Yamaha R1: die Technik des IDM-Superbikes

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Michael Galinski, Teamchef von MGM Yamaha Deutschland (r.), am Laptop zaubert Elektronikus Markus Eschenbacher.

Grundsätzlich ein Riesenwurf: Neue Yamaha YZF-R1 als IDM Superbike.

Michael Galinski, Teamchef des MGM Yamaha Deutschland Team, fasst zur Technik der IDM-Superbikes von Max Neukirchner und Damian Cudlin das Wichtigste zusammen: »Grundsätzlich ist die neue R1 ein Riesenwurf, das ist längst klar und hilft uns natürlich, vorne ganz gut mit dabei zu sein. Dafür dass alles brandneu ist, funktioniert das Motorrad vom Fleck weg super. Es fährt sich auch ganz anders, viel handlicher, hat dazu ordentlich Power.«

»Am Motor ist gar nicht viel gemacht, dazu sind Wasser- und Ölkühler größer. Leistung am Hinterrad über 200PS.«

»Am Motor ist gar nicht viel gemacht, es sind ein paar Kitsachen wie andere Nockenwellen drin, dazu sind Wasser- und Ölkühler größer. Die R1 hat Standard schon gut Bumms, unten wie oben, inzwischen fahren wir die erste Stufe. Am Hinterrad haben wir damit über 200 PS Leistung, mehr möchte ich nicht sagen. Es wird jedes Rennen etwas Neues einfließen, weil es nicht klug wäre, zu Anfang gleich alles reinzupacken. Besser ist, sich Stück für Stück zu steigern, da arbeiten wir dran.«

 

»Wir sind nicht mit dem elektronischen Fahrwerk der R1M unterwegs, sondern mit konventionellen Öhlins-Federelementen, mit denen wir seit Jahren vertraut sind, also Cartridge-Innereien vorne und TTX-Federbein hinten. Wir wollen in der Meisterschaft gut aussehen, das ist zu Beginn schlicht zielführender, als zuviel Neues auf einmal einzusetzen.«

»Wir haben einiges Gewicht abgespeckt, was relativ unproblematisch war. Das Motorrad muss laut Reglement 168 kg ohne Sprit wiegen, unseres wiegt deutlich weniger, also bringen wir es mit Zusatzgewichten wieder gezielt auf reglementskonforme 168 kg. Man muss dabei schauen, was das Bike für eine Gewichtsverteilung hat. Wir haben mehr Gewicht vorne, was ja gewollt ist. Wenn es Zusatzgewicht an Bord zu nehmen gilt, gehen wir damit also eher nach hinten, um mehr Gripp zu generieren. Das Gewicht ist unter der Sitzbank positioniert; wir können dort bis zu 5 Kilo hinpacken.«

Cudlinski, doppelt beschirmt.

»Dieses Jahr gibt es eine „Balance of Performance-Regel“. Die ersten Drei bekommen Zusatzgewicht aufgebrummt, nach einem bestimmten Schlüssel. Alle Teams haben das abgelehnt, es kam trotzdem. Das Thema kam überhaupt erst auf, weil die Ducatis mit 1200 Kubik letztes Jahr so überlegen waren, also wurde nachgedacht wie man die ein bißchen einbremst, wie es anderswo ja auch passiert. Jetzt macht es die Superbike IDM aber für die ganze Klasse, was in meinen Augen ein totaler Schwachsinn ist, den es nirgendwo auf der Welt gibt, außer hier.«

We have lift-off: Max N., verfolgt von Fireblader Jan Halbich.

»Die alten R1-IDM Superbikes? Die stehen zu Hause. Da ruft keiner an, die will keiner mehr haben. Höchstens geschenkt, aber dafür sind sie zu gut. Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn ein neues Motorrad kommt, ist der Vorgänger als Rennmaschine nichts mehr wert. Dann kannst 15 Jahre warten, dann werden sie wieder interessant. Für meine alte Yamaha OW01 wurden schon 30 Mille geboten. Also warte ich.«

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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