Ausprobiert: Course-Motorradschuhe

0

Für´s Foto einfach mal die Füße ausstrecken, ahhhh!

Kann man Schuhe testen? Mmmmh. Versuch macht kluch. Also, einfach mal ausprobieren.

Der Motorradschuh von Course glänzt mit der cleanen Optik eines modischen Sneakers, ist gleichzeitig aber auch mit ein paar Sicherheits- und Komfort-Features ausgestattet. Das Außenmaterial ist Leder, der Schaft ist deutlich höher gezogen als bei Halbschuhen. Auf beiden Seiten ist ein Knöchelschutz eingearbeitet. Die Lasche (unter der Verschnürung) ist gepolstert. Die Textilfütterung innen ist atmungsaktiv, eine passgenau eingesetzte Innensohle herausnehmbar. Die sogenannte »Anti-Twist-Sohle« ist stabil ausgeführt, also steif und verdrehfest. Verspieltes Detail: Die Profilierung der Sohle zeigt viele kleine Motorräder.

Passt zusammen: Gedeckte Farben am Testobjekt und am Schuhwerk.

Erster Praxiseinsatz: Kurztrip nach Paris zur Fahrpräsentation der neuen Piaggio MP3-Roller mit 350 und 500 Kubik. Mit dem Auto zum Bahnhof, mit dem Zug zum Flughafen in Frankfurt, Hopser nach Charles de Gaulle, Präsentation in der City, einen halben Tag mit den Dreirädern herumkurven, Fußmarsch zum Nachtessen und am nächsten Tag wieder retour nach Hause. Dafür packt man natürlich kein zweites Paar Schuhe ins Handgepäck.

Gut geschnürt auf schlankem Fuß.

Der Course Motorradschuh entpuppte sich als praxisgerechte Multifunktionslösung. Ich kurvte mit einem guten Gefühl auf Piaggios Dreirädern durch das extrem dichte, aber trotzdem fluide Pariser Stadtgetümmel und fühlte mich in Kombination mit Jeans und Lederjacke fashionabel genug (für die Fotosessions) angezogen. Auch vorher, nachher und zwischendurch passte alles, ordentliche Passform, bequemer und wohltemperierter Komfort, egal ob man sitzt oder läuft.

Die haben interessante Teppiche in Gera.

Zweiter Praxiseinsatz: Sachsenring-GP. Die halbtägige Anfahrt mit meiner Honda CB 1300 zum Hotel in Gera erfolgte mit normalen Motorradstiefeln, für die restlichen 50 km Fahrt zur Rennstrecke am Folgetag schlüpfte ich in die Course-Schuhe. Umfeld und Fahrerlager sind mehrteilig angelegt, beim ständigen Hin- und Her- und Herumlaufen kommen schon ein paar Kilometer zusammen, dazu war es eher heiss. Und nach der Rückfahrt nach Gera folgte noch ein längerer Fußmarsch in die Stadt zum Abendessen.

Sachsenring: Paddock-tauglich, auch das.

Auf dem Motorrad, zum normalen Transfer-Herumrollen auf dieser kurzen Strecke, waren die Schuhe okay, die Non-Slip-Gummisohle erlaubt festen Halt auf der Raste. Die Sohle ist steifer als bei Turnschuhen, der Schuh ragt auch seitlich hoch genug. Auch beim Laufen tagsüber fühlte sich das Schuhwerk bequem an. Die atmungsaktive Fütterung sorgt dafür, dass man auch an warmen Sommertagen nicht schwitzt. Dass es in der Tat trotz sommerliche Hitze keine qualmenden Socken gab, war eine positive Überraschung. Denn wenn man die Schuhe erstmals in der Hand hält, wirkt das Leder eher glatt, fast wie Kunstleder. Im Hinterkopf baut sich dann die Vorstellung auf, dass der umschlossene Fuß zum Erhitzen neigen könnte – was tatsächlich aber nicht der Fall ist.

Noch ein Wort zum Fußbett: Am Sachsenring traf ich auf Michael Bense, der mehrere BMW-Foren betreibt und gelernter Orthopädie-Schuhmacher-Meister ist. Als ich ihm erzählte, dass das Fußbett eher flach ausgeformt sei, sich aber trotzdem gut anfühlte, antwortete er: »Wenn der Fuß gesund ist, geht ein flaches Fußbett vollkommen in Ordnung.« Probleme können diesbezüglich höchstens bei Platt- oder Hohlfüßen auftauchen, aber dafür gibt es dann ja Einlagen.

Unterm Strich haben die Course-Motorradschuhe in der Praxis überzeugt und ich werde diese bei passenden Gelegenheiten bei Fahrten in die Stadt und kurzen Trips gerne weiter tragen. Ob und wie lange die helle Sohlenumrandung ansehnlich bleibt, wird sich zeigen. Kunststoff lässt sich ja reinigen, falls notwendig. Und sollte ich zu oft in schlechtes Wetter geraten, werde ich die weissen Schnürsenkel durch neue ersetzen oder einfach in der Waschmaschine reinigen.

Bei FB kämen jetzt wohl Bemerkungen wie »Beweise! Das kann ja überall sein.«

Den Motorradschuh von Course, der übrigens in Schweden designt wurde und auf der Verpackung als »waterproof« bezeichnet ist, gibt´s online bei XLmoto.de für 99,99 Euro; es laufen aber immer wieder Rabattaktionen, an diesem Wochenende zum Beispiel ist der Preis um 30 % auf 69,89 Euro reduziert.

Info-Link: XLmoto

Fotos: Buenos Dias, Michael Bense, Piaggio, Felix von Motalia, XLmoto

 

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply