Loblied auf Lichtbildner Hennes

0

Hennes.

Das Leben von Fotografen hinter der Leitplanke bei Sportevents ist kein Zuckerschlecken. Schwere und teure Ausrüstung, garstige Streckenposten (mitunter), sengende Sonne oder Regen satt, lange Fußmärsche und Stress in allen Variationen. Einer, der alles relaxed wegsteckt und den nichts wirklich aus der Ruhe bringt, ist Johann »Hennes« Lenz aus Kerpen, der schon eine ganze Weile in der Szene rumturnt; wenn ich nicht irre haben wir uns zu seeligen KTM Duke Battle-Zeiten kennen gelernt. Wenn der Wind pfeift, ist sein Erkennungszeichen eine grüne Wollmütze, wenn die Sonne brennt, latscht er in gelben Sandalen herum, die wie Holländer-Schuhwerk aus Holz anmuten, tatsächlich aber aus Kunststoff sind.

Hennes, der ungefähr aussieht wie Bukowski, ist fototechnisch ein Künstler vor dem Herrn, nicht nur bei Renn-Events, sondern auch im Studio und bei Onsite-Produktionen draussen in freier Wildbahn. Ob Kölner Dom, Vater Rhein oder architektonische Weltwunder, er lichtet es als Industriefotograf professionell ab. Manchmal streut er auch Klöpse ein wie nächtliche Shootings unter einer Kölner Eisenbahnbrücke mit langhaarigen Blondinen, die zufällig Motorrad fahren, begleitet von farbenfrohen Lichtorgien und esoterischer Musik.

Gestern Abend kreuzte Hennes in Dijon im Fahrerlager auf, beim Bike Promotion-Trackday mit DLC und DRC. Er schüttelte überall ein paar Hände und setzte sich dann ab ins Hotel. Wie gut er es diesmal getroffen hatte, zeigte kurz darauf ein Foto, das er bei Facebook postete. Die online gebuchte Bleibe (Chateau Irgendwas mit Beaujolais und Kongo) entpuppte sich als Bruchbude in einem Ghetto-ähnlichem Randbezirk, in dem es von zwielichtigen Gestalten nur so wimmelt.

Die Bude.

»Das ist meine Aussicht, wat fürn Loch, aaaalter…..ich hätt genauer gucken sollen, in welchem Viertel die Bude steht. Hat noch jemand ne Ecke im Transporter frei?» fragte er dazu in die Gemeinde. Drei von 45 Kommentaren: »Schließ die Tür ab!«, »Halte durch Hennes, die Jungs brauchen Dich!«, »Hast ne Keramik oder einfach nur ein Loch im Boden?« Natürlich hielt er durch und brauste am Samstag mit dem Honda Zoomer von Tim Holtz (der das Moto 1000-Rennen auf seiner R1 gewann) auf dem Rettungsweg rund um die Dijon-Piste, um die besten Motive für seine Auftraggeber einzufangen. Jovial, gut gelaunt und relaxt wie immer – was für eine coole Socke.

Tim, Moto 1000-Sieger und Zoomer-Ausborger.

Fotos: Hennes Lenz, Buenos Dias

 

 

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply