Kalex-Moto2-Test mit Jonas/A. Marquez

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Thumbs up: Jonas Folger mit Kalex-Team.

Chassishersteller Kalex Engineering aus Bobingen setzte mit einem dreitägigen Test in Aragón die Vorbereitungen für die nächste Saison fort. Ab der Saison 2019 werden bekanntlich 675er Dreizylinder-Einheitsmotoren von Triumph in der Moto2-WM eingesetzt. In Aragon diese Woche erlebte die erste Version dieses Motors in Rennspezifikation seine Feuertaufe. Bei dieser Gelegenheit wurde erstmals auch das Elektronik-Paket mit Software und ECU von Magneti-Marelli ausprobiert. Kalex überraschte bei diesem Einsatz mit einem Fahrer-Trio; mit dem Schweizer Jesko Raffin, dem aktuellem WM-Dritten Alex Marquez, sowie mit Jonas Folger. Für Folger war diese Gelegenheit nach seiner langen, komplizierten Krankheit eine einstweilige Rückkehr auf eine richtige Rennmaschine. Den Piloten wurde an drei Tagen bei 37 Grad Hitze in Spanien alles abverlangt.

Alexander Baumgärtel, Kalex-Designer: »Der erste Test mit dem Triumph-Motor in Rennspezifikation mit Magneti-Marelli-Elektronik verlief sehr vielversprechend. Unsere Fahrer für diesen Test, Jesko Raffin, Alex Marquez und Jonas Folger, haben an den vergangenen drei Tagen einen grossartigen Job gemacht. Begonnen hat Jesko mit dem ersten Rollout des komplett neuen Motorpakets. Es gab kleinere Schwierigkeiten, die auch zum Neustart eines Projekts zu erwarten waren. Doch mit der tollen Unterstützung der Magneti-Marelli-Techniker konnten diese umgehend gelöst werden. Für Jesko standen zudem noch weitere Funktionstest an. Der erste Tag, sowie auch der zweite mit Alex stand komplett im Zeichen der Elektronik. Es galt möglichst viele Informationen an Magneti-Marelli, Triumph und ExternPro zu liefern. Wir denken, dass wir diesen Part aufgrund der reichlich vorhandenen Erfahrungen von Jesko und Alex erfolgreich gemeistert haben. Zudem haben wir mit Alex in seinem letzten Run am Mittwochnachmittag ein anderes Mapping erarbeiten können, das hinsichtlich einer besseren Fahrbarkeit Jonas hilfreich war.«

Alex Marquez testet die 2019er Moto2-Kalex.

»Der Einsatz von Jonas war ebenfalls sehr aufschlussreich, sowie alle drei Fahrer überhaupt sehr ähnliche Inputs und Aussagen lieferten. Das ist sehr positiv und nützlich, um Magneti-Marelli weitere Informationen hinsichtlich des Fine-Tunings in Bezug auf Motorbremse, Motormanagement und Throttle-Control für die die Moto2-Klasse zu geben. Mit dem Motor selbst gab es absolut keine Probleme. Doch mit der Kupplung ist beim Startverhalten noch etwas Arbeit zu erledigen. Das ist wahrscheinlich auf das besondere Drehmoment des Dreizylinders zurückzuführen. Ansonsten ist die Funktionalität gewährleistet, sowie sich auch die Fahrer angesichts der angepassten Leistungsentfaltung sehr wohl fühlten. Darüber hinaus gab es auch Lob für das Getriebe, das bis dato einwandfrei funktioniert. Dabei muss man allerdings anmerken, dass dieser Teil als Ganzes bei weitem noch nicht ans Maximum gestresst wurde. Von unserer Seite ist hinsichtlich der Technik und Mechanik ebenso alles problemlos verlaufen. Daher gilt es nun für uns am Setup weiterzuarbeiten und auf nächste Evolutionsstufen seitens Magneti-Marelli zu warten. Darüber hinaus haben wir von jedem der drei Fahrer positive Kommentare bekommen, was die Fahrbarkeit des Chassis betrifft.«

Fährt wieder: Jonas Folger auf der Moto2-Kalex.

Jonas Folger: »Zunächst grossen Dank an Alex und Klaus (Hirsekorn), sowie an alle Mitarbeiter von Kalex, dass sie mir diese Gelegenheit ermöglicht und mir an den  zwei Tagen viel geholfen haben, noch dazu, da alles sehr spontan und easy zustande gekommen ist. Nach der langen Abwesenheit vom Rennsport war es für mich ein grosser Befreiungsschlag auf eine richtige Rennmaschine zurückzukehren. Darüberhinaus war es für mich auch wichtig zu wissen, wie es aktuell mit meiner Verfassung steht. Ich habe mich auf dem Motorrad sofort wieder sehr wohl gefühlt und es hat riesigen Spass gemacht. Der erste Tag mit dem alten Motorrad mit Honda-Motor zum Eingewöhnen und wieder in den Rhythmus zu kommen, hat mir enorm geholfen. Der Donnerstag mit der Triumph Kalex war allerdings ungleich interessanter. Ich war natürlich auf den Unterschied hinsichtlich der Motorcharakteristik und der neuen Elektronik, die bei diesem Projekt zum Einsatz kommt, sehr neugierig. Dieses Paket kommt bestimmt einem richtigen Rennmotor ein gutes Stück näher. Ich habe viele Erfahrungen sofort umsetzen können und wir sind über den Tag gesehen gut vorangekommen.«

Fotos: Kalex Engineering

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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