Triumph Tridays: Good stuff all over the place

0

Als ich zu den Tridays fuhr, stimmte ich auf der Speed Triple R alsbald den Song »Goodbye« von DJ Feder an (Youtube-Link dazu? There you go!). Mann, ging es mir gut. Die Sonne schien, das Ziel lag 600 km weiter südlich, ich sass auf dem Dreizylinder-Roadsterl mit Öhlins-Fahrwerk. Morgens losfahren und wissen, dass die Tour den ganz Tag andauern wird, nichts taugt mir mehr.

IMG_8730

Mit einem Begleiter von Triumph Deutschland auf einer Tiger 800 und Bloggerin Minya auf einer Scrambler gurgelten wir über die Autobahn und ich genoss den Sound des 1050er Triple, der schön elastisch und vibrationsfrei läuft und sauber abgestimmt am Gas hängt. Etwas Lastwechselspiel im Antriebsstrang, ansonsten ein gelungener Motor, den nicht ins Herz zu schließen unmöglich ist.

Bei München pickten wir Kollege Rolf Henniges auf und nahmen den Rest der Strecke über Landstraßen via Bad Tölz und ein paar Pässe in Angriff, unter anderem den Gerlos. Eigentlich müsste ich jetzt schreiben, wie geschmiert alles lief, als die ersten Kurven kamen, aber irgendwas passte nicht, ich eierte rum wie ein Osterhase auf Lambrusco, weil meine Streety sich seltsam störrisch zeigte, nicht viel, aber genug, um nicht einlenken zu wollen. Vielleicht hätte ich in Bayern keinen Schweizer Wurstsalat über Mittag essen sollen.

Die Tridays gingen heuer bereits zum 10. Mal in Neukirchen aka Newchurch über die Bühne. Das Besondere: die ganze Ortschaft ist in das Marken-Event eingebunden und alle zelebrieren mit dem Publikum den Geist von britischen Twins von Triples. Das funktioniert, die Tridays sind Triumphs größtes Event weltweit.

Tridays bedeutet: Good stuff all over the place. Triumph-Flaggen und Union Jacks überall, passend dekorierte Geschäfte, Hotels und Kneipen, Verkaufs- und Ausstellungsstände von Händlern, Tunern, Spezialisten aus allen Bereichen, immer wieder Bobbies, Dudelsackpfeifer und anglophile Selbstdarsteller. Viel zu gucken, viel zu sehen, viel zu bereden, viel zu begiessen. Zwischendurch schwebte die Triumph T15 by Palatina per Hubschrauber ein. Und auf zwei Bühnen spielten Bands bis weit nach Mitternacht.

Der zweite Tag startete mit einer Ausfahrt zur Zillertaler Höhenstraße. Zehn Bikes, darunter ein paar Mitarbeiter aus dem Triumph-Werk, vorne weg ein ortskundiger Guide. Obwohl teilweise verregnet, eine superbe Ausfahrt, unglaublicher Fahrspaß und schönstes Berg-Panorama. Meine Speed Triple war bestens drauf und funktionierte schulbuchmässig. Geschmeidiges Einlenken, präzise Linien und beachtlicher Kurvenspeed, Öhlins at it´s best.

Unsere Route führte wieder über den Gerlos, der gleiche Pass, das gleiche Motorrad, der gleiche Honk im Sattel, keine Schraube gedreht, aber much besseres Feeling und eine Riesen-Hetz. Zurück in Neukirchen folgte ein 24 Minuten-Rennen mit Skyteam Ace 125-Bikes im Cafe-Racer-Stil. Zehn ausgesuchte Zweierteams waren am Start, jedes auf seine Art ausgestattet. Ex-Racer Steve Parrish kommentierte das Spektakel, die Action vor vollgepackten Zuschauerrängen entpuppte sich als großes Kino.

Dass anschließend Regen einsetzte und bis in die Nacht anhielt, konnte den abendlichen Trubel nicht wirklich verhindern. Alle Lokalitäten waren brechend voll. Bier trinken, vor den Musikbühnen verharren und den Bands lauschen, Stände abklappern und die relaxte Stimmung geniessen, ging bis weit nach Mitternacht. Angeblich hat es bisher bei jedem der 10 Triday-Events ein wenig gegossen. Aber da Regen nichts ist, was Briten wirklich erschüttert, haben auch Triumphfahrer damit nicht das geringste Problem.

Am dritten Tag unserer Tridays-Tour präsentierte sich Neukirchen mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ich löffelte mein Früstücksmüsli in unserer Bleibe draußen auf einer Bank mit Cinemascope-Blick auf die Bergwelt, über der Schäfchenwolken schwebten und spürte vorab genau, dass die Heimfahrt mit der Speed Triple R wieder ein Vergnügen werden sollte. 

Fotos: Buenos Dias

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply