Gradinger-Kolumne: Mein Vollgas-Sommer

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Air-Time.

»Hallo zusammen, es war ein bissl still für eine Weile hier, aber jetzt gehts weiter. Nach Assen folgte Imola, vorher legten wir einen Testtag ein in Mugello und gelangten zu ziemlich coolen Erkenntnissen, weil außer in Phillip Island beim offiziellen Test hatten wir nie die Möglichkeit, etwas auszuprobieren. Danach war ich für Imola komplett zuversichtlich, aber da es eine für mich neue Strecke war und dazu eine der Schwierigsten überhaupt, habe ich ziemlich lange gebraucht, um irgendwie auf Rundenzeiten zu kommen. Im Quali Platz 19 hat mich überhaupt nicht zufrieden gestellt. Im Rennen ist es zwar besser gegangen, ich bin lange in einer Gruppe um Platz 5 mitgefahren, hatte aber kein Vertrauen zum Überholen; ich bin dann zurückgefallen und noch 12ter geworden. Das war Schadensbegrenzung, ein paar Punkte geholt, wenigstens das Team war einigermaßen zufrieden. Gut, die Supersport-WM ist eine der härtesten Seriensport-Meisterschaften überhaupt, da muss man sich manchmal eben auch durchbeissen, als Rookie sowieso.«

»Dann kam Donington Park, also England und das Wetter mit dazu. Der Freitag war ziemlich nass und bewölkt, aber die Streckn wunderschön. Die Fans waren auch der Wahnsinn, die rennen da im Regen mit kurzen Hosen rum und schauen zu.  Im ersten Training war ich gut dabei, dann hats mich leider geschmissen, ich hab nimmer fahren können; im zweiten sind wir schon mit Slicks ausgerückt, die Ideallinie war trocken, aber es hat etwas gedauert, bis ich den Speed gefunden habe und war dann schließlich auf Startplatz 12.«

Unterstützung tut gut, immer.

Warmup war cool, weil ich war richtig gut dabei, habe mich dann aber erneut hingelegt, hatte sogar schon rote Sektorzeiten gehabt, war dann aber ein bissel zu schnell in einer Kurvn. War eigentlich unnötig, passiert aber, mein Team hat wieder sensationell gearbeitet und alles just in time wieder aufbaut. Im Rennen ist es ganz gut gegangen, ich konnte mich an den Vorderleuten halten, verlor dann nach einem Fehler den Anschluss, zum Schluss gab es einen coolen Battle mit dem Badovini, ich habe leider den Kürzeren gezogen, aber der 8te Platz war für uns war trotzdem richtig gut. Das erste Mal richtig in den Top Ten, das war schon geil.«

»Mein Heimrennen in Brünn war super von Anfang an. Erstes Training halb nass und halb trocken, gleich 7ter geworden und richtig mörder Zeiten gefahren. Danach war der Gripp weniger gut und ich konnte mich nicht verbessern. Im Zeittraining war ich Siebter und habe mich das erste Mal direkt für das SP2 qualifiziert, Wahnsinn. Im SP2 habe ich es nicht ganz auf die Reihe bekommen und landete auf Startplatz 12. Von Samstag auf Sonntag hat mein Mechaniker Toby einen kleinen Radelunfall gehabt, was uns zwischendurch ein bisserl aus dem Konzept gebracht hat. Das Rennen war ok, ich bin erst gut weggekommen, dann hinter zwei Kerlen hängen geblieben. Als dann Krummi vor mir war, habe ich ordentlich gebissen, dabei aber meine Reifen überansprucht und nachlassen müssen. Trotzdem: 6. Platz am Ende war cool und hat mich arg gefreut.«

Flyer, Portimao.

»Nach einem Monat Pause folgte Misano. Im Rennen lief es ganz gut, ich hatte dann leider einen Motorschaden. Ja, auch das gehört mit zum Rennsport, da darf man niemand böse sein.«

»Dann Portugal. Erstes Training war nicht gut, zweites besser, aber nicht gut genug, ich musste wieder über SP1 und landete schließlich auf Startplatz 14. Der Start klappte nicht so toll, ich konnte aber gleich ein paar Positionen gutmachen, musste Ende Start-Ziel dann leider geradeaus und danach aufholen, aber bis ich den Rhythmus wieder drauf hatte, waren vorne alle weg. Dann war der Zwischenfall mit Cortese und meinem Teamgefährten Cluzel. Sandro hat mich dann ein- und überholt, ich habe gleich gekontert, er dann auch gleich wieder, dabei kam es zur Berührung und ich verlor wieder zwei Plätze, sonst wärs gut gewesen, mit ihm mitzufahren.«

Walking in Portimao.

»Ich bin gute Rundenzeiten gefahren, konnte noch ein paar Leute überholen, dann ist leider abgebrochen worden, ich wurde als Achter abgewunken, schade, mit zwei-drei Runden mehr wäre vielleicht noch Platz 6 drin gelegen. Aber hätte-wäre-wenn zählen im Sport nicht. In der WM-Tabelle bin ich jetzt Zehnter. Am WE folgt Magny-Cours, da war ich schon mal zum Testen mit KTM, wird sicher geil, ich freue mich schon gescheit drauf.«

Drückt mir die Daumen, Gradinger-Tom, #36

Fotos: Elina Speight, Toby und Tom

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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