Pfiffig – KTM Kurvenlicht

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KTM Kurvenlicht: Neben dem Hauptkegel wird innen sichtlich besser und immer weiter nach vorne ausgeleuchtet. Foto Buenos Dias.

 

Zusatzscheinwerfer sind für Motorradfahrer ein relativ beliebtes Thema, deswegen ist es kein Wunder, dass die Hersteller ebenfalls in diese Richtung aktiv sind. Bei BMW lassen sich die K 1600-Modelle mit adaptivem Kurvenlicht ausstatten. Dabei gleicht ein Stellmotor im Hauptscheinwerfer die Schräglage des Motorrads während der Kurvenfahrt aus und lenkt das Licht im passendem Winkel auf die Straße.

Bei KTM dachte man für die 1290 Super Adventure zunächst über Zusatzscheinwerfer nach. Diese sind in manchen Ländern aber nur als Nebelscheinwerfer zulässig. Da man etwas anstrebte, das auch im Alltag Vorteile bringt, kam man auf das Kurvenlicht. Dafür wurden dann spezielle Leuchten entwickelt. Diese sind rechts und links in die Verkleidung integriert. Jede Leuchteinheit ist mit drei LED´s und Reflektoren bestückt. Angesteuert werden diese über den Schräglagensensor, der für das Kurven-ABS und die Traktionskontrolle ohnehin an Bord ist.

Wird eine Rechtskurve mit 10 Grad Schräglage durchfahren, geht eine LED in der rechten Leuchteinheit an. Bei 20 Grad schaltet die zweite LED dazu, bei 30 Grad Schräglage schließlich die dritte. Je stärker die Schräglage, desto mehr wird also der Kurvenverlauf NEBEN dem Lichtkegel des starren Hauptscheinwerfers ausgeleuchtet. In Linkskurven wird das linke Kurvenlicht aktiviert, in Rechtskurben das rechte.

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Trickreicher Aufbau der Kurvenlicht-Einheiten: Mit 3 LED´s und drei Reflektoren. Foto Buenos Dias.

Wer das Kurvenlicht-Bauteil genau unter die Lupe nimmt, wird feststellen, dass die LED´s quer zur Fahrtrichtung eingebaut sind. Erst über drei verschieden ausgerichtete Reflektoren werden die Lichtkegel dann in Fahrtrichtung umgelenkt. Die erste LED strahlt so innen ziemlich nah vor das Bike, die zweite weiter nach vorne, die dritte nochmal ein ganzes Stück weiter. Auf dem Nacht-Fahrfoto lassen sich die unterschiedlich ausgerichtet Lichtkegel-Zonen recht gut erkennen.

KTM hat in der Entwicklung etliche Nachtfahrten absolviert, um verschiedene Programmierungen und Leuchtwinkel auszutesten, um zu bestimmen, wann sich welche LED dazu schaltet. Der Gasgriff Salat konnte das Kurvenlicht der 1290 Super Adventure bereits ausprobieren, und es funktioniert prima!

Aber das eigentlich geniale ist – alles, was zum Kurvenlicht notwendig ist, ist klein und leichtgewichtig, es gibt keine komplizierte Mechanik, die sich irgendwann als defektanfällig entpuppen könnte, sogar der eingebundene Schräglagensensor (von Bosch) wiegt nur ein paar Gramm. Das Ganze ist pfiffig durchdacht, sieht gut aus, ist elegant in das Fahrzeug integriert und sorgt in der Praxis immer wieder für einleuchtend erhellende Momente – ein echter Lichtblick also.

PS: Dickes Dankeschön an Peter Ziegler, der mit der KTM 1290 Super Adventure geduldig über die dunkelsten Straßen Austrias kurvte, trotz knackiger Kühle, bis das gewünschte Nightflight-Kurvenlicht-Foto im GoPro-Kastl war.

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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