Small-Talk mit Legende Helmut Dähne

0

Helmut Dähne schätzt die Honda Fireblade schon seit Jahren.

Wenn es eine lebende Legende gibt, dann Helmut Dähne. Seine Markenzeichen über Jahrzehnte hinweg: Die rote Lederkombi mit weißen Blockstreifen und ein weißer Helm, dazu ein schneller, sauberer Strich auf der Ideallinie, ohne Bammelbein-Kasperei. Helmut fuhr bereits in den Siebzigern TT-F1-Rennen, als es los ging mit den dicken Fourstrokes in Imola, dann die TT auf der Insel Man, etliche Jahre in der Langstrecken-WM (mit dem Eckert-Team) und immer wieder die einstigen Motorrad-Rallies in Hockenheim und am Nürburgring. Beruflich lernte Dähne bei BMW in der Motorsportabteilung, wechselte später zu Metzeler, gab ein kurzes Intermezzo beim Suzuki-Importeur, kehrte dann aber wieder zu den Reifenbäckern zurück. Als Renn- und Testfahrer hat Helmut Dähne in seinem Leben wahrscheinlich mehr Runden über den alten Nürburgring gedreht als jeder andere. In Stein gemeisselt steht seit 1993 auch seine sagenumwobene Nordschleifen-Rekordrunde in 7.49,71 min. auf der Honda VFR750R (aka RC30).

Mit der RC30 fährt Helmut immer noch am allerliebsten.

 

Neulich am Nürburgring, bei einem Nordschleifen-Training des Action-Teams, lief Dähne mir über den Weg; die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch lässt man sich natürlich nicht entgehen.

 

Helmut, Du fährst jetzt schon so lange Motorrad, wahrscheinlich bist über das Alter, in dem man aufhört, schon lange hinaus, oder?

»Anscheinend, ja. Es macht halt immer noch Freude. Speziell auf der Nürburgring-Nordschleife.«

Wieviel Runden hast bisher hier gedreht?

»Anhand der gezählten Rennrunden rund 1.200 bis 1.300 Runden im Renntempo bei Veranstaltungen. Dazu kommen jede Menge Tests, Trainings und Lehrgänge dazu, 4000 sind es insgesamt bestimmt. Alles Spassrunden.«

Wenn jemand fragt, warum Du Motorrad fährst, was antwortest Du?

»Weil es Spaß macht. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Mir bereitet es Freude, ein Zweirad zu bewegen, zu beherrschen, vor allem schauen, dass es möglichst fehlerfrei stattfindet. Das ist immer mein großes Ziel. Das ist unverändert so. Selbst wenn man etwas noch so gut beherrscht, können einem ja jederzeit Fehler unterlaufen.«

Lernst Du heute auf der Nordschleife immer noch neue Sachen dazu?

»Na, eigentlich nicht. Das ist nur dann der Fall mit einem schnelleren Motorrad. Dann muss man wieder umdenken, weil alles ein bisschen anders ausschaut.«

Seit Jahrzehnten unverkennbar: Rotes Leder, weiße Lettern.

Du fährst neben Deiner Honda RC30 noch eine CBR1000RR Fireblade, warum dieses Modell und nicht etwas anderes?

»Weil die Fireblade, finde ich, die ausgeglichenste 1000er ist, die am fahrbarsten ist. Meine ist BJ 2008 oder 2009.«

Du hast mir vor ein paar Jahren mal erzählt, dass die Blade eine freundliche Leihgabe vom Importeur ist. Kann es sein, dass die Leute bei Honda das Bike inzwischen vergessen haben?

»Nein, nein. Ich wurde gebeten, das Nummernschild zu schicken, weil sie umgezogen sind nach Frankfurt und im Brief Adressänderungen vorgenommen wurden. Danach kam alles wieder zurück. TÜV mache ich, Inspektionen mache ich selber, auch wenn da ein Sticker von einem Honda Händler drauf ist, der sie ausgeliefert hat. Das Bike wurde damals nach München geschickt, und der hat sie mir ausgeliefert.«

Hier am Nürburgring, habe ich gesehen, bist kein Instruktor wie die anderen, der eine Gruppe fix betreut…

»Doch, normal schon. Das ist jetzt das erste Mal, dass ich so eine Art VIP-Instruktor bin, der Leute mitnimmt, die halt mal gerne eine Runde mit mir fahren möchten.«

Wenn jemand einen Tipp erfragt, um besser oder schneller zu fahren, was antwortest Du?

»Fahren, fahren, fahren, schneller wird man von selbst.«

Gilt das auch für die Straße, oder eher nur für die Nordschleife?

»Eher hier. Auf der Straße kann man nicht trainieren wie auf der Rennstrecke, wo man eine Runde nach der anderen dreht.«

Auf der Straße normal spazieren fährst auch?

»Freilich. Auf der Straße fahre ich zwar wenig, aber das passiert auch. Meistens mit der Freundin hinten drauf. Dafür nehme ich dann aber nicht die Fireblade, sondern eine GS, also eine alte GS.«

Hast Du noch mehr Motorräder außer der Fireblade, der RC30 und einer GS?

»Ich habe noch meine alte TT-BMW-Rennmaschine, die so aussieht wie eine R 90 S.«

Du bist ja inzwischen im Ruhestand. Womit vertreibst Deine Zeit, wenn Du nicht hier am Nürburgring ein paar Runden drehst?

»Ich gebe Reifen-Seminare für Motorradfahrer. Was ich zuletzt bei Metzeler für Händler gemacht habe, biete ich weiterhin an, aber für normale Motorradfahrer. Der Erfolg hält sich noch in Grenzen, das Interesse an Reifen scheint eher gering. Das wundert mich, weil dachte, Motorradfahrer seien technisch mehr interessiert.«

Wo kann man Dich und diese Reifenkurse finden?

»Im Internet auf meiner Seite Technical Tyre Trainings unter www.tt-trainings.de

 

Archivperle 1: Helmut Dähne/Eckert-Honda, 8H Nürburgring 1981, Hatzenbach.

 

Archivperle 2: Hervé Moineau/Suzuki, Helmut Dähne/Eckert Honda, 8H-Nürburgring 1982, Ausgangs Hatzenbach.

 

Archivperle 3: Helmut Dähne, Eckert Honda, 8 H Nürburgring 1983, Aufstieg zum Karussel.

 

Fotos: Buenos Dias

 

 

 

 

 

 

 

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply