Ausprobiert: Course Trail Smart Touch

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Motorrad-Handschuhe kann man nie genug haben. Bei mir sieht die Auswahl für diese oder jene Anforderung derzeit so aus: Eher dünn, also gefühlsecht sowie kurz geschnitten, dazu perforiert für den Sommer – Klim Induction Short. Bei krasser Kälte Winterhandschuhe – Held 2172 Winter. Für sportliche, bunte Intermezzos einen Racing-Handschuh – Furygan Fit R2 Zarco. Nun also kommt für Übergangszeiten und mitunter kühlere Momente im Sommer ein etwas länger geschnittener, wind- und wasserfester Handschuh dazu – der Course Trail Smart Touch.

Im sommerlichen Alltag auf kurzen Strecken sind mir dünne Lederhandschuhe ohne Membran-Firlefanz und Stulpen-Gedöns am liebsten. Weil sie schnell über- und wieder ausgezogen sind und gutes Feeling für Griffe, Hebeleien und Schalter bieten. Auf längeren Strecken packte ich bisher meist ein zweites ähnliches Paar (Held Namib) in den Rucksack oder unter die Sitzbank, damit nach Regenschauern immer ein trockenes Reservepaar greifbar ist. Das wird in Zukunft der Course Trail Smart Touch sein, der als mittelschwere Alternative immer dann übergezogen wird, wenn die Temperaturen etwas tiefer sinken, also zum Ende des Tages, in die Nacht hinein oder wenn es nach Regenschauern deutlich abkühlt oder gar anhaltend regnen sollte.

Der Course Trail Smart Touch ist aus Rindsleder gefertigt und ordentlich verarbeitet – mit zusätzlich Verstärkungen an Handfläche, Daumenknöchel und kleinem Finger. Ein Kunststoff-Formteil dient obenauf aus Knöchelschutz, für die Finger gibt es Polsterelemente und Stretchpartien. Das Handschuh-Paar ist mit einer Hipora-Membran ausgestattet, die wind- und wasserfest und trotzdem atmungsaktiv ist. Hoher Bund (oder mittelhohe Stulpe) und zwei Klettverschlüsse erlauben es, zum Ärmel hin dicht und trotzdem bequem abzuschliessen. Eine Gummilippe zum Visierabwischen ist zusätzlich am linken Zeigefinger angebracht.

Der Handschuh trägt sich bequem und angenehm. Die Passform ist einwandfrei, der Komfort spürbar höher als mit einem kurzen Sommerhandschuh. Dafür sorgt auch die eingearbeitete Hipora-Membran, die sich wie ein leichtes Polster rund um die menschlichen Greifwerkzeuge anschmiegt. Solange es die Sonne gut meint, wird es damit etwas warm, aber sobald das Temperaturfenster absinkt auf zwischen 20 bis 15 Grad, beginnt das wohlige Feeling eindeutig zu überwiegen.

Zum Tragekomfort trägt bei, dass der Knöchelschutz auf einer separaten Lederlage vernäht ist und nicht direkt auf dem Handrücken, dazwischen bleibt also Luft. Der Vorteil ist, dass beim Umgreifen des Lenkers sowie Fingerbewegungen keine Dehnbewegungen nach hinten übertragen werden, was zwar nur eine Kleinigkeit ist, aber eine, die angenehm auffällt. Ähnliches lässt sich über den verspielt mit Course-Schriftzügen dekorierten Saum sagen, der den Bund (bzw. die Stulpe) abschliesst. Es würde auch ohne gehen, aber so rundet es den Gesamteindruck einen Tick besser ab.

Einer Erklärung bedarf noch die der Zusatz „SmartTouch“. Die Zeigefingerspitzen sind mit leicht griffigerem Leder besetzt, damit lassen sich Smart-Phones und Touch-Screen leichter bedienen – wenn man denn zum Streichen und/oder Antippen den Handschuh unbedingt anlassen möchte.

Der Course Trail Smart Touch ist beim Online-Versandhandel XLMoto für 59,99 Euro (UVP) erhältlich. Als ich die Bestellung vor ein paar Tagen aufgab, war der Preis um 20 Euro günstiger, derzeit beträgt der eingeräumte Rabatt noch 10 Euro. Bei der Preisgestaltung des ohnehin günstigen Handschuhs ist also erstaunlich viel Bewegung drin. Unabhängig davon kann man nur festhalten: Das Produkt ist praxisfreundlich durchdacht und ordentlich verarbeitet und verdient eine Empfehlung.

Fotos: Buenos Dias

Info-Link zum Produkt: Course Trail Smart Touch

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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