Stippvisite: Saisonkehraus bei BMW-Dreieich

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Showroom.

Nach Dreieich ist es nur ein relativ kleiner Hopser, das Wetter passte mit plusminus 10 Grad durchaus noch, also sattelte ich am Samstag vormittag die 13 und fuhr zum Saisonkehraus der BMW-Werksniederlassung ebendort. Als Begleitschutz war Bloggerin Moto-Minya auf ihrer F800 dabei, die nur zwei Ortschaften weiter zu Hause ist.

Die 13 fuhr ein bißchen kapriziös, was ein deutlicher Hinweis ist, wenn der Luftdruck gecheckt werden will, aber ich liess mir nix anmerken, wir fuhren eh piano über Mainz, Rüsselsheim, Walldorf, Langen. Mein Navi verschmähte für das letzte Stück nach Dreieich die Diretissima, aber Umwege fährt man als Motorradfahrer ja nicht ungerne.

Relax Ecke.

Der blau-weiße Glaspalast war wie erwartet. Rechts der Showroom für die Automobilisten, links für die Motorradln. Viel Platz für parkende Vehikel drumherum. Einige Besucher waren schon dort, nicht übertrieben viel, aber mehr als sonst vermutlich für einen Vormittag im Oktober. Wir parkten in Hinterhof neben einem roten Würstelbudenzelt und enterten den Showroom.

Minya erzählte, dass sie den Laden kennt, sie hat hier eine Blechdose gegen ihr Zweitmoped, eine R nineT, eingetauscht. Für mich war alles neu. Viel Raum mit ziemlich vielen Neubikes, grob überschlagen 5 oder 6 Dutzend. Dann nochmal plusminus 2 Dutzend im separierten Areal für Gebrauchte auf der anderen Seite. Zwei Theken, für Ersatzteile und Service, dazu ein Bereich für Zubehör und Zeugs. Die Anmutung schlicht, fast nüchtern, wie auf einer lokalen Messe, weniger Glanz und Gloria und nicht so gut ausgeleuchtet. Mehr Room als Show halt.

R 1200 RT und R 1250 RT-Dickschiffe.

Wir schlenderten herum, schauten hier und da. Etliche R Nine T´s, die neue GS, die neue RT, etliche bekannte ältere Modelle, nur wenige S1000RR, dafür eine HP4 Race. Auf einigen Bikes lagen Zettel: »Verkauft, bitte nicht zum Probesitzen aufsteigen.« An anderen hingen Zettel mit den jeweiligen Ausstattungen und Sonderpaketen und den Preisen. 15, 20, 22, 24 Mille. Die haben saftige Preise da.

Minya bei der Einstimmung.

Minya stiefelte zu einem Verkäufer-Schreibtisch und schrieb sich ein zu einer geführten Gruppen-Probefahrt mit der neuen R 1250 GS. Während sie sich wenig später boxernd aus dem Staub machte, schaute ich mich weiter im Second-Chance-Abteil um, gleich neben einer von Oldies eingerahmten Sitz- und Schmökerecke.

Die Busa stach ins Auge.

Eine Hayabusa mit Yoshi-Doppeltüte war frisch reingekommen, noch unbepreist. Eine Tracer kauerte trist in der Ecke, eine CB650F in frechem Gelb war nicht zu übersehen, wenig km und preiswert. Eine blaue Vespa stach noch ins Auge. Der Löwenanteil der Gebrauchten waren BMW´s, klar. Boxer, Fours, Twins, querbeet. Eine alte K-Triple, als Roadster umgebaut, stand noch da, bereits mit einem »Verkauft«-Zettel dran. An einer Scheibe klebten die Angebote für preisreduzierte Vorführer zu teils erstaunlichen Konditionen.

Vorführer reduziert.

Ich ging raus zum Würstelbudenzelt und trank Kaffee, bis Minya von ihrer GS-Shift-Cam-Lustrunde zurückkehrte, die sie wider Erwarten eher kühl kommentierte: »Man fühlt sich wie in einem Sessel beim Computerspielen. Irgendwie abgekoppelt. Das Längsdrehmoment beim Gas-auf-und-zu-machen spürt man noch, aber der Rest ist wie bei einem x-beliebigen normalen Motor. Kraft ist da und liegen tut es auch. Wie ein Boxer fühlt sich das aber nicht mehr an. Meine NineT fährt viel schöner und meine F800 auch.«

Carbonteil HP4 Race.

Als sie dann noch den Sound und die mechanische Scheibenverstellung für die linke Hand, die im Cockpit rechts angeordnet ist, zickig kommentierte, habe ich sie geschickt abgelenkt und auf eine köstliche »Bestworscht« eingeladen, danach war bald wieder alles entspannt und die Gemütslage auf normal. So einfach kann es manchmal sein. Als bald darauf um 14.00 Uhr zugesperrt wurde, fuhr ich noch zu einer anderen Destination in Hessen und Madame M. mit ihrer F zurück nach Hause. Immerhin war es ein kurzweiliger Vormittag in blau-weißer Welt.

Neue Shift-Cam-GS.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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