Fireblade-Umbau: Dönsdorf Honda

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Jörn Dönsdorf hat bei Honda Krapp in Mainz Motorrad-Mechaniker gelernt, zügig die Meisterausbildung absolviert und sich anschließend mit einer freien Motorrad-Werkstatt in der Ortschaft neben seiner Heimatstadt Ingelheim selbstständig gemacht. Neben Inspektionen und Reparaturen an allen Fabrikaten erledigt er immer wieder Umbauten, nicht nur im Kundenauftrag, sondern auch für sich selbst. Diese nackte Honda Fireblade zum Beispiel. »So preiswert wie möglich etwas Schönes bauen«, umreisst der 30-jährige Rheinhesse das Motto seines nackten Sportbike-Projekts auf Basis einer 94er CBR900RR (SC28).

 

Rahmen und Motor blieben Standard, ebenso Schwinge und Federbein. In der Gabel ersetzt ein 17 Zoll-Vorderrad einer CBR600 (PC31) das orginale 16-Zoll-Teil. Für den einsitzigen Sebimoto-Rennhöcker wurde ein neuer Heckrahmen aus Stahl angefertigt. Umgearbeitet präsentiert sich der Auspuffkrümmer: aufgeschnitten, neu in »high-up«-Position ausgerichtet und verschweisst. Yoshimura steht zwar auf dem Nachrüstdämpfer, tatsächlich ist es ein No-Name-Teil, das nachträglich mit Hitzelack geschwärzt wurde.

 

Vom windschlüpfrigen Plastikkleid aus der Blade-Frühzeit ist nichts mehr vorhanden. Stattdessen zieht die nackte Mechanik eines Sportbikes mit asketischer Ausstrahlung die Blicke an. Zur stimmigen Optik tragen ausgesuchte Anbau- und Zubehörteile bei: Rundscheinwerfer (190 mm Ø) mit eingearbeiten LED-Kontrollleuchten, Alu-Lenkerstummel von TRW-Lucas, rote Samco-Kühlschläuche, blaue Enuma-Kette, Supersproxx-Stealth-Kettenrad, Stahlflex-Leitungen, Daytona-Drehzahlmesser mit integrierter Öltemperatur- und Kühlflüssigkeitanzeige sowie ein Fahrradtacho von Sigma.

 

Die Auspuffhalterung aus Carbon ist selfmade, ebenso das Sitzpolster aus Wildleder. Auch die Batterie platzierte Jörn platzsparend unter den Vergasern mit einer passgenauen Eigenbau-Aufnahme. Aufgeräumt gefällt das Heck mit Lucas-Nummerschildhalter, an dem Micro 1000 DF-Kellermänner mit Blinker-, Rücklicht und Bremslicht-Funktion befestigt sind. Ein cooles Detail sind auch die Neopren-Schoner (von Mathies) über den Gabelstandrohren, die sonst an Offroad-Bikes Verwendung finden.

 

Die Dönsdorf-Honda präsentiert sich gut in Form und schön grimmig, weil Mechanik und Chassis dunkel gehalten sind, wobei Aluminiumrahmen und Schwinge nachträglich schwarz lackiert wurden. Einen gelungenen Kontrast dazu liefert (neben den roten und blauen Farbtupfern) das unschuldige weiße Lackkleid auf Tank und Sitzbank, das vom Lackierspezi der Dönsdorf-Werkstatt in Gau-Algesheim gleich nebenan (Lackschmiede Jung) realisiert wurde. Auf die Farbe hat Jörn die gold eingefassten blau-roten Streifen noch akkurat aufgebracht, anschließend kamen sechs Schichten Klarlack drüber.

 

Der große Vorteil von derlei Umbauten: Normal dreht sich niemand mehr nach über 20 Jahre alten Supersportlern um. Gekonnt modifiziert und gefinisht sieht das komplett anders aus. Denn aus dem angejahrten Sporteisen ist eine zeitlos schöne und fahraktive Maschine geworden, die sich dazu mit 188 Kilo annähernd vollgetankt deutlich leichter zeigt als die orginale SC28-Blade, die leer 190 Kilo auf die Waage drückte und zu ihrer Zeit zu den absoluten Leichtgewichten zählte.

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Jörn Dönsdorf, der den Wert des Umbaus auf rund 6.500 Euro taxiert, hat für Kunden bereits eine Handvoll ähnlich umgebauter Fireblades auf die Räder gestellt. Nächste Projekte sind auch bereits anvisiert. Jörn will eine ehrwürdige Honda CB 750 Four, die über Jahrzehnte in einer Garage schlummerte, stilvoll umbauen. Danach wird eine YJ 550 Yamaha mit Aprilia-Banenschwinge und Kawasaki-GPZ900-Tank zu neuem Leben erweckt. Die Chancen, dass es weiter geht mit den Dönsdorf-Bikes im Gasgriffsalat, stehen also eher gut.

Infolink: www.2-raddoensdorf.de

Fotos: Buenos Dias

 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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