Lüthi/Schrötter: Erster Moto2-Test für 2019

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Das Team um Tom Lüthi und Marcel Schrötter für die Moto2-WM 2019.

In der Woche nach Valencia probierte das Dynavolt Intact GP-Team in Jerez drei Tage beim offiziellen Test erstmals die 2019er Kalex-Prototypen mit Triumph-Einheitsmotoren aus. Für Tom Lüthi war es nach einer MotoGP-Saison zum Comeback in der Moto2 auch das Debüt im Rennstall aus Memmingen. Das Hauptaugenmerk lag vor allem auf dem Kennenlernen der Maschine und dem Einarbeiten mit der Crew. Zum Schluss des Tests lag der 32-jährige Schweizer mit einer Zeit von 1:42.361 an 12. Position nur 0,8 Sekunden hinter der Spitze. Auch der WM-Achte Marcel Schrötter konnte erstmals mit dem Dreizylinder und der Magneti Marelli-Elektronik, die mehr Einstellungs-Möglichkeiten mit Schaltung und Motorbremse bietet, Erfahrung sammeln. Der 25-jährige Bayer hatte Spaß mit seinem neuen Bike und beendete den Test mit einer Zeit von 1:42.241 und sieben Zehntel Abstand zum Schnellsten Luca Marini auf dem 7. Platz.

Marcel Schrötter: »Mehr Möglichkeiten, ans Limit zu gehen.«

Marcel Schrötter, 130 Runden, P7 – 1:42.241 (+0.717) »Es hat Spaß gemacht, das neue Motorrad zu fahren. Wir können jetzt runterschalten ohne Kupplung, andere Bremsarten versuchen, mit dem Motorrad mehr spielen. Vorher konnte man zwar auch einiges beeinflussen, aber mehr eingeschränkt, weil man beim Bremsen mit Sliden beschäftigt war. Jetzt hat man viel mehr Möglichkeiten, ans Limit zu gehen. Es gibt mehr Power aus den Kurven heraus. Das neue Chassis funktioniert, am letzten Tag waren war das Gefühl zu den Reifen und der Strecke im Nassen ganz gut. Die Bedingungen haben sich immer geändert, deswegen war es schwierig, das Motorrad richtig abzustimmen. Für den ersten Test auf einem neuen Motorrad mit neuem Motor war es positiv. Alles hat funktioniert, wir kommen sehr gut klar. Wir werden jetzt alle Informationen analysieren. Ich werde im Dezember zu Hause erst mal gar nichts machen. Vor Weihnachten fange ich wieder an zu trainieren, danach geht´s nach Amerika, um im Januar Mountainbike zu fahren und ein paar Supercross-Rennen anschauen. Ich werde mir auf jeden Fall einen wärmeren Ort suchen, um mich auf die neue Saison vorzubereiten.«

Tom Lüthi: »Das Motorrad lässt sich schön fahren, auch im Regen.«

Tom Lüthi , 116 Runden, P12 – 1:42.361 (+0.837) »Es war gut, am letzten Tag noch im Regen zu fahren. Es ging vor allem darum, die Elektronik zu verstehen, auch die Motorbremse ist ein Thema. Ich hatte da ein paar Bedenken nach den trockenen Runden, weil das Drehmoment schon ziemlich aggressiv ist im unteren Bereich. Aber das Motorrad liess sich auch im Regen schön fahren. Man kann die Leistungskurve und Entfaltung sehr gut einstellen. Das war interessant. Zum Schluss habe ich noch ein paar Starts probiert. Generell bin ich mit den drei Tagen sehr zufrieden. In der kurzen Zeit haben wir extrem viel erledigt. Ich bin super happy mit dem Team, die Crew hat sich schon sehr gut eingearbeitet. Es macht wirklich Spaß, auch mit dem neuen Crew Chief zu arbeiten ist top. Obwohl die Zeiten nicht im Fokus waren, bin ich überrascht, dass der Abstand nach vorne unter einer Sekunde liegt. Marini hat schon den neuen 200er Reifen gefahren, welcher um einiges schneller ist. Diesen Reifen haben wir noch gar nicht probiert. Es waren spannende Tage und alles war sehr positiv.«

Schöne Aussicht: Kalex-Cockpit mit Magneti Marelli-Dashboard.

Teammanager Jürgen Lingg »Es war ein guter Test. Es war super, dass alles so problemlos funktioniert hat von der technischen Seite her. Bei einem neuen Projekt kann so etwas auch ganz anders aussehen. Aber alles verlief reibungslos. Ich bin absolut zufrieden mit Tom. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, man merkt auch, dass er viel Erfahrung hat und sich Schritt für Schritt an das Motorrad herangetastet. Wenn er sich das Paket dann für sich geschnürt hat, wird er richtig schnell sein. Seine Crew hat sich schnell eingearbeitet und hat einen super Job gemacht für den ersten Test. Auch Marcel ist mit einem breiten Grinsen vom Motorrad gestiegen. Er hat jetzt mehr Power zur Verfügung, hat sich wohl gefühlt und ist schnell brauchbare Zeiten gefahren. Marcel war von Anfang an auf den alten Reifen flott unterwegs. Für ihn fühlt sich das Motorrad an, wie aus dem letzten Jahr, nur eben mit einem anderen Motor.

Der Motor hat viel mehr Drehmoment, mit dem Blipper muss man beim Herunterschalten keine Kupplung mehr ziehen, was das Einfahren in die Kurven erleichtert. Hinzu kommt eine neue elektronisch einstellbare Motorbremse, die das Fahrverhalten positiv beeinflusst. Auch die Launch-Control ist neu. Das Chassis und die Federelemente haben auch ganz gut funktioniert. In der Winterpause liegt dennoch viel Arbeit vor uns. Wir müssen uns gut organisieren, damit alles funktioniert, sobald die Saison wieder losgeht. Die Frühjahrs-Tests liegen nah beieinander, und dann geht es auch schon wieder nach Katar.«

Fotos: IntactGP/Fritz Glänzel

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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