Vollfettstufe: Harley Fat Boy wird 25

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Wuchtbrumme bleibt Wuchtbrumme, auch wenn mit Techno-Details, Farben und Deko ein bißchen gespielt wird. Foto Harley Davidson.

 

Ihre Geschichte beginnt 1990: Das Designteam um Willie G. Davidson hat die Fat Boy auf der Basis der Softail-Plattform breit, flach und voll fett gestaltet. Vorn und hinten rotieren Leichtmetall-Scheibenräder. Das Frontend dominiert eine wuchtige Gabel mit riesigem Scheinwerfer. Für Vortrieb sorgt der 1340 cm3 große Evolution-Motor, der über zwei übereinander angeordnete Schalldämpfer ausatmet. Benzin- und Öltank, Fender und Rahmen erstrahlen in Silbermetallic. Sieben gelbe Zierstreifen setzen Akzente. Ein Zahnriemen treibt das Hinterrad an.

Das vollfette Eisen erobert die Herzen der Biker ziemlich im Sturm und prägt alsbald eine neue Gattung: den Cruiser. Alles ist eine Nummer größer, alles strahlt Macht und Autorität aus. Obgleich die Harley Fat Boy üppig und solide ausfällt, bleibt sie (jubelt zumindest der Harley-Pressetext) erstaunlich handlich und fahraktiv. An Look und Wesen wird sich 25 Jahre lang relativ wenig ändern.

Die Technik dagegen wandelt sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2000 debütierte die zweite Generation der Fat Boy, mit neuem, 1449 cm3 großem Twin Cam 88B, neuem Rahmen und neuem Bremssystem. 2007 bringt einen modernisierten, 1584 cm3 großen V-Twin, den Cam 96B mit aktivem Ansaug- und Auspuff-System plus Sechsganggetriebe. 2010 ergänzt die Fat Boy Special im düsteren Bad-Boy-Look das Harley-Portfolio, und seit 2011 wird serienmäßig mit ABS gebremst. Ein Jahr später kommt der Twin Cam 103B, seine 1690 cm3 Hubraum erzeugen 79 PS und 132 Nm. Wie zu Beginn (im Jahr 1990) punktet auch das Chassis mit klassischem Starrrahmen-Look. Was aussieht wie ein ungefedertes Hinterrad, ist jedoch eine Schwinge mit verdeckt angeordneten Federbeinen.

Am Charisma des liebenswerten Eisenschweins hat sich nach 25 Jahren nichts geändert. Abnehmen? Nein danke! Wer sich in den tiefen Sitz schwingt, die Stiefel auf die Trittbretter setzt und den Starter am extrabreiten Lenkgeweih betätigt, den entführt die Fat Boy bewusstseinserweiternd in eine andere Welt: relaxt, entschleunigt, lässig und frei.

Und dann war da noch dieser Film mit »Arnie« gleich zu Beginn: »Ich will deine Kleidung, deine Stiefel und dein Motorrad.« Ein T-800 fackelt nicht lange, wenn es darum geht, Schutzbefohlene und die Welt zu retten. Terminator 2 mit Arnold Schwarzenegger schrieb Geschichte und die Welt lernte: Coole Cyborgs stehen auf Harleys. Nicht auf irgendeine, sondern auf die Fat Boy.

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Der Gasgriff Salat gratuliert HD´s Fat Boy-Eisen mit voller Drehmoment-Wucht und einem herzhaften »Potato-Potato« zum 25-jährigen Freudentag, speziell auch, weil derartiges Durchstehvermögen in der Motorradszene ja nicht gerade üblich ist. Keep rolling und möge die Schwind- und Magersucht auf ewig ein Fremdwort bleiben.

 

Könnte auch der Gruga-Park in Essen sein, ist aber San Diego anno 2006. Ist so: US-Eisen fühlen sich daheim noch besser an. Foto Buenos Dias.

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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