CB1300-Forumstreffen in Franken

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Dickschiff-Meeting im Frankenland.

Jeder kennt das: Regen ist nur Wasser und trocknet wieder, außerdem gibt es kein schlechtes Wetter, höchstens schlechte Bekleidung. Trotzdem stimmte mich der Wetterbericht unrund, denn für Hin- und Rückfahrt zum Forums-Treffen war ordentlich Schütten angesagt. Also malte ich mir die 300 km Anfahrt bei unter 10 Grad eher ungemütlich aus, dito die Rücktour; immerhin versprach es zwischendurch am eigentlichen Fahrtag des Treffens trocken zu bleiben.

Am Ende siegte die Mimose in mir und ich stopfte meine 13 in den Salat-Bulli. Aber unterwegs gen Franken durchströmte mich ein ständiges Wechselbad der Gefühle. War die Fahrbahn trocken, schimpfte ich mich selbst: »Wärste doch per Achse gefahren.« War es nass und ungemütlich, dachte ich: »Doch nicht so verkehrt.«

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Mimosen-Lösung: 13 im Salat-Bulli.

Mein Ziel war die »Frankeninvasion« des deutschen CB1300-Forums. Dieses internette Forum (www.cb1300-forum.de) ist die Anlaufstelle für Freunde der dicken Reihen-Vierzylinder-Honda, nackt oder mit Halbverkleidung (2003 bis 2013), die inzwischen aus dem Programm radiert wurde, zumindest in Europa, nur in Japan läuft das Teil in Details verfeinert noch immer vom Band.

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CB-Trio: Rast am Happburger See.

Die CB1300 ist einfach ein gutes Motorrad; fährt schön geschmeidig, strömt über kurvigen Asphalt satt und sicher dahin, entzückt mit Drehmoment und Vierzylinder-Charme, ist durchkonstruiert, wie es sich gehört, bietet keine billigen oder halbgaren Huschwusch-Lösungen, die nicht funzen oder zu Rückrufen Anlass geben und gefällt mit einer Optik, für die man sich weder schämen noch entschuldigen muss, was nicht unbedingt selbstverständlich ist heutzutage. Viele, die eine 13 steuern, schätzen ihre Qualitäten sehr und wollen sich gar nicht vorstellen, auf etwas anderes umzusteigen. Mir geht´s nicht anders.

Was passiert bei Forumstreffen? Man kommt zusammen, lernt etliche Leute kennen, meistens Enthusiasten, mit denen man irgendwie auf einer Bank sitzt, zumindest was zwei Räder betrifft, plaudert reichlich, mitunter auch dummes Zeug, was aber okay ist, solange man drüber lachen kann, fährt schöne Strecken ab, abends wird das Erlebte ordentlich begossen und anschließend geht es wieder heim.

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Gewichtige Adressen sollte man nie links liegen lassen.

Bestimmte Regeln für Forentreffen gibt es eigentlich keine. Meistens findet sich jemand, der eine geeignete Lokalität und Gasthäuser in der Nähe kennt, einen Namen erfindet, ein Treffendatum aufruft, eine Anmeldeliste dazu aufsetzt und pflegt und vielleicht dazu ein paar Routen ausbaldowert. Der Rest ergibt sich von alleine. Die Leute kommen, fahren in kleinen Gruppen zusammen aus, verbringen eine gute Zeit und fahren wieder nach Hause – und freuen sich auf das nächste Treffen.

So war es auch bei der sogenannten »Frankeninvasion« letztes WE, zu der sich rund 50 Leute in Trockau (unweit Bayreuth) von überall her einfanden, ein Schweizer Kurvenjunkie war auch dabei, mit gut 700 km Anfahrt. Eine Handvoll Guides erbarmte sich, vorne weg zu fahren; die Gruppen bildeten sich spontan und ohne großes Theater. Danach wurde durchs kurvenreiche Fränkische geströmt, jeder auf einer anderen Route, weil tolle Straßen gibt es da in Hülle und Fülle.

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Meine Begleiter im Frankenland: Guide Uko ( mit cooler Brille) und Dedel.

Ich spannte mit zwei Nordlichtern zusammen, Uko aus Bremen und Dedel aus Cuxhaven. Zusammen kurvten wir kreuz und quer durch das Fränkische Land. Guide Uko folgte seiner GPS-Lenkerschlampe, auf die eine kurvige Route über Nebenstrassen aufgespielt war, jedenfalls war es schön und abwechslungsreich und wir hatten unseren Spaß. Das Wetter spielte mit, durchweg trocken und immer warm genug, zwischendurch blinzelte sogar blauer Himmel zwischen den Wolken durch. Zum Mittagessen landeten wir am Happurger Stausee in einem Lokal, am Nachmittag folgte noch der Hohensteiner Hof in der Nähe der gleichnamigen Burg, um einen Windbeutel epischer Größe zu verspeisen.

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Diät wird überbewertet: Hier werden Windbeutel aufgetischt.

Nach einem gemütlichen Abend verteilten sich die Forumstreffen-Teilnehmer am nächste Tag wieder in alle Himmelrichtungen. Dass alle dabei von relativ hoher Luftfeuchtigkeit begleitet wurden, konnte kaum jemand erschüttern.

Das nächste Event des CB1300-Forums, das ISFT 2015, das »Internationale Super Four Treffen« wird am ersten Juni-WE auf der Tonenburg in der Nähe von Höxter stattfinden. Rund 60 Teilnehmer haben sich derzeit angesagt. Ende Juli folgt ein großes Meeting an der Mosel, auch kleinere Treffen zwischendurch oder der eine oder andere Stammtisch werden immer gerne genommen.

Auf jeden Fall gibt immer irgendwo einen Grund, sich auf die Socken zu machen. Wenn sich die Freude am Motorradfahren mit anderen teilen lässt, wird es gleich noch mal so schön. Das ist so, war so und wird immer so bleiben.

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Mit Bulli on my way to the Meeting.

Fotos: Buenos Dias

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

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    Die Treffen machen das Forum aus. Da gibt es öffentliche und nicht öffentlich ausgeschriebene.
    Nur 14 Tage nach dem Jahreshauptreffen finden sich wieder 24 Leute mitten im Spessart ein um Motorrad fahren und Geselligkeit zu celebrieren.
    Leider waren nicht genug Betten frei, sonst wärst Du dabei.
    Gruß, det

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