Interview mit Yamaha-Neuzugang Max Neukirchner

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Max Neukirchner, MGM Yamaha R1 für die Superbike-IDM 2015

Wie sah Deine Saisonvorbereitung aus?

»Ich habe letztes Jahr durch den ADAC Sachsen begonnen, meine C-Lizenz-Prüfung abzulegen und bin gerade erst damit geworden. Geplant war das eigentlich nach meiner Karriere. Ich kann damit anderen helfen, Fitnesspläne und Ernährungspläne speziell für Rennfahrer aufzustellen. Ich habe mich jedes Jahr gut auf die Saison vorbereitet und immer sehr viel Sport gemacht, aber nie so koordiniert wie diesen Winter. Die Ausbildung hat mir von der Ernährung über Trainingszeiten und auch Pausen viel gebracht. Ich habe im Winter fünf Wochen lang Kraftaufbau im Fitnessstudio gemacht, die erlernten Grundlagen umgesetzt und dann noch fünf Wochen Kraftausdauer trainiert. Ich bin also mit einer sehr guten Basis zum ersten Test gekommen, aber sobald man auf dem Motorrad sitzt und 70 bis 80 Runden pro Tag fährt, bewegt man wieder ganz andere Muskelgruppen und hat am Ende doch starken Muskelkater. Der Körper regeneriert sich aber viel schneller, wenn ich bereits fit ankomme.«

Wie kam es zum Vertrag mit dem MGM Yamaha Team?

»Im November habe ich die Yamaha zur Messe in Mailand zum ersten Mal angeschaut und fand sie richtig gut, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Hintergedanken hatte. Später hat Yamaha bei mir angefragt. Seit Anfang Dezember habe ich einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr. Nach den ersten Testtagen bin ich total begeistert vom Team und dem Motorrad. Ich fühle mich wohl und bin sehr zufrieden mit meiner Wahl.«

MGM Yamaha R1 für die Superbike-IDM 2015

Dein erster Eindruck der R1?»

Am ersten Tag konnten wir direkt extrem schnelle Rundenzeiten fahren. Am zweiten Tag stockte es erst ein bisschen, aber nach ein paar guten Handgriffen meiner Crew waren wir am Ende des zweiten

Testtages wieder sehr glücklich. Mir fehlte nur eine Zehntelsekunde auf den Rundenrekord auf dem Circuit Alcarras! Das war wirklich stark. Das Bike hat extreme Power, ist sehr stabil auf der Bremse, handlich und macht einfach Spaß. Auch mit der Elektronik machen wir schnelle Fortschritte. Ich komme mit dem Motorrad bestens zurecht.«

Dein Ziel 2015?

Mit dem Team das Beste herauszuholen und die bestmöglichen Erfolge einzufahren. Natürlich wollen wir gewinnen und um den Titel kämpfen. Im letzten Jahr bin ich in 15 Rennen 13 Mal aufs Podest gefahren; ich weiß, dass ich schnell und konstant sein kann. Ich bin überzeugt, dass wir sehr gut dabei sind, wenn wir genauso weiterarbeiten, wie wir begonnen haben.

Was passiert bis zum Saisonstart?

»Ich kam nach Tests in Alcarras, Valencia und Almeria für eine Woche nach Hause. Danach bin ich nach Le Mans gefahren und habe dort zwei Tage die YART-Endurance-R1 getestet. Danach war ich nur eine Woche zu Hause, bevor es schon zum ersten WM-Lauf in Le Mans ging. Anschließend geht’s mit Team Yamaha MGM zum Training auf den Lausitzring, bevor das erste Rennen der Saison ansteht. Ich freue mich auf die Saison und werde mich in den kurzen Zeitspannen zu Hause, aber auch wenn ich unterwegs bin, bestens darauf vorbereiten.«

Max Neukircher, YART Yamaha R1 für die Endurance-WM 2015

Wie stark schätzt die Gegner in diesem Jahr ein?

»Ich gehe davon aus, dass es ähnlich wie im Vorjahr wird. Damian Cudlin wird super dabei sein, die 3C-Truppe wird stark sein und auch Markus Reiterberger ist ein Siegkandidat. Momentan kann ich nicht abschätzen, wie stark die anderen sind. Unser Motorrad ist richtig gut, aber wir konnten es den anderen noch nicht gegenüberstellen. Man wird im ersten Rennen sehen, wie schwer oder hoffentlich leicht es mir fällt, an der Spitze mitzufahren.«

Ein Wort zu deinem Teamkollegen Damian?

»Ich komme richtig gut mit ihm zurecht. Wir verstehen uns bestens. Damian ist sehr locker, unkompliziert und wir hatten schon viel Spaß miteinander. Ich bin überzeugt, dass wir während der Saison gut zusammen arbeiten und uns gegenseitig stark helfen können. Er ist ein starker Fahrer, ich bin auch schnell, also werden wir uns gegenseitig pushen und uns gemeinsam immer weiter steigern.«

YART Endurance-Yamaha R1

Die größte Herausforderung in diesem Jahr?

»Mein Ziel ist es, konstant zu fahren, am besten gar nicht zu stürzen und vorne mitzufahren. Um das zu erreichen, müssen wir konstant schnell sein, damit wir am Saisonende ganz vorn stehen. Ich denke, dass das mit diesem Bike und diesem Team gelingen kann. Für mich persönlich wird die größte Herausforderung darin bestehen, dass ich in diesem Jahr parallel in in der Superbike-WM und der Langsrecken-WM antrete und für jedes Rennen entsprechend vorbereiten muss.«

Was passiert während der Saison, wenn kein Rennwochenende ansteht?

»Ich werde hart trainieren und habe neben der Superbike-IDM noch einen zweiten Startplatz im Yamaha Austria Racing Team in der Endurance-Weltmeisterschaft. Das ist für mich knallhart. Ich muss extrem fit sein, um die 24 Stundenrennen durchzuhalten. Ich werde erneut viel unterwegs und kaum zu Hause bei der familie sein. Ich freue mich aber sehr darauf und wollte auch diese Herausforderung unbedingt annehmen.«

Fotos: Yamaha

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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