Cooler Shit: Tank-Thermohaube von HSR

2

Extrem cool: Neue Tank-Thermohaube von HSR.

Die Möglichkeiten zur psychologischen Kriegsführung im Fahrerlager (neben überragenden Rundenzeiten bereits im Training) sind endlos: Coole Sonnenbrillen, flotte Sprüche, laute Musik, teures Motorhome, fesche Hasen in der Box, schickes Design auf Helm, Kombi, Verkleidung etc. etc.. Der neueste coole Shit sind kühlende Tank-Thermohauben. Die hier gezeigte, angefertigt von HSR-Reifenwärmer-Gott Peter Ubl, zierte zuletzt in Dijon die R1-Yamaha von Tim Holtz, der im DRC (Deutscher Rundstrecken Cup) bei Trackday-Veranstalter Bike Promotion umrührt.

Derartige silbrig glitzernden Cover kennt man sonst vielleicht in der Formel 1 oder im Nascar-Sport, im MotoGP oder in der Endurance-WM, also überall, wo die Startaufstellung sich schon mal in die Länge ziehen kann. Es geht darum, der Sonneneinstrahlung Einhalt zu gebieten und den Tankinhalt (bei Autos auch die Innenräume) nicht unnötig aufheizen zu lassen.

Weiter gedacht: Mit Innentaschen für zusätzliche Kühlelemente.

Ubl, der sein erstes Tank-Thermocover auf Anregung von Tims Vater Thomas geschneidert hat, dachte praxisgerecht gleich noch einen Schritt weiter. Unter der Thermo-Haube sind nämlich Taschen eingearbeitet, in die sich Kühlelemente stecken lassen. Damit wird also nicht nur ein Temperaturanstieg des Tanks unter direkter Sonneneinstrahlung verhindert, sondern auch gleichzeitig heruntergekühlt. Temperatur wirkt sich auf die Benzindichte aus. Vereinfacht gesagt: Je kühler der Sprit, desto mehr gelangt in den Motor und umso höher die Leistungsausbeute.

Quasi unter der Haube.

Auch wenn der Tank der R1 nur eine Haube ist (der eigentliche Tank sitzt ja darunter), auch wenn der Leistungsvorteil durch kühlere Sprittemperatur möglicherweise nur ein akademischer ist, der psychologische Effekt bei den Konkurrenten am Vorstart (»Verdammt, gegen den habe ich eh keine Chance«) ist nicht zu verachten. Schon Mick Doohan pflegte zu sagen: »All sport is mental«. Auch Kleinigkeiten addieren sich und können am Ende zum Wettbewerbsvorteil oder unbesiegbaren Nimbus beitragen.

Bislang wurden erst zwei dieser kühlenden Tank-Thermohauben angefertigt. Wer also auch als Hobby- oder Profi-Racer so ein rattenscharf cooles Utensil erstehen möchte, kann sich direkt an Peter Ubl in Ingelheim (der Rotweinstadt, der berühmten) wenden. Der Preis ist noch nicht final kalkuliert, dürfte aber pro Stück um die 150,- Euro betragen.

Eiskalt: Der Thermo-Tankhauben-gekühlte Tim Holtz brauste in Dijon gleich zweimal allen davon.

HSR-Kontakt: www.heisse-socken.de

Fotos: Buenos Dias

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

  1. Was soll das bischen Sprittemperatur psychologisch ausrichten ?
    Die R1 zeigt doch schon mit ihren 2 Gasgriffsalat-Aufklebern ganz klar, wer der Herr im Hause Fahrerlager ist.

    (und ich wette, die Aufkleber schüchtern zehnmal mehr ein als das spacige Sprithäubchen)

    😉

    • Lieber Leser Zünd-up, nicht alle Vollgaskünstler sind so sachlich-nüchtern unterwegs wie sagen wir Mannheimer Treckerfahrer, es sind auch ein paar darunter, die die Sache mitunter durchaus kryptisch verklärt wie der Salatprynz zu sehen imstande sind. Um nach dem Start die Nase vorne zu halten und als Erster in die Kurve einzubiegen, ist kühleres Benzin durchaus hilfreich und das Wissen der eingeschüchterten Kontrahenten, dagegen keine Chance zu haben, ebenfalls. Pferdestärken sind das eine, Psychologie das andere – da kennt der Salat sich aus. PS-steigernde Wirkung hat der Aufkleber leider nicht, aber er sieht in der Tat gut aus und hat zusätzlich die segensreiche Wirkung, den Reiter vor Stürzen zu bewahren – bis jetzt jedenfalls.

Leave A Reply