Ducatis Spektakel vor dem Mugello-GP

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Mugello ist mind-blowing. Wunderschön eingebettet in die Toskana, grüne Landschaft und sanfte Hügel drumherum. Die Rennstrecke ist 5,2 Kilometer lang, gehört Ferrari, die Funktionsgebäude sind alle farbenfroh rot und gelb gestrichen, das Pförtner-Office am Eingang zum Areal ist gestaltet wie ein Integralhelm – italienisch verspielt und liebevoll zugleich. Wer jemals in Mugello auf der ideallinie unterwegs war, ob als Profi- oder Hobby-Motorradfahrer, liebt das flüssig arrangierte Geschlängel aus langsamen und schnellen Kurven, wobei vor allem letztere für Entzückung sorgen. Arrabiata 1 und Arrabiata 2 zum Beispiel, eine delikate, schnelle Doppelrechts, die wie Pesto-Margarine in eine Talsenke gestrichen ist und am Ende über einen Hügel ansteigt, ist nur eine von vielen atemberaubenden Passagen, bei der sich bei Normal-Ottos schaurig die Nackenhaare aufstellen, bei der Vorstellung, hier im vierten Gang durchzuziehen, während der Knieschleifer über den Asphalt raspelt. Die lange Zielgerade, die irre Windschatten-Gefechte und Tempi bis knapp 350 km/h produziert und schon manches Highspeed-Crash-Drama produziert hat (Nakano 2004, Marquez 2013) ist auch ein spezielles Thema.

In Autodromo Internazionale del Mugello findet dieses Wochenende der Italien-GP statt, als sechster Lauf zur MotoGP-WM. Ducati, für die dieser Event natürlich überirdisch wichtig ist, kreuzte zur publikumswirksamen Einstimmung mit den Werksfahrern Andrea Dovizioso und Andrea Iannone sowie den Pramac-Ducati-Piloten Yonny Hernandez und Danilo Petrucci im toskanischen Städtchen Siena auf. Die vier Desmosedicis röhrten durch die mittalterliche Altstadt zum Plaza del Campo vor den Palazza Publico und den Dom aus schwarzem und weißem Marmor. Wieviele Zuschauer das demodromische Spektakel genossen, ist schwer zu schätzen; auf jeden Fall werden alle noch lange erzählen, wie höllisch und göttlich zugleich es klingt, wenn der Sound von vier Desmosedici-Raketen von den historischen Gebäuden wiederhallt, dass die Stadtmauern wackeln.

Italiener haben einfach mehr Herz und mehr Begeisterung für Motorsport als andere. Schön, oder?

 

Platz da in Siena: Ducatisti Iannone und Divizioso auf der Plaza del Campo.

Alte Bautechnik, moderner Desmo-Brüller: Dovi als bestaunter City-Flitzer.

Ducati Corses Team-Order of the day: Helm auf und ab durch die Menge.

Im Cruiser-Modus vorbei an Ristorante und Pizzeria: Dovi & Co im Spalier aus Fans und Smartphones.

Bolognas Botschafter: Dovizioso, Hernandez, Petrucci, Iannone.

Duc-Quartett vor dem berühmten Dom in Siena: Hernandez, Petrucci, Iannone, Dovizioso.

Wo sonst nicht mal Roller hindürfen: Desmosedicis vor dem Palazzo Publico.

Vorfreude auf den Heim GP: Bolognas Vollgas-Quartett.

Halb so wild: Ein bißchen Theater gehört als Ducati-Werksfahrer in Italien schon dazu.

Fotos: Ducati Corse

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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