platzer

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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