Guy Bertin, Classic Racer in Dijon

0

Ex-GP-Pilot Guy Bertin, geliehene Ex-Guintoli Aprilia 250.

Guy Bertin sitzt unter dem Quick-up Zelt im Fahrerlager von Dijon, er nimmt auf einer 250er Aprilia an einem Rennen der IG Königsklasse teil, dem letzten Zufluchtsort der alten Zweitakter. Das Event findet im Rahmen einer Bike-Promotion-Veranstaltung mit Läufen zu DRC und DLC statt. Das erste 20 Minuten-Training ist gelaufen und der 64-jährige Franzose, der von 1977 bis 1988 im GP-Sport in der 125er und 250er Klasse unterwegs war und 6 GP´s gewonnen hat, ist sehr entspannt. »Nach den GP-Jahren war ich noch ein paar Jahre im Endurance-Sport unterwegs« erzählt Bertin, der in der Nähe von Lyon zu Hause ist, während er die Bremszangen sorgfältig in Spüli-Wasser reinigt. »Danach habe ich 10 Jahre in einem Apotheker-Depot gearbeitet, ich war für Einkauf und Logistik zuständig. Inzwischen habe ich aufgehört zu arbeiten. Die Aprilia ist ein Ex-Guintoli-Maschine von 2007, die einen Wert von 40.000 Euro darstellt. Ein Bekannter hat sie mir geliehen, damit ich damit noch ein paar Rennen fahren kann. Erst kürzlich hatte ich damit üblen Crash in Magny-Cours, weil Kühlwasser austrat, ich war drei Wochen mit einer Wirbelverletzung außer Gefecht.« Wie um die Erinnerung daran wegzuwischen, grinst er spitzbübisch und fügt hinzu: »Aber die Aprilia ist ein tolles Motorrad und macht richtig Freude beim Fahren. Letztes Jahr habe ich eine Classic-Meisterschaft damit gewonnen. Davor war auch auf einer Kawasaki KR 350 unterwegs, die mir Eric Saul geliehen hatte.«

Guy Bertin (64): Auch im Ruhestand noch im Rennsattel unterwegs.

Als ich im erzähle, dass Toni Mang mit 68 letztes Jahr in Hockenheim nochmal mit der KR350 ein paar Runden gedreht hat, als Geschenk für Sepp Schlögl zum 70.Geburtstag, staunt er und nickt. »Ja, Sepp und Toni waren beide handwerklich extrem begabt, deswegen haben sie ja auch anfänglich zusammen für Dieter Braun gearbeitet, bevor Mangs Karriere dann richtig durchstartete.«

Guy Bertin wird die demontierten Bremskolben ebenfalls reinigen und sorgfältig einsetzen und die Bremse wieder zusammenbauen und entlüften. Und morgen das nächste Training in Angriff nehmen. Kein Zweifel: Hier schraubt einer, dem das Fahren immer noch Freude bereitet.

Fotos: Buenos Dias

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply